Versicherungsfeier Sex-Party in Budapest kostete 83.000 Euro

Stolze 83.000 Euro hat die Sex-Party der Hamburg-Mannheimer gekostet - das gestand nun der Chef des Düsseldorfer Versicherungskonzerns Ergo, Torsten Oletzky (44). Der ganzen Firma sei das heute „unglaublich peinlich“.
Kommentieren
Viel Geld für besondere Dienstleistungen: 83.000 Euro hat die Hamburg-Mannheimer für ihre Party im Gellert-Bad ausgegeben. Quelle: dpa

Viel Geld für besondere Dienstleistungen: 83.000 Euro hat die Hamburg-Mannheimer für ihre Party im Gellert-Bad ausgegeben.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie umstrittene Party war 2007 von der inzwischen zur Ergo-Gruppe gehörenden Hamburg-Mannheimer in Budapest ausgerichtet worden. Wie Recherchen des Handelsblatt ergaben, hatte der Versicherungskonzern die ausschweifende Feier mit Prostituierten organisiert, um die 100 tüchtigsten Versicherungsvertreter für ihre Leistungen zu belohnen. Teilnehmer berichteten dem Handelsblatt, die offenbar attraktivsten Frauen mit weißen Bändchen seien für den Vorstand und die allerbesten Vertriebler reserviert gewesen.

Wie Herr Kaisers Truppe in Budapest feierte
ScanImage001
1 von 12

Eigentlich motiviert die Mitarbeiterzeitung die Beschäftigten der Munich Re-Tochter Hamburg Mannheimer mit anderen Themen. Das Cover der Ausgabe vom Juli 2007, in der über die Lustreise berichtet wird, stellt das Thema Vertrauen in den Fokus.

ScanImage1001
2 von 12

Doch diesmal hatten die Macher der Unternehmenspostille mehr zu tun, als über Vertrauen und Qualität zu berichten. „Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht“, hieß es in der entsprechenden Ausgabe. "Oder aber, sie sind so abgefahren, so sagenhaft und unbeschreiblich, dass es sie beinahe gar nicht geben dürfte.“

gruppenbild
3 von 12

Von einer Reise nach Budapest wurde dort geschwärmt: "Damit kann nichts und niemand mithalten, und genau darum ist es ja auch so wunderbar, ein HMI-Freak zu sein." (Die Gesichter hat Handelsblatt Online unkenntlich gemacht)

gellert3
4 von 12

Die Reise führte Herrn Kaisers Truppe in die historische Gellert-Therme der ungarischen Hauptstadt. Wo sich die Städter bereits im 13. Jahrhundert entspannten, finden heute so genannte "Wassernächte" statt.

party-total
5 von 12

Für die HMI-Mitarbeiter sollte es in Budapest "Party total" sein (Ausriss aus der Mitarbeiterzeitung).

gellert
6 von 12

Auf der Abendveranstaltung in den Gellertthermen sollen bis zu hundert Prostituierte gewesen sein. Das Unternehmen spricht dagegen von etwa zwanzig.

Den Mitarbeitern zufolge "kamen die Damen und zeigten uns, was sie zu bieten hatten." Sogar von mit Tüchern verhängten Himmelbetten, die rechts und links der Quellen aufgestellt waren, berichteten die Mitarbeiter.

(Anm. der Redaktion: Die Aufnahme zeigt eine "Wassernacht")

gellert2
7 von 12

Wer kein Bett abbekam, wich auf den Pool aus. Die Mitarbeiterzeitung schrieb später süffisant: "Wer diesmal seine Badehose vergessen hatte, der hatte selbst Schuld." Ein Skandal.

„Besagte Abendveranstaltung“ habe im Rahmen einer dreitägigen Reise stattgefunden, sagte Oletzky dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äußern, „da wir die Details noch untersuchen“. Die Darstellungen variierten stark. In jedem Fall sei die Veranstaltung jedoch „ein grober Fehler“ und schon damals „ein krasser Verstoß“ gegen die Unternehmensregeln gewesen.

Viele selbstständige Vertreter, die damals an der Reise teilgenommen hätten, seien noch für Ergo tätig, sagte Oletzky. „Es wird schwer zu rekonstruieren sein, wer was auf dieser Reise getan hat. Außerdem ist die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung allein kein Grund, personelle Konsequenzen zu ziehen. Man kann das moralisch verurteilen - aber das wirklich gravierende Vergehen ist, dass damals Verantwortliche aus unserem Unternehmen so etwas organisiert haben.“

Diese hätten das Unternehmen aber mittlerweile verlassen. Auf die Frage, ob die Versicherung gegen die damals Zuständigen vorgehen wolle, sagte Oletzky: „Wir prüfen das zumindest.“

  • dpa
Startseite

0 Kommentare zu "Versicherungsfeier: Sex-Party in Budapest kostete 83.000 Euro"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%