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Versicherer Lloyd’s rutscht in die roten Zahlen

Der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s meldet einen Verlust fürs erste Halbjahr. Finanzvorstand Burkhard Keese bleibt vorsichtig.
10.09.2020 - 15:10 Uhr Kommentieren
Insgesamt erwartet der Londoner Versicherungsmarkt, fünf Milliarden Pfund an Pandemie-Geschädigte auszuzahlen. Quelle: Imago
Lloyd's

Insgesamt erwartet der Londoner Versicherungsmarkt, fünf Milliarden Pfund an Pandemie-Geschädigte auszuzahlen.

(Foto: Imago)

London Die Coronakrise treibt den Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s in die roten Zahlen. Im ersten Halbjahr fiel ein Vorsteuerverlust von 438 Millionen Pfund an, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte es noch 2,3 Milliarden Pfund Gewinn verzeichnet.

Hauptgrund waren die hohen Verluste durch Corona von 2,4 Milliarden Pfund. Insgesamt erwartet der Markt, fünf Milliarden Pfund an Pandemie-Geschädigte auszuzahlen. Zwei Milliarden Pfund davon sind allerdings rückversichert, sodass das Unternehmen unter dem Strich mit drei Milliarden Pfund Verlust rechnet.

Die bisher aufgelaufenen Verluste lägen im Rahmen der Erwartungen, sagte Finanzvorstand Burkhard Keese. Im Mai hatte er den Corona-Versicherungsschaden auf 2,5 bis 3,5 Milliarden Pfund geschätzt. Keese wollte noch keine Entwarnung geben. Er bekräftigte die Schätzung von Lloyd’s aus dem Mai, dass die Pandemie die gesamte Versicherungsbranche 200 Milliarden Dollar kosten könne.

Zwar hätten die Aktienmärkte dank der Staatsinterventionen im zweiten Quartal ihre Verluste unerwartet wieder wettgemacht, sagte er. Aber je nach Verlauf der Pandemie könnten sie auch wieder einbrechen, wenn in den kommenden Monaten die staatlichen Programme auslaufen und die Insolvenzen ansteigen.

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    „Die Krise ist noch nicht vorbei“, betonte Keese. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 habe es auch Jahre gedauert, bis die Finanzmärkte sich nachhaltig erholt hätten. Der Tiefpunkt sei im März 2003 gewesen.

    Auch für das Gesamtjahr droht ein Verlust

    Lloyd’s war 2019 nach zwei Verlustjahren in die Gewinnzone zurückgekehrt. Dieses Jahr hingegen deutet alles auf einen Verlust hin, denn die zweite Jahreshälfte ist aufgrund der Hurrikansaison traditionell schwächer.

    „Wenn wir jetzt drei Hurrikane erleben, werden wir natürlich weitere Verluste verzeichnen“, sagte Keese. Aber es sei auch noch möglich, dass man das Jahr mit einem Gewinn abschließe. Es hänge vom Wetter und den Kapitalmärkten ab. Beides könne man nicht vorhersehen.

    Die Schaden-Kosten-Quote des Versicherungsmarkts stieg im ersten Halbjahr auf 110,4 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Allianz betrug sie 95,5 Prozent. Bei Quoten unter 100 Prozent verdienen die Versicherer Geld, darüber machen sie Verlust. 

    Rechne man die Corona-Verluste heraus, liege die Schaden-Kosten-Quote bei sehr guten 91 Prozent, betonte Keese. Um die Coronaverluste auszugleichen, erhöhten die auf dem Londoner Versicherungsmarkt tätigen Firmen ihre Prämien im ersten Halbjahr um neun Prozent.

    Nicht nur im Versicherungsgeschäft, auch in der Vermögensverwaltung musste Lloyd’s im ersten Halbjahr einen herben Rückschlag hinnehmen. Die Einnahmen aus den Finanzanlagen brachen um 59 Prozent auf 940 Millionen Pfund ein – trotz der Erholung an den Aktienmärkten. Der Hauptgrund seien die Zinssenkungen der Notenbanken, sagte Keese. „Die sind furchtbar für uns.“

    Da die Notenbanken auf absehbare Zeit an den Niedrigzinsen festhalten, wird Lloyd’s sich auf die geringere Rendite einstellen müssen.

    Mehr: Für Firmen steigen die Prämien in der Industrieversicherung.

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