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Versicherung Wie Sie Kunst vor Raub und Verderben schützen können

Private Sammler in Deutschland besitzen Schätze in Milliardenhöhe. Eine individuelle Kunstversicherung ist dabei dringend nötig. Der Markt hat jedoch seine Eigenheiten.
05.12.2019 - 04:00 Uhr Kommentieren
Teure Kunstgegenstände in Privatbesitz sollten versichert werden. Quelle: Ketterer Kunst /  VG-Bildkunst 2019
„Der Abend“ von Josef Scharl

Teure Kunstgegenstände in Privatbesitz sollten versichert werden.

(Foto: Ketterer Kunst / VG-Bildkunst 2019)

München Der spektakuläre Kunstraub von Dresden in der vergangenen Woche hat private Kunstsammler aufgeschreckt. Dass auch bei ihnen wertvolle Skulpturen, Bilder, Schmuck oder Sammlerstücke von Dieben entwendet werden könnten, ist vielen schlagartig bewusst geworden. Eine eigene Kunstversicherung schützt, wenn die eigene Immobilie exklusiv eingerichtet ist und die dort vorhandenen Gegenstände den Wert übersteigen, der gewöhnlich über die Hausratversicherung abgedeckt ist.

Schon seit Jahren steigt der Wert der weltweit vorhandenen Kunst an. Wegen der geringen Rendite bei Anleihen und anderen Anlageklassen investieren reiche Privatleute verstärkt in Kunst. Das treibt den Preis. Zudem gibt es eine wachsende Zahl an Millionären aus aufstrebenden Ländern wie China und Russland, die sich in den Galerien und Auktionshäusern der internationalen Metropolen umschauen.

Laut dem italienischen Versicherer Generali lag der Wert der weltweit vorhandenen Kunst vor zwei Jahren bei 3,5 Billionen Dollar. Im Jahr 2022 sollen es den Schätzungen zufolge 4,3 Billionen Dollar sein. Noch stärker steigen die Einnahmen der Kunstversicherer, die laut Prognosen in dieser Zeit um rund ein Drittel auf 2,3 Milliarden Dollar pro Jahr anwachsen dürften. Die Rekordpreise treiben das Prämienaufkommen.

Grundsätzlich ist die Frage, ob Sammler eine eigene Kunstversicherung für ihre Schätze abschließen sollten, vom Wert der vorhandenen Objekte abhängig. Die gewöhnliche Hausratversicherung sichert zwar Schäden durch Feuer, Wasser, Sturm oder Einbruch ab. Die Versicherer bieten für den gesamten Hausrat Wertermittlungstabellen im Netz an. Als Richtgrößten gelten Beträge zwischen 600 und 850 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Mit einem teuren Bild an der Wand oder einer Skulptur ist ein solcher Wert natürlich schnell überschritten. Dann empfehlen Experten eigene Kunstversicherungen.

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    Die Zahl der Anbieter ist begrenzt. Große Konzerne wie Allianz und Axa zählen dazu, außerdem Häuser wie die Gothaer und die Mannheimer-Tochter Artema und ausländische Anbieter wie Hiscox oder Helvetia. Generali geht gerade mit „Arte Generali“ an den Start.

    Concierge-Service für den Kunden

    Die Experten der Versicherer verfügen häufig über eine kunsthistorische Ausbildung und haben in Galerien oder Auktionshäusern gearbeitet. Dabei geht es den Kunden mittlerweile um weit mehr als nur die Absicherung wertvoller Werke. Im Vertrag enthalten sind meist Dienstleistung rund um das Kunstobjekt. Kontakte werden von den Versicherern dabei zu Restauratoren, Forschungsstellen oder spezialisierten Transportunternehmen hergestellt, sollte ein Objekt einmal den Standort oder in eine Ausstellung wechseln. Vereinzelt spricht die Branche von einer Art Concierge-Service für die Kunden.
    Oft sind es Details, mit denen sich die Angebote unterscheiden. So ist die Allianz beispielsweise Mitglied im Art-Loss-Register, der nach eigenen Angaben weltgrößten Datenbank für abhandengekommene Kunst. Wird ein teures Bild gestohlen, dann kann es dort eingestellt werden. Voraussetzung ist jedoch die Zustimmung des Kunden, viele Sammler bevorzugen die Suche auf diskretem Weg.

    Da es sich bei Kunst gewöhnlich um Einzelstücke handelt, ist eine Ersatzbeschaffung schwierig bis unmöglich. „Für Antiquitäten, Kunstgegenstände und Sammlerstücke wird der Wert angesetzt, der aufzuwenden wäre, um Vergleichbares anzuschaffen“, heißt es deswegen bei der Allianz. Für einzelne Kunstwerke kann auch eine feste Taxe vereinbart werden. Die rasche Preissteigerung, die viele Objekte in den vergangenen Jahren erfahren haben, bekommen Kunden im Schadenfall nicht komplett ersetzt.

    Gewöhnlich werden Kunstversicherungen im Bündel mit Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen angeboten. Der Schutz kann auch Objekte im europäischen Ausland oder in Ferienimmobilien beinhalten.

    Was wird über den Diebstahl hinaus versichert?

    Unterschiede in Verträgen zeigen sich beim zeitlichen Verfall, dem Kunstgegenständen ausgesetzt sind. Licht und Feuchtigkeit, Temperatur sowie unsachgemäße Lagerung und Transport setzen Bildern und Antiquitäten regelmäßig zu. Anbieter wie die Gothaer sichern auch Beschädigungen durch Ungeziefer und Schädlinge ab. Die Allianz zahlt dagegen nicht, wenn Schädlinge, Ungeziefer, Mikroorganismen oder Haustiere Schäden verursachen.

    Auch Klimaeinwirkungen wie Luftfeuchtigkeit, Trockenheit oder Lichteinfluss schließt man dort aus. Anbieter wie Generali werben auf der anderen Seite mit Digitalisierung: Über eine App können Kunden online Kunstgegenstände bewerten oder sich eine virtuelle Privatgalerie anlegen.

    Eine Kunstversicherung kann bei hohen Werten teuer werden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Preise bei Lloyds of London, einer Art Börse für Versicherungsleistungen, im Moment wegen Überkapazitäten unter Druck stehen. Jean Gazancon, der Chef von Arte Generali, schränkt aber ein: „Die Kunden wollen ohnehin bei Kunstversicherungen keinen Vollkasko-Schutz.“ Dadurch lassen sich die Prämien seiner Meinung nach im Rahmen halten.

    Mehr: Der Kunstraub in Dresden reiht sich ein in eine lange, spektakuläre Geschichte gestohlener Edelsteine. Schon August den Starken trieben sie fast in den Ruin.

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