Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Versicherer Trotz Beitrags- und Kundenplus: Gewinn der R+V-Versicherung bricht wegen Corona-Schäden ein

Pandemie-Kosten belasten R+V, der Gewinn geht um fast 70 Prozent zurück. Mit dem Jahresstart ist der Versicherer hingegen zufrieden, er traut sich aber keine Prognose zu.
19.03.2021 - 15:24 Uhr Kommentieren
R+V-Versicherung Quelle: dpa
R+V

Trotz der anhaltenden Coronakrise verzeichnet die Versicherung nach eigenen Angaben einen guten Start in das laufende Geschäftsjahr.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Coronakrise belastet den Versicherer R+V. Der Konzern beendete das Geschäftsjahr 2020 mit einem Vorsteuergewinn in Höhe von 291 Millionen Euro – ein Rückgang von knapp 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2019 betrug der Vorsteuergewinn noch knapp eine Milliarde Euro.

Grund dafür war vor allem das Kapitalanlageergebnis: Konnte der Versicherer 2019 infolge der positiven Entwicklungen an den Finanzmärkten noch ein Rekord-Kapitalanlageergebnis von 6,2 Milliarden Euro ausweisen, musste er 2020 einen Rückgang von fast 72 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro hinnehmen.

„So eine schmerzhafte Pandemie hinterlässt Spuren, auch bei der R+V“, sagte Vorstandschef Norbert Rollinger bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag in Wiesbaden. Die Sonderbelastungen durch die Corona-Pandemie bezifferte der Versicherer auf 321 Millionen Euro.

Diese seien nach Angaben von R+V vor allem auf Betriebsschließungen und Veranstaltungsausfälle zurückzuführen. Auch erhöhte Leistungen in der Restkreditversicherung flossen hier ein, die das Unternehmen an seine von Kurzarbeit betroffenen Kunden zahlte. In der Kfz-Versicherung profitierte die R+V hingegen davon, dass weniger Autos fuhren und es weniger Unfälle gab.

Bei den gebuchten Beiträgen konnte die R+V-Gruppe einen Zuwachs verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen sie um 8,3 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro. Auch die Anzahl der Kunden hat sich 2020 weiter um 105.000 auf 8,9 Millionen erhöht.

Gespräche über Schutzschirm für Handel

Der staatliche Schutzschirm in der Kreditversicherung soll indes über den 30. Juni hinaus verlängert werden. Die Gespräche darüber hätten gerade begonnen, sagte Edgar Martin, Vorstand der R+V Versicherung. „Wir stehen dem offen gegenüber.“ Die genossenschaftliche R+V ist mit einem Marktanteil von mehr als 25 Prozent einer der größten deutschen Warenkreditversicherer.

Die Bundesregierung sichert seit dem vergangenen Frühjahr Ausfallrisiken im Handel mit einem 30 Milliarden Euro schweren Schutzschirm ab, um die Lieferketten nicht abreißen lassen. Die Versicherer treten im Gegenzug einen Großteil der Beitragseinnahmen an den Staat ab.

Der Schutzschirm war unter leicht veränderten Bedingungen bereits einmal verlängert worden. Die Bundesregierung will damit verhindern, dass die Kreditversicherer in der Coronakrise die Deckung für angeschlagene Firmen verweigern oder kürzen, um absehbare Schäden zu vermeiden.

Die Kreditversicherung schützt Lieferanten davor, dass Kunden die Rechnung nicht zahlen können oder wollen – mit einem Volumen von 400 Milliarden Euro im Jahr. Marktführer ist die Allianz-Tochter Euler Hermes.

Tatsächlich waren die Kreditausfälle im vergangenen Jahr weit geringer als befürchtet, auch weil die Bundesregierung die Insolvenzantragspflicht in der Corona-Pandemie ausgesetzt hatte. Martin sagte, die R+V habe 17 Millionen Euro mehr Beiträge an den Staat abgetreten, als dieser gezahlt habe. Die Allianz hatte erklärt, der Schutzschirm habe sie 100 Millionen Euro gekostet.

R+V bereitet Corona-Impfungen für Mitarbeiter vor

Trotz der anhaltenden Coronakrise verzeichnet die R+V-Versicherung nach eigenen Angaben einen guten Start in das laufende Geschäftsjahr 2021. So legten die Einnahmen der Erstversicherer in den ersten beiden Monaten 2021 um 5,9 Prozent zu – hierbei wuchs vor allem die Lebens- und Pensionsversicherung mit 13,1 Prozent.

„Wir gehen davon aus, unseren Wachstumskurs auch 2021 fortzusetzen. Es lassen sich aber zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Prognosen abgeben, weil die Unsicherheiten anhalten, wie sich die Pandemie weiterentwickelt“, sagte Rollinger. Die Pandemie bestimme weiter unser Leben.

Deshalb plant die R+V, im April mit dem Impfen von Mitarbeitern gegen Covid-19 zu beginnen – in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit des Impfstoffs. „Wir sind bereit und wollen damit einen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus leisten, indem wir helfen, die bundesweite Impfquote möglichst zügig zu erhöhen“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Derzeit würden Impfungen an zentralen Standorten der R+V wie beispielsweise Wiesbaden, Hamburg und Stuttgart vorbereitet. Die R+V-Gruppe beschäftigt in Deutschland mehr als 16.500 Mitarbeiter.
Mit Agenturmaterial

Mehr: Diese Folgen hat das Ende der Allianz Deutschland

Startseite
Mehr zu: Versicherer - Trotz Beitrags- und Kundenplus: Gewinn der R+V-Versicherung bricht wegen Corona-Schäden ein
0 Kommentare zu "Versicherer: Trotz Beitrags- und Kundenplus: Gewinn der R+V-Versicherung bricht wegen Corona-Schäden ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%