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Versicherer Zurich tritt auf die Kostenbremse

Bis Ende 2018 will der größte Schweizer Versicherungskonzern rund eine Milliarde Dollar einsparen. Bereits 2016 sollen die Ausgaben um 300 Millionen sinken. Der verschärfte Sparkurs soll auch den Aktionären nützen.
21.05.2015 Update: 21.05.2015 - 10:10 Uhr Kommentieren
Die Schweizer Versicherungsgruppe will mit einem verschärften Sparkurs bis zu einer Milliarden Dollar einsparen. Quelle: dpa
Zurich Insurance Group

Die Schweizer Versicherungsgruppe will mit einem verschärften Sparkurs bis zu einer Milliarden Dollar einsparen.

(Foto: dpa)

Zürich Die Zurich Insurance Group muss darum kämpfen, das bereits gesenkte Ziel einer Eigenkapitalrendite von 12 bis 14 Prozent zu erreichen. Daher will der größte Schweizer Versicherungskonzern die Kosten zusätzlich senken; bis 2018 sollen sie um eine Milliarde Dollar gedrückt werden, für den Zeitraum bis Ende 2016 sollen sie neu um 300 Millionen Dollar (bisher: 250 Millionen) sinken. „Da das Wachstum schwach bleiben wird, richtet sich unser Fokus stärker auf Effizienz“, sagte Konzern-Chef Martin Senn in einer Telefonkonferenz anlässlich des Investoren-Tags der Zurich.

Er räumte ein, dass durch die neuen Einsparungen auch Jobs wegfallen würden, „Stellenkürzungen stehen aber nicht im Mittelpunkt“, versicherte Senn. Von den nun anvisierten Einsparungen von insgesamt einer Milliarde Dollar sollen 600 Millionen auf „Prozess-Optimierungen“ und gemeinsame Dienste für die Geschäftssparten erreicht werden. Zum Vergleich: Als die Zurich im Frühjahr 2014 das Kostensenkungsziel von 250 Millionen Dollar ausgegeben hatte, hieß es, dass dies 800 Stellen kosten würde.

Internationale Versicherer wie die Zurich werden derzeit von zwei Seiten in die Zange genommen: Das Wirtschaftswachstum schwächelt, das bremst das Prämienwachstum. Bei der Zurich wuchs die Kernsparte – das Sachversicherungsgeschäft – im vergangenen Jahr nur um 2,6 Prozent. Gleichzeitig nagen die niedrigen Zinsen an den Einnahmen der Finanzanlagen.

Mit Blick auf das Rendite-Ziel hat zudem die Zurich das Luxusproblem, dass ihre Kapitaldecke zu dick ist. Die rund drei Milliarden Dollar Überschuss-Kapital will Senn nun entweder über eine Sonder-Ausschüttung den Aktionären geben, oder aber in Zukäufe stecken. Doch gerade beim Thema Zukäufe ist die Zurich mehr als vorsichtig – was bereits den Ex-Verwaltungsratspräsidenten Josef Ackermann gestört hatte. Daher erwarten Analysen, dass der Konzern das Geld ausschütten wird. Die Aktie reagierte daher mit einem leichten Plus.

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    Statt Zukäufe stehen eher weitere Verkäufe auf der Agenda. Derzeit ist die Zurich im Privatkundengeschäft in 27 Märkten aktiv, doch nur in wenigen davon wie der Schweiz zählt sie zu den führenden Adressen. Daher will sich die Zurich – vor allem im schwierigen Lebensversicherungsgeschäft  - aus weiteren Märkten zurückziehen. Zuletzt hatte der Konzern den russischen Privatkundenmarkt aufgegeben.

    Das Deutschland-Geschäft stünde indes nicht zur Debatte, so das Management. Beim Verkauf von Leben-Policen arbeiten die Schweizer mit der Deutschen Bank zusammen. „Das Geschäft wächst und ist profitabel“, versicherte Leben-Chef Kristof Terryn.

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