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Versicherungen Bätes nächster kleiner Wachstumsschritt für die Allianz

Der Allianz-Chef Bäte beschäftigt sich mit kleineren strategischen Zukäufen. Bald könnten die Münchener den brasilianischen Versicherer Sul America übernehmen.
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Sul America ist der zweitgrößte Versicherer in Brasilien. Bäte will die Versicherung kaufen und hat ein unverbindliches Angebot erhalten. Quelle: AFP
Oliver Bäte

Sul America ist der zweitgrößte Versicherer in Brasilien. Bäte will die Versicherung kaufen und hat ein unverbindliches Angebot erhalten.

(Foto: AFP)

MünchenDie Frage nach einem möglichen Megadeal gehört bei öffentlichen Auftritten von Oliver Bäte beinahe zum Standardrepertoire. Angesichts der vollen Kassen bei Europas größtem Versicherer wären schließlich auch Milliardensummen zu stemmen. „Mit einer Großübernahme hat sich die Allianz nicht wirklich beschäftigt“, wiederholte der Allianz-Chef allerdings erst kürzlich wieder.

Dafür beschäftigt sich Bäte umso intensiver mit kleinen und sehr strategischen Zukäufen in ganz bestimmten Regionen. Der nächste Abschluss könnte hier womöglich noch vor der Sommerpause in Brasilien erfolgen. Sul America, der zweitgrößte Versicherer im Land, hat einer Börsenmitteilung zufolge ein unverbindliches Angebot der Allianz für die Schaden- und Unfallversicherung sowie für den Kfz-Bereich erhalten.

Den Bereich Leben- und Krankenversicherung, der die stärksten Wachstumsraten in Brasilien hat, will Sul America behalten, hieß es. Für die Allianz wäre der Deal der Vorstoß in eine Region, in der das Unternehmen bisher nicht allzu stark ist. Der Konzern ist zwar in Europa eine Macht und beispielsweise auch in den USA und Australien sehr gut aufgestellt, in Südamerika selbst hat man jedoch Nachholbedarf.

Das liegt unter anderem auch daran, dass der Versicherungsmarkt dort sehr stark von Maklern bestimmt wird. Neulinge haben es dabei schwer, ein etablierter Name wie Sul America würde beim Markteintritt helfen. „Wir müssen künftig viel mehr in Netzwerken denken“, sagte Allianz-Chef Bäte im Februar bereits im Handelsblatt-Interview. Man werde in Zukunft viel mehr in eine sogenannte Plattformökonomie hineinlaufen, die neue Denkmodelle erfordere.

Für die Allianz wäre die Übernahme in Brasilien ein weiterer Schritt, diese Netzwerke zu erweitern. Erst Ende Mai meldete der Versicherer in Großbritannien gleich doppelten Vollzug. Für 274 Millionen Euro übernahm der Konzern dort die Sachversicherungssparte von Legal & General (L&G). Gleichzeitig flossen 654 Millionen Euro für die restlichen 51 Prozent am Sachversicherer Liverpool Victoria.

Damit wird die Allianz künftig zur Nummer zwei auf der Insel hinter Marktführer Prudential sein. Erst im vergangenen Jahr wurden zudem die verbleibenden Anteile am weltgrößten Rückversicherer Euler Hermes komplett übernommen. Veränderungen zeichnen sich bei der Allianz auch in Spanien ab. Dort hatte der Versicherer Ende Juni für rund eine Milliarde Euro seine Vertriebspartnerschaft mit der Banco Popular an Santander verkauft.

An diese Stelle könnte möglicherweise in Zukunft ein anderer Vertriebskanal treten. Schon fast ein Jahr halten sich Gerüchte, dass Spaniens zweitgrößte Bank BBVA ihre Versicherungssparte verkaufen will. Die Allianz wird dabei stets als ein möglicher Interessent genannt. Zuletzt waren die Gespräche jedoch ins Stocken geraten.

Angeblich sollen die Preisvorstellungen der Spanier nicht mit dem neuen Mehrjahresplan der Allianz korrelieren. Danach soll deren Ergebnis je Aktie jedes Jahr im Schnitt um fünf Prozent steigen. Der Zukauf der Sachversicherung von der brasilianischen Sul America würde hingegen gut ins Konzept passen. Im Gespräch ist angeblich ein Kaufpreis im unteren bis mittleren dreistelligen Millionenbereich, heißt es aus dem Umfeld der Allianz.

Mehr: Der deutsche Versicherungskonzern Allianz verkauft für fast eine Milliarde Euro sein Vertriebs-Joint-Venture an die spanische Großbank Santander.

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