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Versicherungsbranche Bafin hat keine Bedenken bei Verkauf von Generali-Lebensversicherungen

Generali will vier Millionen Lebensversicherungen an den Abwickler Viridium verkaufen. Trotz Warnungen von Verbraucherschützern hat die Finanzaufsicht keine Einwände.
Update: 09.04.2019 - 19:25 Uhr 1 Kommentar
Der Versicherer hat Probleme dabei, seine Zinsversprechen der Vergangenheit zu erwirtschaften. Quelle: AFP
Generali-Gebäude

Der Versicherer hat Probleme dabei, seine Zinsversprechen der Vergangenheit zu erwirtschaften.

(Foto: AFP)

Frankfurt, München Die Nachricht der Börsenaufsicht Bafin kam überraschend. Am Dienstagnachmittag teilte die Behörde mit, dass sie keine Einwände gegen den Verkauf von rund vier Millionen Lebensversicherungsverträgen der deutschen Generali an den Abwickler Viridium hat. „Die Bafin hat sich davon überzeugt, dass im Falle des geplanten Erwerbs der Generali Lebensversicherungs AG durch die Viridium Gruppe die Belange der Versicherten ausreichend gewahrt sind“, hieß es in einer kurzen Stellungnahme der Behörde.

Mit dem Verkauf wird die bisher größte Veräußerung von Lebensversicherungsbeständen in Deutschland perfekt gemacht. Der Deal war allerdings in der Politik und bei Kunden umstritten, da Viridium mehrheitlich im Besitz von Finanzinvestoren ist. Die Finanzaufsicht Bafin hatte im vergangenen Juli eine intensive Prüfung angekündigt. Ein Dreivierteljahr später steht nun die Entscheidung.

Die deutsche Tochter des italienischen Versicherers hatte im Sommer 2017 erstmals davon gesprochen, die Verträge eventuell an eine externe Run-off-Plattform weiterreichen zu wollen. Diese Firmen haben sich auf die Abwicklung von Lebensversicherungen spezialisiert. Dabei werden keine neuen Verträge mehr geschlossen, bestehende aber fortgeführt.

Umstrittener Deal

Manche Experten bleiben trotzdem weiter skeptisch. „Die Generali lässt ihre Kunden im Regen stehen“, kritisierte Gerhard Schick, Vorstand der Bürgerbewegung Finanzwende, die Bafin-Entscheidung. Es sei sehr fraglich, ob eine Abwicklungsplattform eine ebensolche Stabilität aufweisen könne wie Generali. Der Deal bleibt damit ein Politikum.

Denn mit ihm stößt der umstrittene Verkauf von alten Lebensversicherungspolicen in Deutschland in eine neue Dimension. Generali Deutschland behält zwar 10,1 Prozent der Anteile, und der Konzern übernimmt für 275 Millionen Euro für fünf Jahre das Management der Kapitalanlagen für Generali Leben. Generali prüft zudem, sich mit zehn Prozent an Viridium selbst zu beteiligen. „Das werden wir auch tun“, sagte Generali-Chef Philippe Donnet Anfang des Jahres im Handelsblatt-Interview.

Bisher haben professionelle Abwickler wie Viridium, Athora und Frankfurter Leben in Deutschland nur eine Handvoll kleinerer Lebensversicherungsbestände übernommen. Der Versicherer Ergo hatte den Verkauf zweier Portfolios mit sechs Millionen Verträgen wegen des negativen Echos im vergangenen Herbst in letzter Sekunde gestoppt.

Spätestens mit dem Generali-Deal ist das Tabu um den Verkauf gefallen. Experten halten es für möglich, dass nun weitere Lebensversicherer einen solchen Schritt prüfen werden. Denn für viele sind die alten Policen zum Ballast geworden. So legte das Bundesfinanzministerium erst vor wenigen Monaten offen, dass 34 der 85 deutschen Lebensversicherer unter intensivierter Aufsicht stünden, weil sonst „mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten“ drohen könnten.

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1 Kommentar zu "Versicherungsbranche: Bafin hat keine Bedenken bei Verkauf von Generali-Lebensversicherungen"

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  • Es gibt ein Gesetz für Lebensversicherungen, die in Deutschland verkauft werden. Die Zahlungen müssen dies respectieren.Es gibt ältere Bespiele ( Equitable ), wo die Firmen keinen deutschen Sitz mehr haben. Probleme entstehen ev. mit den Zugewinn.

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