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Wegen Corona Swiss Re rutscht in die roten Zahlen

Der Rückversicherer muss einen Fehlbetrag von 225 Millionen Dollar verbuchen. Naturkatastrophen und das Coronavirus verursachten hohe Kosten.
30.04.2020 - 14:56 Uhr Kommentieren
Das Coronavirus und Naturkatastrophen drücken den Rückversicherer in die roten Zahlen. Quelle: Reuters
Swiss Re

Das Coronavirus und Naturkatastrophen drücken den Rückversicherer in die roten Zahlen.

(Foto: Reuters)

Zürich Kosten infolge der Coronavirus-Pandemie und von Naturkatastrophen haben dem Rückversicherer Swiss Re zum Jahresauftakt einen Verlust eingebrockt. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Fehlbetrag von 225 Millionen Dollar, wie der Konzern aus Zürich am Donnerstag mitteilte.

Vor einem Jahr war es noch ein Gewinn von 429 Millionen Dollar gewesen. Zu Buche schlugen unter anderem Kosten für die Absage oder Verschiebung von Großveranstaltungen wie etwa den Olympischen Spielen. Auch Waldbrände, Hagelschäden und große Überschwemmungen vor allem in Australien kosteten Geld.

Zudem fuhr die Nummer zwei der Rückversicherungsbranche wegen der weltweiten Marktturbulenzen infolge der Pandemie Verluste im Anlageportfolio ein. Die Prämieneinnahmen stiegen um sieben Prozent auf 9,59 Milliarden Dollar.

„Das Geschäft von Swiss Re bleibt trotz der finanziellen Auswirkungen der Krise auf unsere Ergebnisse widerstandsfähig“, erklärte Konzernchef Christian Mumenthaler. „Die Covid-19-Pandemie ist noch lange nicht vorbei und sie wird weitreichende Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft haben.“

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    Barclays hatte jüngst vor dem „größten Schadenereignis in der Versicherungsgeschichte“ gewarnt. Auf 40 bis 80 Milliarden Dollar schätzen die Analysten der britischen Bank die versicherten Schäden. Zudem sei von mehreren Hundert Milliarden Verlusten durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten auszugehen.

    Europas führender Versicherer Allianz, Münchener Rück und andere Versicherer haben ihre Jahresprognosen bereits einkassiert und an der Börse hat der Sektor seit Jahrsanfang ein Viertel an Wert verloren.

    Naturkatastrophen teurer als veranschlagt

    Die größte Sparte Schaden-Rückversicherung kostete die Corona-Krise 253 Millionen Dollar, weil die Swiss Re Geld zur Deckung erwarteter Schäden zurückstellte. Zudem waren Naturkatastrophen mit 397 Millionen Dollar etwas teurer als veranschlagt.

    Der sogenannte Schaden-Kosten-Satz betrug 110,8 Prozent, womit Zahlungen für Schäden und Verwaltung nicht mehr durch die Prämieneinnahmen gedeckt sind. Bei den Vertragserneuerungen im April, insbesondere in Japan, steigerte Swiss Re das Prämienvolumen um vier Prozent, die Preise zogen nominal um acht Prozent an.

    Das Geschäft mit maßgeschneiderten Versicherungen für Großkunden fuhr einen Verlust von 167 Millionen Dollar ein, zurückzuführen vor allem auf 223 Millionen Dollar Rückstellungen für erwartete Covid-19-Schäden. Die vor einiger Zeit eingeleitete Sanierung der Sparte sei auf Kurs, erklärte Swiss Re.

    Bei den Anlagen führten die Marktturbulenzen netto zu einem Bewertungsverlust von rund 300 Millionen Dollar. Hätte Swiss Re nicht Maßnahmen zur Absicherung ergriffen, wäre der Verlust sogar noch höher ausgefallen: Mit Absicherungsgeschäften für Anleihen und Aktien erzielte das Unternehmen 650 Millionen Dollar Gewinn.

    Swiss Re will sich gegen ungerechtfertigte Zahlungsansprüche wehren

    Gegen ungerechtfertigte Zahlungsansprüche im Zusammenhang mit der Coronakrise will sich der Rückversicherer künftig wehren. „Swiss Re ist seit 150 Jahren im Geschäft und hat einen guten Ruf, für alle Schäden, für die wir haften, vollumfänglich zu zahlen“, sagte Finanzchef John Dacey am Donnerstag. „Und wir werden in dieser Pandemie in diesem Sinne weitermachen.“

    Doch Aktionäre und andere Anspruchsgruppen würden erwarten, dass der Konzern nicht für Kosten aufkomme, wenn dies nicht vereinbart sei. „Es kann Meinungsverschiedenheiten über diese Deckungen geben“, sagte er. „Wir werden uns angemessen verteidigen. Wichtiger ist aber, dass wir für die Verluste zahlen werden, für die wir haften.“

    Auch die Münchener Rück wehrte sich jüngst in der Diskussion um den Ausschluss von Pandemie-Risiken gegen politische Forderungen und unberechtigte Forderungen.

    Der Finanzchef betonte, dass keine Branche, seien das Versicherungen oder Banken, in der Lage sei, die Kosten einer globalen Krise wie der Coronavirus-Pandemie zu stemmen. „Dies ist eindeutig ein Risiko, das zu groß ist, als dass die Branche es selbst bewältigen könnte“, erklärte Dacey.

    „Es besteht ein Kumulationsrisiko, das selbst ein gut kapitalisiertes Unternehmen wie Swiss Re einfach nicht alleine bewältigen kann.“ Eine Rolle spielen könnten künftig Versicherungspools in Zusammenarbeit mit Regierungen, wie sie etwa bereits bei Terror-Risiken zur Anwendung kommen.

    Auch die Münchener Rück zeigt sich aufgeschlossen für einen öffentlich-privaten Sonderfonds zur Absicherung von Pandemie-Risiken.

    Für vorrangig hält es Dacey allerdings, sich für künftige globale Gesundheitskrisen zu rüsten. „Covid-19 ist ein schreckliches Ereignis, aber es wird nicht das letzte sein.“ Welche Kosten auf den Konzern noch zukommen, sei „mitten in der Pandemie“ nicht abzuschätzen, sagte Dacey.

    Mehr: Dividenden und umstrittene Personalie – Munich Re steht in der Kritik.

    • rtr
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