Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Verwechslungsgefahr Online-Bezahldienst Sofortüberweisung klagt gegen Sofort-Pay

Der Zahlungsverkehr im Internet ist hart umkämpft. Gegen die ähnliche Marke des Konkurrenten Sofort-Pay setzt sich der Pionier jetzt per Gericht zur Wehr.
Kommentieren
Der Bezahlablauf bei Sofort-Pay funktioniert analog zum Angebot von Sofortüberweisung. Quelle: Screenshot
Sofort-Pay

Der Bezahlablauf bei Sofort-Pay funktioniert analog zum Angebot von Sofortüberweisung.

(Foto: Screenshot)

Der Bezahldienst „Sofortüberweisung“ verklagt seinen Konkurrenten „Sofort-Pay“. Dieser verstoße gegen das Markengesetz und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Das teilte Sofortüberweisung am Montag mit, die Klage wurde bereits am 2. Oktober beim Landgericht München eingereicht.

Wer gelegentlich im Internet einkauft, dürfte Sofortüberweisung kennen. Kunden können damit schon seit etlichen Jahren schnell und einfach online bezahlen, indem sie dem Anbieter kurzfristig Zugriff auf ihr Konto gewähren.

Sofort-Pay dagegen ist erst in diesem Sommer gestartet und stammt von dem Start-up FintecSystems. Das Angebot ist das gleiche und der Name beinahe auch – das will sich der Pionier Sofort GmbH nicht gefallen lassen.

Die Sofort GmbH wurde 2005 gegründet und gehört seit 2014 zum schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna. Der Anbieter steht unter anderem in Konkurrenz zum US-Bezahldienst Paypal. Laut Online-Payment-Studie des Handelsforschungsinstituts EHI entfielen in Deutschland zuletzt drei Prozent der Umsätze auf die Zahlungsart Sofortüberweisung.

Das klingt wenig, doch auf Amazon Pay entfiel nur ein Prozent und Paydirekt, ein Angebot der deutschen Kreditwirtschaft, tauchte in der Statistik noch gar nicht auf. Beliebteste Bezahlmethode der Deutschen ist laut der Studie noch immer die Rechnung mit 28 Prozent der Umsätze. Darauf folgen die Lastschrift und Paypal mit jeweils rund 20 Prozent.

Das Start-up FintecSystems wurde 2014 gegründet – pikanterweise von zwei ehemaligen Managern der Sofort GmbH: Stefan Krautkrämer war als COO für das operative Geschäft zuständig und Dirk Rudolf als CIO für die IT.

Auf der Internetseite ihres Unternehmens verweisen die beiden auf ihre 13-jährige Erfahrung im Bereich des API-Bankings, also dem Datenaustausch zwischen Dienstleistern und Bankkonten über Schnittstellen. Dabei nennen sie auch explizit ihre Stationen bei der Sofort GmbH und die Startpunkte der verschiedenen Produktvarianten.

Auf Anfrage des Handelsblatts zeigte sich Stefan Krautkrämer, Geschäftsführer von FintecSystems, von der Klage und „insbesondere vom Zeitpunkt“ überrascht. „Wir befinden uns seit einigen Wochen in konstruktiven Gesprächen mit der Klarna AB zur Thematik und bedauern daher diese Klage.“

Diese liege ihm erst Ende der vergangenen Woche vor. Nach wie vor sei er an einer „konstruktiven Lösung“ interessiert und arbeite weiter intensiv daran. Nach Eingang der Klage würden aktuell auch die rechtlichen Schritte geprüft.

Bisher hatte sich FintecSystems auf Kontoanalysen konzentriert. Nach Zustimmung der Kunden scannt das Unternehmen ihre Kontotransaktionen und liefert Banken und anderen Finanzdienstleistern Eckdaten zur Bewertung der Kreditwürdigkeit. „Kerngeschäft der FintecSystems GmbH sind Kontoinformations- und analysedienste sowie ein Whitelabel Zahlungsdienst“, so Krautkrämer. SofortPay sei „nur ein Anwendungsfall der FintecSystems GmbH Leistungen“.

Ob es zu einer Ko-Existenz von Sofortüberweisung und Sofort-Pay kommen wird, müssen nun die Gerichte entscheiden. Für die Sofort GmbH ist die Sache klar: „Die deutschen Konsumenten kennen und vertrauen der Bezahlmethode Sofortüberweisung seit Jahren – die Nutzung eines ähnlich klingenden Namens für eine Bezahllösung durch FintecSystems ist wie in der Klageschrift begründet irreführend und bietet Verwechslungsgefahr“, so der Zahlungspionier. FintecSystems mache „Gebrauch vom guten Ruf der Sofortüberweisung“.

Sofort-Pay ist nicht das einzige Unternehmen, das die Sofort-Überweisung nachahmt. Das schwedische Start-up Trustly bietet einen solchen Bezahldienst ebenfalls seit kurzem in Deutschland an. Ob solche Anbieter in dem hart umkämpften Markt erfolgreich sein können, ist aber fraglich. Insbesondere die US-Konkurrenz ist enorm.

Mit dem Deutschlandstart von Google Pay und – in Kürze – Apple Pay treten neben Paypal zwei weitere Tech-Konzerne in das Geschäft ein. Zwar werden Google Pay und Apple Pay meist in erster Linie in Zusammenhang mit mobilem Bezahlen per Smartphone genannt, mit beiden Diensten können Nutzer aber auch in Apps und Online-Shops bezahlen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Verwechslungsgefahr - Online-Bezahldienst Sofortüberweisung klagt gegen Sofort-Pay

0 Kommentare zu "Verwechslungsgefahr: Online-Bezahldienst Sofortüberweisung klagt gegen Sofort-Pay"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.