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Versicherungstest Welche privaten Versicherungen die besten Renten bringen

Allein die gesetzliche Rente reicht vielen nicht. Können private Policen die Lücke füllen? Das Handelsblatt-Ranking zeigt die besten Anbieter.
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Private Vorsorge ergänzt staatliche Leistungen. Quelle: Stone/Getty Images
Abgesichert im Alter

Private Vorsorge ergänzt staatliche Leistungen.

(Foto: Stone/Getty Images)

KölnEs ist ein Hoffnungsschimmer: Die Talfahrt der Zinsen, die Versicherer für private Rentenversicherungen zahlen, scheint vorerst beendet. Jahrelang mussten Versicherte hinnehmen, dass erhoffte Überschüsse, die ihre Altersvorsorge aufstocken sollen, dahinschmolzen wie Schnee.

Nun verkündeten große Gesellschaften, darunter der Marktführer Allianz, die laufende Verzinsung zumindest stabil zu halten. Bei zwei Gesellschaften bekommen die Kunden sogar wieder mehr Zinsen.

Längst ist klar: Die gesetzliche Rente wird vielfach kaum ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Private Rentenpolicen könnten die Versorgungslücke schließen, werben die Versicherungsunternehmen. Schließlich bieten sie eine monatliche Zahlung bis zum Tod.

Im Gegensatz zu anderen Formen der privaten Vorsorge – wie der Rürup-Rente, den Riester-Verträgen oder der betrieblichen Altersvorsorge – fördert der Staat die rein privaten Policen allerdings nicht direkt.

Die Zinsflaute hat private Rentenversicherungen seit Jahren unter Druck gesetzt: In der klassischen Form legen Gesellschaften die Beiträge ihrer Versicherten in besonders sicheren Anlageformen an und garantieren dafür einen vorgeschriebenen Mindestzinssatz.

Die besten privaten Rentenversicherungen

Der ist mit 0,9 Prozent aktuell sehr niedrig. „Viele Versicherungen haben sich aus diesem Geschäft zurückgezogen und stattdessen zahlreiche neue Produkte auf den Markt gebracht“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur Franke und Bornberg.

Verbraucherschützer kritisieren die privaten Rentenversicherungen in ihren verschiedenen Varianten als zu teuer. „Ein Abschluss kann sich dennoch lohnen“, entgegnet Franke und verweist auf die stetig steigende Lebenserwartung. Risiko: Das Ersparte geht irgendwann aus. „Dagegen kann man sich am besten mit einer privaten Versicherung absichern, die ein Leben lang zahlt“, sagt er.

Im Vergleich zu staatlich geförderten Versicherungen seien die Policen außerdem flexibler. Der Versicherte könne sich etwa in der Regel das angesparte Kapital wahlweise auf einen Schlag auszahlen lassen.

Transparenz auf dem Prüfstand

Das Analysehaus hat im Auftrag des Handelsblatts verschiedene Varianten der privat finanzierten Rentenversicherung genau unter die Lupe genommen, mit einem Fokus auf klassische Policen mit Indexbeteiligung und hybride Produkte mit 80-prozentiger Garantie. Die Analysten haben verglichen, wie flexibel und transparent die Vertragsbedingungen sind, dann das Produktkonzept bewertet und berechnet, welche monatlichen Renten bei welchem Anbieter möglich sind.

Für den Vergleich wählte Franke und Bornberg diesen Musterfall: Eine 32-jährige Person zahlt für 35 Jahre jeden Monat 100 Euro ein. Stirbt sie in dieser Zeit, würde das bis dahin angesammelte Vertragsguthaben zurückgezahlt. Beim Tod innerhalb der ersten zehn Jahre der Rentenphase bekämen Angehörige die vereinbarte Rente für die ersten zehn Jahre abzüglich geleisteter Beträge ausgezahlt.

Doch welches Produkt eignet sich für wen? „Bei der Auswahl zählt vor allem, wie risikobereit der Verbraucher ist“, sagt Franke. Bei klassischen Tarifen ist die Auswahl noch immer besonders groß – auch, wenn die Zahl der Neuabschlüsse zurückgeht. Die eingezahlten Prämien legen die Assekuranzen im sogenannten Sicherungsvermögen mit sehr niedrigem Risiko an.

