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„Weltstandard“ Zurich-Chef fordert Eigenkapitalregeln für Versicherer

Während sich bei den Banken der Kapitalstandard „Basel III“ etabliert, herrscht bei den Versicherungen Wildwuchs. Das muss sich ändern, fordert Zurich-Chef Martin Senn – und bringt einen Zuschlag ins Spiel.
10.07.2013 - 17:45 Uhr 2 Kommentare
Zurich-Chef Martin Senn: „Regulatorische Fragmentierung können wir uns nicht auf Dauer leisten“. Quelle: dpa

Zurich-Chef Martin Senn: „Regulatorische Fragmentierung können wir uns nicht auf Dauer leisten“.

(Foto: dpa)

Zürich Martin Senn, Vorstandschef der Schweizer Versicherungskonzern Zurich Insurance Group, fordert einen weltweit einheitlichen Kapitalstandard für die Versicherungsbranche. „Die Industrie braucht solch einen Weltstandard“, sagte Senn in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Die regulatorische Fragmentierung können wir uns nicht auf Dauer leisten.“

Bei den Banken haben sich die Eigenkapitalregeln „Basel III“ als Weltstandard etabliert. In der Versicherungswirtschaft dagegen herrscht noch Wildwuchs. Selbst in der EU ist die Einigung auf einen als „Solvency II“ bezeichneten Standard noch nicht in Sicht.

Senn sieht nun in den geplanten Kapitalzuschlägen für systemrelevante Versicherer den Einstieg in ein weltweit einheitliches Regelwerk für die Assekuranz. Das Financial Stability Board (FSB) will eine Liste von Versicherern zusammenstellen, deren Zusammenbruch das gesamte Finanzsystem gefährden könnten. Um das zu vermeiden, sollen diese systemrelevanten Versicherer einen Extra-Kapitalpuffer vorhalten.

„Alle systemrelevanten Versicherer, egal aus welchem Land sie stammen, sollen einen Kapitalzuschlag vorhalten. Diese Zusatzreserve ist für mich der Einstieg in einen Weltstandard für Versicherer“, sagte Senn.

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    2 Kommentare zu "„Weltstandard“: Zurich-Chef fordert Eigenkapitalregeln für Versicherer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ein einheitlicher Kapitalstandard? Den Gedanken finde ich grundsätzlich gut, da er meiner Meinung nach indirekt und nachhaltig die Interessen der Versicherungsnehmer schützt. Und vor allem würde es am Ende für alle kostengünstiger werden.

      ABER: Wie soll das gehen? In unserer Welt gibt es Steuern, staatliche Versicherer und Kapitalzuschläge für ausländische Rückversicherer. Also völlig unterschiedliche Staatsinteressen.

      Die Märkte und Aufsichtssysteme sind einfach noch zu unterschiedlich. Es gelingt ja noch nicht mal in Europa, einheitliche Solvenz- bzw. Eigenkapitalregeln für Versicherer einzuführen. Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wann Solvency II ursprünglich eingeführt werden sollte.

      Und natürlich würden die großen Player von einem solchen Zuschlag langfristig profitieren. Ich glaube, dass wir nach Einführung von Solvency II noch viele Konsolidierungen sehen werden.

    • Den Einwand verstehe ich nicht.

      Frau König, Präsidentin der BAFin kommt aus der Versicherungswirtschaft. Und ausgerechnet die Versicherer sollten kein Eigenkapital für eigene Risiken zurücklegen?

      Das liegt offensichtlich daran, dass den Eigentümern eine Vorabdividende gesetzlich garantiert wird und die Versicherten das Risiko tragen. In diesem Verständnis ist die Argumentation von Frau König, die Versicherten um den Anspruch an den Bewertungsreseven zu enteignen, zu verstehen.

      Die Versicherungswirtschaft hat es geschafft eine Lobbyistin auf den Sessel zu heben! Das muss korrigiert werden. Ihre "europäischen Absichten" sind zu unterbinden. Ein zweiter Fall Asmussen darf sich nicht wiederholen.

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