Versicherungen Hannover Rück will Rekorddividende zahlen

Der Katastrophenspezialist Hannover Rück hat so viel verdient wie noch nie - trotz niedriger Zinsen und des Hurrikans „Sandy“. Die Dividende steigt daher deutlich. Davon profitiert vor allem der Versicherer Talanx.
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Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück. Quelle: dapd

Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück.

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HannoverDie Hannover Rück hat 2012 einen Rekordgewinn eingefahren. Der Überschuss stieg von 606 Millionen auf 858 Millionen Euro. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer steckte die Belastungen durch Hurrikan "Sandy" in den USA damit locker weg. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich 836 Millionen Euro erwartet.

Wegen des starken Gewinnanstieg wird die Dividende deutlich erhöht. Pro Aktie sollen nun 2,60 (2,10) Euro ausgeschüttet werden. Davon profitiert vor allem Großaktionär und Börsenneuling Talanx. Der Konzern folgt damit den größeren Konkurrenten Münchener Rück und Swiss Re, die nach glänzenden Geschäften ihre Aktionäre mit ebenfalls deutlich höheren Dividenden beglücken.

9500 Menschenleben und 122 Milliarden Euro
Klirrende Kälte in Brandenburg - Oder zugefroren
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Januar 2012: Kältewelle in Europa

Anfang letzten Jahres fröstelte ganz Europa. Ein ungewöhnlich eisiger Winter brach über den Kontinent ein und lähmte das Leben. Viele Obdachlose – besonders in den osteuropäischen Staaten – starben bei den zweistelligen Minusgraden. In den skandinavischen Ländern wurden nicht selten Temperaturen von Minus 40 Grad Celsius gemessen. Der Verkehr kam größtenteils zum Erliegen, hohe Sachschäden blieben allerdings aus.

Tornado
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März 2012: Tornadoserie in den USA

Tornados sind im Mittleren Westen der USA keine Ungewöhnlichkeit. Allerdings bildeten sich im letzten Frühjahr besonders viele Windhosen. Die Tornados wüteten vom 2. bis 4. März. Analysten des Rückversicherers Münchner Rück errechneten, dass in dieser Zeit ein Schaden von etwa fünf Milliarden US-Dollar entstand. Insgesamt fielen dem Sturm 39 Menschen zum Opfer.

Berlusconi möchte G8-Gipfel ins Erdbebengebiet verlegen
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Mai 2012: Erdbeben in der italienischen Region Romagna

Östlich der Stadt Modena ereignete sich von Mai bis Juli eine ganze Serie von Erdstößen. In dem moderat erdbebengefährdeten Gebiet erreichten die schwersten Beben am 20. und 29. Mai Werte von 5,9 am 20. und 5,8 am 29. Mai auf der Richterskala. In der Region wurden zahlreiche Gebäude, darunter viele kulturhistorisch bedeutsame Bauten, zerstört. In den vielen kleineren Gewerbegebieten der ländlichen Region wurden viele Betriebe beschädigt. Der entstandene Schaden wurde auf 16 Milliarden US-Dollar beziffert, der versicherte Schaden dagegen lag bei 1,6 Mrd. US-Dollar.

Rueckblick 2012
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Sommer 2012: Dürre in den USA

Nach der Tornadoserie setzte eine Dürre den Menschen im Mittleren Westen der USA zu. Die als Kornkammer des Landes bekannte Region erlebte 2012 den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1895. Die Hitze trocknete die Hälfte der gesamten Agrarfläche der USA aus. Die Ernteausfälle waren gravierend. Circa 20 Milliarden Dollar betrug der Schaden.

Flash floods hit the southern Russian, Krasnodar region
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Juli 2012: Flutkatastrophe in Krasnodar

Außergewöhnlich starke Regenfälle verursachten Überschwemmungen in der Region von Krasnodar, die 170 Menschenleben forderten. Die meisten Opfer hatten Bewohner der Stadt Krymsk zu beklagen. Mindestens 150 Menschen kamen dort bei einer Flutwelle ums Leben.

REUTERS NEWS PICTURES - IMAGES OF THE YEAR 2012
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Oktober 2012: Hurrikan Sandy

Groß war der Aufruhr rund um den Atlantiksturm Sandy, der die Mega-City New York heimsuchte. Allerdings blieben die wirklichen Opfer des Sturm unbeachtet. Denn während Sandy in New York für ein paar Überschwemmungen in der Innenstadt, Stromausfälle und zerstörte Häuser an der Küste sorgte, starben in Jamaika, Haiti und Kuba rund 80 Menschen.

Naturkatastrophen-Bilanz 2012
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Insgesamt fielen dem Sturm 210 Menschen zum Opfer. In der Schadensstatistik 2012 belegt Hurrikan Sandy den Spitzenplatz. Insgesamt belief sich die Schadenssumme auf etwa 50 Milliarden US-Dollar. Selbst nach der langen Strecke bis nach Kanada verursachte der Sturm im nordamerikanischen noch Schäden in Höhe von 100 Millionen Dollar. Ohne diesen außergewöhnlichen Sturm wäre 2012 ein sehr schadenarmes Jahr gewesen.

Für das laufende Jahr geht Hannover-Rück-Chef Ulrich Wallin eher von einem Nettogewinn von 800 Millionen Euro aus, wie er bekräftigte. Er hatte zuletzt über einen zunehmenden Wettbewerb im Markt geklagt, der auf die Preise drücke.

Trotz des im Berichtsjahr weiter gesunkenen Zinsniveaus übertraf die Kapitalanlagerendite für die selbstverwalteten Kapitalanlagen mit 4,3 Prozent den Zielwert von 3,5 Prozent merklich. Die selbstverwalteten Kapitalanlagen wuchsen im Wesentlichen aufgrund der positiven operativen Mittelzuflüsse auf nunmehr 31,9 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresende. Inklusive der Depotforderungen erhöhte sich das Kapitalanlagevolumen des Versicherers auf 46,6 Milliarden Euro.

Wegen des schadenreichen Jahres 2011 hatte der Konzern höhere Preise durchsetzen können. Die Prämieneinnahmen stiegen daher unerwartet stark um 14 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro. Bis auf Hurrikan "Sandy" und die Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" blieben Großschäden dann aber aus. Das bedeutete: Die Schadenbelastung halbierte sich auf 478 Millionen Euro.

Die im Börsenindex MDax gelisteten Hannover-Rück-Aktien legten zwei Prozent auf 62,50 Euro zu. "Starke Zahlen", urteilte Equinet-Analyst Philipp Häßler. Die Prognose für 2013 sei eher vorsichtig. "Dass Hannover Rück einen Teil der Dividende als Bonus deklariert, könnte ein bisschen enttäuschen, weil es impliziert, dass die drei Euro nicht aufrechtzuerhalten sind", erklärte DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel.

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Hannover-Rück-Chef Wallin hatte schon nach der Erneuerungsrunde im Januar, bei der die Prämien für das neue Jahr verhandelt werden, mehr Gegenwind festgestellt. Wegen des schadenarmen Jahres 2012 fiel es allen Rückversicherern schwerer, bei ihren Kunden - den Erstversicherern - höhere Preise durchzusetzen.

Für 2013 erwartet Hannover Rück auf Basis konstanter Wechselkurse deshalb ein verlangsamtes Wachstum der Prämieneinnahmen von rund fünf Prozent. 2012 hatte das Wachstum noch 9,5 Prozent betragen. Als Kapitalanlagerendite strebt das Unternehmen 2013 einen Wert von 3,4 Prozent an.

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