Das Ranking zeigt: Manche Anbieter schaffen es trotz der Mindestverzinsung nicht einmal, die im Musterfall eingezahlten 42.000 Euro zu garantieren. Die Mindestauszahlungen der verschiedenen Gesellschaften liegen bei klassischen Policen fast um 10.000 Euro auseinander. „Diese Unterschiede zeigen, wie stark die Kosten einzelner Versicherer auseinanderklaffen“, sagt Franke.

Auf die Mindestverzinsung kommen allerdings in der Regel noch Überschussbeteiligungen, die die Rente deutlich erhöhen können.

Neue Varianten für mehr Rendite

Um den Kunden bessere Renditen zu ermöglichen, verkaufen die Versicherungen weitere Produkt‧arten. In der „neuen Klassik“, so der Fachjargon, etwa verzichtet der Kunde auf den Garantiezins, sicher sind nur die eingezahlten Beiträge.

Die legt der Versicherer im Sicherungsvermögen an. Da er weniger Zinsen sicherstellen muss, hat er mehr Spielraum, das Kapital gewinnbringend anzulegen, so die Idee. Die Renten liegen, wenn man die Überschüsse berücksichtigt, aktuell im Schnitt jedoch nur leicht über denen der klassischen Policen.

Besonders gefragt sind Tarife, die klassische Modelle mit der Anlage in Fonds verknüpfen. Über 1,2 Millionen Verträge dieser Art wurden laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Jahr 2017 verkauft – von insgesamt knapp zwei Millionen privat finanzierten Rentenversicherungen.

Durch die neuen Geschäftsmodelle lohne sich die private Rentenversicherung mehr denn je, wirbt die Allianz. Der Konzern siegt in der Kategorie der Indexpolicen. Die garantierten Beiträge legt der Versicherer auch hier im Sicherungsvermögen an.

Manche Anbieter garantieren die volle Höhe der eingezahlten Beiträge, andere ziehen anfallende Kosten ab. Überschüsse verwenden die Gesellschaften, um bei Banken Optionen auf einen Indexfonds zu kaufen. „Wenn sich der Index im Wert steigert, wirkt das wie ein Hebel auf das gesamte Kapital des Kunden, nicht nur auf die Überschüsse“, erklärt Franke.

Dadurch seien deutlich höhere Renten möglich: Bei einer jährlichen Rendite von sechs Prozent winken dem Versicherten im Musterfall des Rankings mindestens 319 Euro und bestenfalls 390 Euro Rente im Monat. Zum Vergleich: Bei den klassischen Policen kann man laut Ranking aktuell, Überschüsse eingerechnet, mit monatlichen Renten zwischen 154 und 231 Euro rechnen.

„Verbraucherschützer und Anbieter sind allerdings unterschiedlicher Auffassung, was Chancen und Risiken angeht“, sagt Michael Franke. Denn die Policen mit Indexbeteiligung seien sehr komplex. „Nur wenige Kunden können vollständig nachvollziehen, was mit ihrer Investition genau passiert“, so Franke. Zudem sei kaum absehbar, mit welcher Rente der Versicherte über die garantierten Zusagen hinaus rechnen kann.

Eine andere aufstrebende Produktklasse reduziert die Sicherheit, um höhere Renditen zu ermöglichen: Bei hybriden Tarifen schichten die Gesellschaften das Kapital regelmäßig zwischen Fonds und Sicherungsvermögen um. In einigen Policen sind alle eingezahlten Beiträge garantiert, in anderen nur 80 Prozent.

Wenn eine Versicherung weniger Kapital garantieren muss, sind auch die Vorschriften bei der Anlage weniger streng. Auch bei hybriden Versicherungen mit 80-prozentiger Garantie siegt im Ranking die Allianz. „Mit der aktuellen Tarifgestaltung können wir das Geld der Kunden chancenreicher anlegen“, sagt Volker Priebe, Produkt-Vorstand der Allianz Lebensversicherung.

Doch je größer der Fonds-Anteil, desto höher sind in der Regel auch die Kosten für die Kunden. Deshalb sind in den Modellrechnungen die Renten bei voller Beitragsgarantie bei gleichen Annahmen zur Fonds-Entwicklung zum Teil höher als in Tarifen, die nur 80 Prozent garantieren.

„Allerdings ist es wahrscheinlich, dass Letztere auch eine höhere Rendite erwirtschaften und sich deshalb durchaus lohnen können“, ordnet Franke ein. Garantiert sind bei den Tarifen zwischen gut 90 und 101 Euro im Monat. Bei einer Jahresrendite von drei Prozent schwanken die Renten zwischen 137 und 191 Euro, bei sechs Prozent sind 180 bis 296 Euro drin.

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