Verwicklung in Hypothekenkrise Wells Fargo muss 1,2 Milliarden Dollar an US-Regierung zahlen

Die US-Großbank Wells Fargo muss wegen ihrer Verwicklung in die Hypothekenkrise 1,2 Milliarden Dollar an die US-Regierung zahlen. Die Bank erkannte an, bei der Vergabe von Krediten unverantwortlich gehandelt zu haben.
Wells Fargo einigte sich mit der US-Regierung auf eine Strafzahlung. Quelle: Reuters
Wells Fargo

Wells Fargo einigte sich mit der US-Regierung auf eine Strafzahlung.

(Foto: Reuters)

New York Altlasten aus der globalen Finanzkrise haben die US-Bank Wells Fargo eingeholt. 1,2 Milliarden Dollar (1,05 Milliarden Euro) muss die US-Großbank wegen ihrer Verwicklung in die Hypothekenkrise an die US-Regierung zahlen. Die Bank einigte sich mit der Regierung auf die Strafzahlung, um mehrere Rechtsverfahren wegen Versäumnissen im Zusammenhang mit faulen Immobilienkrediten beizulegen, wie das US-Justizministerium am Freitag mitteilte. Demnach erkannte Wells Fargo an, bei der Vergabe der Kredite unverantwortlich gehandelt zu haben.

Laut dem Justizministerium verschwieg die Bank den Behörden zwischen Mai 2001 und Dezember 2008, dass tausende ihrer Immobilienkredite faul waren. Als die Kreditnehmer diese Kredite während der US-Hypothekenkrise 2008 nicht mehr bedienen konnten, mussten die Steuerzahler dafür haften. Die Bank habe "fahrlässig" gehandelt, als sie die faulen Kredite nicht meldete in der Annahme, dass der Staat im Fall eines Kreditausfalls einspringen würde, kritisierte das Justizministerium.

So sehr schmieren Investmentbanken weltweit ab
Investmentbanken mit extremem Durchhänger
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Die Kursturbulenzen im ersten Quartal haben den Einnahmen von Investmentbanken immens geschadet. Zum Jahresbeginn waren die Kurse an den Aktienmärkten weltweit eingebrochen, Firmenübernahmen und Börsengänge wurden aufs Eis gelegt, Bankkunden handelten wegen der immensen Kursschwankungen weniger mit Wertpapieren.

Frankfurter Skyline
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Nach Daten des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters fielen die Erträge im Investmentbanking weltweit um 28,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro – ein schwächeres Quartal hatte es zuletzt Anfang 2009 gegeben. Goldman Sachs hat den Spitzenplatz abgeben müssen.

Das Ranking umfasst aber nur das Geschäft mit der Ausgabe neuer Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Krediten sowie der Beratung bei Fusionen und Übernahmen – nicht etwa das Handelsgeschäft, in dem etwa die Deutsche Bank sehr stark ist.

Platz 15: Rothschild
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Traditionell ist das erste Quartal das stärkste für die meisten Investmentbanken, daher schlägt der Umsatzrückgang besonders ins Kontor. Unter den Top-20-Banken weltweit findet sich nur eine, die bei den Erträgen im 1. Quartal 2016 zulegen konnte.

Laut Thomson Reuters betrugen die Einnahmen von Rothschild 234 Millionen Dollar, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – dadurch sprang die Bank um sieben Plätze im Ranking nach oben.

Platz 12: UBS
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Die Schweizer Großbank UBS erwischte ein Quartal, in dem es noch stärker abwärts ging als im Branchenschnitt: Die Einnahmen im Investmentbanking schrumpften um 39,1 Prozent auf 279 Millionen Dollar. Damit konnte die Bank Platz 12 verteidigen, knapp vor HSBC (minus 41,9 Prozent) und BNP Paribas (minus 30,8 Prozent).

Platz 10: RBC Capital Markets
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Die kanadische Investmentbank RBC Capital Marktes (Foto: Werbestand auf einer Automesse) ist das erste Institut in den Top 10, mit knappem Vorsprung vor der Mizuho Financial Group auf Rang 11. Bei RBC schrumpfte das Geschäfts so stark wie der Gesamtmarkt (minus 28,5 Prozent) auf 345 Millionen Dollar.

Platz 9: Wells Fargo
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Die Bank mit Sitz in Kalifornien hält mit Erträgen von 401 Millionen Dollar (minus 34,3 Prozent) ihren Platz und liegt nur knapp hinter der größten deutschen Investmentbank.

Platz 8: Deutsche Bank
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Das Geschäft der Deutschen Bank schrumpft unter den Top 10 der Investmentbanken am stärksten: minus 44,5 Prozent. Die Einnahmen von 498 Millionen Dollar stammen fast zur Hälfte aus dem Anleihegeschäft. Die Bank büßt zwei Plätze auf Rang acht ein.
Einer Analyse des Marktbeobachters Coalition Group zufolge war die Deutsche Bank im vergangenen Jahr – inklusive des Handelsgeschäfts – die fünftgrößte Investmentbank der Welt, in dieser Rangliste ging es ebenfalls zwei Plätze abwärts.
Hier lesen Sie eine Analyse zur Lage des Investmentbankings der Deutschen Bank.

Wells Fargo habe „riesige Gewinne“ aus den Krediten gezogen, während die Regierung einstehen musste, als die Kredite platzten, kritisierte der US-Staatsanwalt Preet Bharara. Die Bank erklärte, die Vereinbarung erlaube ihr, den Rechtsstreit hinter sich zu lassen. Sie habe für die Strafzahlung Rückstellungen gebildet. Vor Wells Fargo waren bereits eine Reihe von Großbanken wegen ihres Fehlverhaltens in der Hypothekenkrise zu Strafzahlungen gezwungen worden.

  • afp
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