Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Wegen niedriger Zinsen Ergo stampft Lebensversicherungsgeschäft ein

Die Niedrigzinspolitik der EZB fordert ihr nächstes Opfer. Die Ergo will ab 2016 keine Lebensversicherungen mehr verkaufen. Sie ist damit nicht allein. Auch Zurich, Generali und Talanx steigen aus dem Geschäft aus.
07.09.2015 - 09:31 Uhr
Die niedrigen Zinsen in der Euro-Zone machen Anbietern von Lebensversicherungen wie der Ergo zu schaffen. Sie ziehen nun die Reißleine. Quelle: dapd
Ergo will Lebensversicherungen nicht mehr anbieten

Die niedrigen Zinsen in der Euro-Zone machen Anbietern von Lebensversicherungen wie der Ergo zu schaffen. Sie ziehen nun die Reißleine.

(Foto: dapd)

Frankfurt Mit Ergo verabschiedet sich ein weiterer großer Lebensversicherer in Deutschland von Policen mit lebenslangen Garantien. „Wir werden die klassischen Produkte zum Jahresende für das Neugeschäft weitgehend schließen“, sagte der für das Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft zuständige Vorstand Clemens Muth der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe). Sie seien für Ergo unprofitabel. Ergo – ehemals Hamburg-Mannheimer und Victoria – ist die Nummer fünf unter den deutschen Lebensversicherern. Ihre jährlichen Überschussbeteiligungen lagen in den vergangenen Jahren am unteren Ende der Rangliste.

Ergo-Vertreter sollten künftig nur noch Lebensversicherungen verkaufen, die sich stärker an der Entwicklung der Kapitalmärkte orientieren. Muth kritisierte die Geldpolitik: „Es ist nicht die Kernaufgabe eines Lebensversicherers, die Zinsrisiken der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) in seiner Bilanz aufzufangen“, sagte er der Zeitung. Lebenslange Garantien werde die Münchener-Rück-Tochter nur noch bei Sofort-Renten anbieten, bei denen Kunden große Summen angesparten Geldes auf einmal einzahlen.

Ergo war eines der ersten Unternehmen, die Policen ohne lebenslange Garantien eingeführt hatte, die bisher zusätzlich zu den klassischen Produkten angeboten wurden. Mit dem Komplettausstieg folgt Ergo dem Beispiel von Konkurrenten wie Zurich, Generali und Talanx. Sie reagieren damit auf die schärfere Regulierung („Solvency II“), nach der sie für langfristige Garantien mehr Eigenkapital zurücklegen müssen. Der unangefochtene Marktführer Allianz Leben bietet beide Varianten gleichzeitig an, setzt aber darauf, dass die Kunden verstärkt zu den renditestärkeren kapitalmarktnahen Produkten greifen.

Sind Lebensversicherungen noch zukunftsfähig?

  • rtr
Startseite
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%