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Versicherer Ergo steigt in chinesischen Schaden- und Unfallmarkt ein

Die Munich Re-Tochter beteiligt sich an dem Versicherungsunternehmen Taishan Insurance. Ergo erweitert damit sein Geschäft im Wachstumsmarkt China.
08.06.2020 - 09:00 Uhr Kommentieren
Die Munich Re-Tochter beteiligt sich an einem chinesischen Versicherungsunternehmen. Quelle: dpa
Ergo-Zentrale in Düsseldorf

Die Munich Re-Tochter beteiligt sich an einem chinesischen Versicherungsunternehmen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Düsseldorfer Versicherungsgruppe Ergo steigt in das Geschäft mit Schaden- und Unfallversicherungen in China ein. Dazu will sich die Ergo Versicherung mit 24,9 Prozent an der Taishan Property & Casualty Insurance, einem landesweit tätigen Versicherer mit Sitz in Shandong, beteiligen. Das gab die Tochter des Rückversicherers Munich Re am Montag bekannt.

Die strategische Investition ist ein weiterer Schritt für Ergo beim Ausbau der Geschäftsaktivitäten im Wachstumsmarkt China. Dieser ergänzt das bereits bestehende Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft der Gruppe. Die Transaktion erfolgt über eine Kapitalerhöhung. Somit geht das Geld nicht an die Alteigentümer, sondern kann direkt vom Unternehmen genutzt werden.

Jürgen Schmitz, China-Chef von Ergo, sieht die Beteiligung als „einen starken Einstiegspunkt“ in den chinesischen Markt für Schaden- und Unfallversicherungen. „Wir werden die Taishan Insurance vor allem bei der Einstellung von Fachpersonal, bei der Schulung von Mitarbeitern und dem Aufbau von weiteren Geschäftsfeldern unterstützen“, erklärte Schmitz im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Darüber hinaus werde man mit dem Unternehmen in den Ausbau der digitalen Infrastruktur und Vertriebswege, des Filialnetzes und weiterer Vertriebskooperationen investieren. „Ergo erhält zudem zwei Sitze im Verwaltungsrat und das Recht zur Bestellung des Geschäftsführers und Führung des Managements der Gesellschaft“, ergänzt er. Die zuständigen Behörden müssen die Transkation allerdings noch genehmigen.

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    Die 2011 gegründete Taishan Insurance bietet Versicherungsprodukte und Services für Kunden in ganz China. Wie in der Volksrepublik üblich, ist das Unternehmen stark im Kfz-Versicherungsgeschäft tätig, bietet daneben aber die gesamte Produktpalette im Schaden- und Unfallbereich. „Das Prämienvolumen ist in den vergangenen Jahren bereits stark gestiegen und beträgt umgerechnet 300 Millionen Euro im Jahr“, sagt Schmitz.

    Der chinesische Markt ist allerdings stark fragmentiert. Unter den 84 Schaden- und Unfallversicherern sei die Taishan Insurance auf Rang 39, so Schmitz: „Betrachtet man nur die Versicherer mit ausländischen Investoren, kommen wir mit Taishan auf Platz 5.“

    Langjährige China-Aktivitäten

    Der deutsche Versicherer ist bereits seit mehreren Jahren in China aktiv: Im Jahr 2005 gründete die Ergo-Gruppe ihre chinesische Reiseversicherungs- und Gesundheitsservicegesellschaft und legte 2013 den Grundstein für Ergo China Life. Dabei handelt es sich um ein Joint-Venture für Lebensversicherungen mit dem staatlichen Unternehmen Shandong Asset Investment Holdings.

    „Der chinesische Anteilseigner der Taishan Insurance ist derselbe wie bei unserem Lebensversicherungs-Joint-Venture. Dadurch kennen wir das Unternehmen und unseren chinesischen Partner bereits sehr gut und könnten uns vorstellen, unsere Anteile zu einem späteren Zeitpunkt auch noch zu erhöhen“, betont Schmitz.

    Der China-Chef von Ergo sieht Geschäftsmöglichkeiten bei Schaden- und Unfallversicherungen.
    Jürgen Schmitz

    Der China-Chef von Ergo sieht Geschäftsmöglichkeiten bei Schaden- und Unfallversicherungen.

    Im vergangenen Jahr startete der Versicherer zudem ein Joint Venture mit dem chinesischen Autobauer Great Wall Motors, um gemeinsam Kfz-Policen zu verkaufen und neue Mobilitätslösungen zu entwickeln.

    „In unserem globalen Portfolio spielt China eine zentrale Rolle“, sagt daher auch Markus Rieß, Vorstandschef der Ergo-Gruppe. Schmitz zufolge wird hierauf in diesem Jahr ein Prämienvolumen von 600 Millionen Euro entfallen. 2019 betrugen die gesamten Beitragseinnahmen der Ergo-Gruppe gut 18,8 Milliarden Euro.

    Für internationale Versicherer ist China vor allem wegen seines Wachstumspotenzials interessant. Laut Prognosen des Rückversicherers Swiss Re dürfte die Volksrepublik bis Mitte der 2030er-Jahre zum weltweit größten Versicherungsmarkt noch vor den USA aufsteigen. Auch Swiss Re selbst verstärkt dort seine Aktivitäten.

    Erst vor wenigen Tagen wurde publik, dass sich der Schweizer Konzern an der China Pacific Insurance Group beteiligen will. Die beiden Firmen hätten vereinbart, dass Swiss Re im Rahmen eines geplanten Listings an der Londoner Börse Titel entsprechend bis zu 1,5 Prozent aller ausstehenden Aktien des chinesischen Unternehmens erwerbe, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters Anfang Juni.

    Mehr: Ergo einigt sich auf erstes Joint Venture mit chinesischem Autohersteller.

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