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Skifahrer in Sportgastein:

Immer wieder kommt es zu Unfällen.

(Foto: RooM/Getty Images)

Versicherungen An welche Policen Ski- und Snowboardfahrer denken sollten

Mehr als 40.000 Deutsche verletzen sich jährlich beim Skifahren. Was Urlauber beachten müssen und welche Versicherungen für sie wichtig sind.
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FrankfurtEs sollte ein entspannter Urlaub zwischen den Jahren werden – doch es kam anders. Gemeinsam mit ihrem Freund war Nicola P. auf die Piste in den österreichischen Bergen gegangen. Die Sicht war gut, die Strecke schien nicht schwierig. Doch dann verdrehte sich die Hamburgerin, die nicht mit vollem Namen genannt werden möchte, bei einer Wende einen Fuß. Die Bindung des Skis löste sich zu spät, und schon als sie im Schnee lag, ahnte sie, dass sie mehr als nur eine kleine Blessur hatte. Wenige Stunden später lag Nicola P. bereits im Klinikum in Innsbruck. Die Diagnose, die ihre Urlaubsträume endgültig beendete: Bänderriss.

Jedes Jahr fahren Hunderttausende Deutsche in der Wintersaison in die Berge – und so manchem passiert Ähnliches wie der Hamburgerin. Mehr als 40.000 Deutsche verletzen sich nach Zahlen der Auswertungsstelle für Skiunfälle pro Saison. Mitunter muss dabei sogar die Luftrettung mit einem Helikopter ran.

Das kann vor allem im Ausland ein teures Nachspiel haben. In Deutschland werden Rettungseinsätze bei Verletzungen und Erkrankungen in der Regel zwar von der Krankenversicherung abgedeckt. Wenn es einen „krankenbehandlungsbedürftigen Hintergrund“ gibt, ist dies unabhängig davon, ob es sich um eine gesetzliche oder private Versicherung handelt. In anderen europäischen Ländern aber gilt das nicht uneingeschränkt. „In Österreich bleibt der Verunglückte in der Regel auf den Kosten für eine Luftrettung sitzen“, warnt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV).

Experten raten deshalb, sich, noch bevor die Skier für die erste Abfahrt gewachst werden, auch mit der Frage zu beschäftigen, welche Policen mit ins Gepäck gehören. Für Urlauber sei es besonders wichtig, die richtigen Versicherungen vor Reisebeginn abzuschließen, mahnt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Nur so könnten sich die Verbraucher im Fall eines Unglücks vor hohen Behandlungskosten und weiteren finanziellen Folgen schützen. Denn durchschnittlich rund 7 000 Skiunfälle pro Jahr enden im Krankenhaus. Ursache sind dabei häufig Kollisionen mit anderen Wintersportlern.

Folgende Versicherungen sind wichtig

Private Haftpflicht: Wintersportler sollten nicht ohne private Haftpflichtversicherung auf die Piste gehen, empfehlen Fachleute. Denn sie sichert Kosten finanziell ab, wenn bei einem Unfall auch andere zu Schaden kommen und entsprechende Ansprüche stellen. „Gerade Personenschäden können schnell in die Hunderttausende und mehr gehen und dadurch den finanziellen Ruin verursachen“, warnt Boss vom Bund der Versicherten.

Die Privathaftpflichtversicherung zahle im Schadenfall bei berechtigten Ansprüchen und kümmere sich zudem auch um die Abwehr unberechtigter Ansprüche – notfalls auch vor Gericht. Dennoch verzichtet in Deutschland nach Zahlen des Statistischen Bundesamts etwa jeder sechste Haushalt auf diese wichtige Police.

Unfallversicherung: Wintersportler sollten außerdem nicht ohne private Unfallversicherung auf die Piste gehen. Sie zahlt einen einmaligen Betrag oder eine dauerhafte Rente, wenn jemand durch einen Unfall eine fortwährende Beeinträchtigung seiner körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit erlitten hat. Unfallversicherungen gibt es bereits für Jahresbeiträge ab 40 Euro.

