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Versicherer Immobilienquote der deutschen Versicherer steigt auf Rekordhoch

Die deutschen Versicherer haben in ihrem Portfolio so viele Immobilien wie noch nie – neue Rekorde sind schon in Sicht. Das birgt auch Risiken.
26.06.2019 - 13:00 Uhr Kommentieren
Versicherer schielen vor allem auf Immobilieninvestments in Büroimmobilien. Quelle: dpa
Maintor-Areal

Versicherer schielen vor allem auf Immobilieninvestments in Büroimmobilien.

(Foto: dpa)

Frankfurt Groß, solide, wertvoll: Immobilien locken in Zeiten der Niedrigzinsen nicht nur viele Privatleute zum Kauf. Auch viele große Versicherer setzen verstärkt auf das Baugold, um den Wert ihres Portfolios zu erhalten.

Lag die Immobilienquote 2010 noch bei durchschnittlich nur 6,1 Prozent, so ist die Immobilienquote mittlerweile mit durchschnittlich 10,3 Prozent auf einen neuen historischen Höchststand geklettert – und neue Rekorde sind bereits in Sicht, wie aus einem jährlichen „Trendbarometer Immobilienanlagen der Assekuranz“ der Unternehmensberatung EY hervorgeht, das am Mittwoch vorgestellt wurde.

Der Schweizer Versicherer Swiss Life schraubte in den vergangenen Jahren die Immobilienquote im Kapitalanlagebuch sogar auf 18,7 Prozent hoch. Damit ist der schweizer Lebensversicherer Eigentümer des größten privat gehaltenen Immobilienportfolios im Heimatland.

Trotz der Debatte um Mietendeckel und steigende Wohnungspreise hat die Branche kaum Sorge vor der Gefahr einer Immobilienblase. So planen 70 Prozent der befragten Assekuranzen ihre Immobilienbestände im Jahr 2019 weiter auszubauen, wie aus der Studie hervorgeht. Damit denkt kaum ein Unternehmen an eine Verkleinerung des Immobilienbestandes, obwohl sich der Immobilienzyklus in seiner späten Phase befindet.

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    Für das Trendbarometer seien 24 Unternehmen der Branche befragt worden, die einen repräsentativen Querschnitt der Assekuranz bildeten, betonte EY. Die Attraktivität des deutschen Immobilienmarktes sinkt jedoch – auch im europäischen Vergleich –, obwohl der Markt als sicher und international nachgefragt gesehen wird.

    Die Versicherungsbranche steckt wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase in einem Dilemma. Rund 35 Billionen Dollar an Vermögen werden die großen Versicherer bis zum Jahr 2020 laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft PwC insgesamt verwalten – Geld, das bisher vornehmlich in konservativen Anlageformen wie Staatsanleihen steckte.

    Büroimmobilien im Fokus

    Das funktionierte in den vergangenen Jahrzehnten auch noch gut. Doch an diese Zeiten können die Versicherungsmanager inzwischen nur noch wehmütig zurückdenken. Umso intensiver suchen viele Firmen auf der Suche nach Rendite nach anderen Anlageformen – und greifen dabei immer häufiger zu Immobilien.

    Die Assekuranzen schielen bei Immobilieninvestments vor allem auf Büroimmobilien. Auch Wohnen und Logistik stehen immer mehr im Fokus. Einzelhandels-Immobilien würden dagegen weniger nachgefragt.

    Große Schnäppchen sind jedoch kaum mehr zu finden. Auch im europäischen Vergleich sinke die Attraktivität des deutschen Marktes durch ein vergleichbar hohes Preisniveau, klagen die Assekuranzen. Der Verdrängungswettbewerb sowie das damit einhergehende geringe verfügbare Angebot resultierten in einem hohen Preisniveau und einem starken Renditedruck, warnt die Unternehmensberatung.

    Das lässt den Risikohunger der Versicherer weiter steigen. Durch die lange anhaltende Niedrigzinspolitik würden immer risikoreichere Immobilieninvestments getätigt, um geplante Renditeziele zu erreichen, lautet ein Fazit der Experten um Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate. 81 Prozent der befragten Assekuranzen sehen sich einem steigenden Druck ausgesetzt, angemessene Renditen zu erwirtschaften.

    Doch der Aufwand für die Branche steigt erheblich, wenn sie noch attraktive Perlen im Immobilienmarkt finden möchte. Investitionen in neue Immobiliensegmente würden laut der Studie jedoch nur von wenigen Unternehmen der Assekuranz in Betracht gezogen, da diese meist mit hohem Aufwand verbunden seien.

    Die Versicherungsaufsicht Eiopa warnte jedoch bereits im vergangenen Dezember vor den gestiegenen Risiken. Sollten die Immobilienpreise ruckartig sinken, könnte das die Bilanzen der Versicherer belasten.

    Mit fallenden Immobilienpreisen schrumpft auch das Vermögen von Haushalten, die ihr Wohneigentum noch abbezahlen müssen. Das könne ihren Schuldendienst beeinflussen und das Risiko für Versicherer und ihre ausgegebenen Darlehen erhöhen, hieß es im Eiopa-Report.

    Dennoch sehen laut EY-Studie 81 Prozent der Assekuranzen ihre Immobilienquote im Falle eines Abschwungs als eher unproblematisch an. Eiopa-Boss Gabriel Bernardino wird allerdings sehr genau darauf achten, dass dies nicht allein dem Wunschdenken der Branche entspricht.

    Mehr: Um den Niedrigzinsen zu entgehen, haben Versicherer verstärkt in Immobilien investiert. Lesen Sie hier, was die Risiken dieser Investments sind.

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