„Für Skifahrer eignen sich besonders Policen, die auch für etwaige Rettungs- und Bergungskosten aufkommen“, rät Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Denn die Bergung eines Verletzten kann schnell teuer werden, wenn dazu ein Helikopter benötigt wird. Auch Suchaktionen nach vermissten Wintersportlern oder ein Lawineneinsatz fallen nicht immer in den Bereich der Krankenversicherung. Selbst die private Krankenversicherung (PKV) springt bei der Erstattung der Bergungskosten nicht immer ein.

Verbraucher sollten bei den Policen jedoch die Deckungssummen im Auge haben. Oftmals sind diese zu gering bemessen und belaufen sich nur um 2 500 Euro. Der Versicherungsschutz sollte jedoch mindestens Bergungsaufwendungen von 10 000 Euro umfassen, raten Verbraucherschützer.

Auslandskrankenversicherung: „Für Wintersportvergnügen im Ausland ist die Auslandsreisekrankenversicherung unverzichtbar“, betont Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Die gesetzliche Krankenkasse bezahle nämlich die Behandlungskosten bestenfalls in der üblichen Höhe des Urlaubslandes, maximal aber das, was in Deutschland regulär wäre.

Gerade in den benachbarten Alpenländern ist der Leistungsumfang der Krankenkassen aber nicht so umfangreich wie hierzulande. So beteiligt sich die österreichische Krankenversicherung nur bei lebensbedrohlichen Verletzungen an den Rettungskosten bei Skiunfällen. Eine Auslandsreiseversicherung würde jedoch schon bei weniger drastischen Unfällen einspringen.

Zudem bezahlt sie auch den Rücktransport nach Hause. „Am besten ist es, wenn der Versicherer einen Rücktransport bereits dann zahlt, wenn er medizinisch sinnvoll und vertretbar ist“, empfiehlt Boss. Auch für Privatversicherte könnte ein solche Absicherung sinnvoll sein, insbesondere wenn die PKV keine Kosten für den Rücktransport übernimmt. „Zudem kann sie empfehlenswert sein, um einen Anspruch auf Beitragsrückerstattung nicht zu gefährden, oder wenn ein hoher Selbstbehalt vereinbart ist.“

Diebstahlversicherung: Hiervon raten die Versicherungsexperten meist ab. In der Regel seien die Verträge so gestaltet, dass die Assekuranzen nur zahlen, wenn das Material diebstahlsicher verschlossen war. Gerade das ist jedoch beim Skifahren faktisch kaum möglich – etwa während der Einkehr in einer Hütte. Zusatzpolicen wie etwa eine Sportgeräteversicherung lohnten sich meist nur dann, wenn es sich um wirklich hochwertiges Sportgerät handelt.

Skeptisch sehen die Experten auch die sogenannten Wintersportversicherungen, die über Reiseveranstalter angeboten werden. Diese Pakete fassen je nach Anbieter meist zusätzlich noch eine Rechtsschutz-, Sportgeräte- sowie Reiserücktrittsversicherung zusammen. Verbraucherschützer empfehlen jedoch, genau zu prüfen, ob dieser Schutz im Einzelfall wirklich nötig ist. Viele Verbraucher verfügten ohnehin schon über einzelne Policen und wären somit doppelt versichert. Das bringt jedoch gar nichts: Es bezahlt nämlich nur eine Versicherung, die andere hat Einnahmen ohne Risiko.

Bevor für Skifans jetzt wieder die schönste Zeit des Jahres beginnt, kann also ein Blick in den Versicherungsordner lohnen. Selbst die besten Sportler sind gegen einen waghalsigen Schwung, Fehler anderer Skifahrer oder ein unvorhergesehenes Hindernis nicht gefeit. Eine gute Vorsorge kann da Geld sparen. Letztlich rast jeder Ski- und Snowboarder die Pisten immer mit einem treuen Begleiter hinunter: dem Risiko, sich zu verletzen.

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