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Viertgrößte deutsche Sparkasse Frankfurter Sparkasse will mehr Strafzinsen verlangen

Die viertgrößte deutsche Sparkasse sieht sich gut im Geschäft. Der Erosion des Zinsüberschusses will sie mit ausgeweiteten Strafzinsen begegnen.
Update: 27.03.2019 - 14:06 Uhr Kommentieren
Frankfurter Sparkasse will mehr Strafzinsen verlangen Quelle: dpa
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Die öffentlichen Banken kämpfen mit den Niedrigzinsen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Frankfurter Sparkasse sieht sich auf Kurs. Im Geschäftsjahr 2018 hat die viertgrößte deutsche Sparkasse einen Jahresgewinn nach Steuern von 41 Millionen Euro erwirtschaftet, vier Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis legte sogar leicht zu um rund zwei Millionen Euro auf gut 89 Millionen Euro.

„Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sind wir mit diesen Werten zufrieden“, erklärte Vorstandschef Robert Restani am Dienstag in Frankfurt. „Erfreulich sind die weiterhin positiven Impulse aus unserem originären Kundengeschäft.“

So stieg das Kundenkreditvolumen um knapp drei Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Unternehmenskredite, Bau- und Immobilienfinanzierungen legten zu, die Konsumentenkredite verdoppelten sich unter Berücksichtigung der Kontoüberziehungen sogar. Das Bauspargeschäft verzeichnete ein Rekordjahr.

Belastend wirkten dagegen die anhaltenden Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). So sank der für das Sparkassengeschäft besonders wichtige Zinsüberschuss um mehr als fünf Prozent auf gut 257 Millionen Euro.

Ein strikter Sparkurs in Verbindung mit Zukunftsinvestitionen habe dazu beigetragen, die Folgen der Niedrigzinsen „weitestgehend abzufedern“, erklärte Restani. Die Sparkasse baute 50 Stellen ab und senkte den Verwaltungsaufwand um 1,5 Prozent auf gut 255 Millionen Euro.

Außerdem berechnen die Frankfurter ihren Kunden verstärkt Verwahrentgelte für hohe Einlagen. Seit zweieinhalb Jahren erhebt die Sparkasse die Strafgebühren in Höhe von 0,4 Prozent auf der Basis individueller Vereinbarungen. Unternehmenskunden würden einzeln angeschrieben und zahlten im Schnitt ab einem Vermögen von 500.000 Euro Minuszinsen. Gleiches gelte für vermögende Privatkunden. Nun wolle man die Erhebung ausweiten, sagte Vorstand Altfried Lütkenhaus.

Der Grund für die Diskrepanz zwischen gestiegenem Vorsteuer- und gesunkenem Nachsteuergewinn ist unter anderem eine sprunghaft erhöhte Steuerzahlung. So stellte die Sparkasse 2018 für die Teilnahme an drei EZB-Liquiditätsrunden (sogenannten Tendern) bereits vorsorglich Steuermittel zurück. In den kommenden drei Jahren rechne man mit einer Rückerstattung, wenn Unklarheiten im Steuerrecht beseitigt seien, erklärte Restani.

Die Eigentümerin der Frankfurter Sparkasse, die hessische Landesbank Helaba, dürfte sich über den praktisch stabilen Jahresgewinn freuen: Sie braucht die Geldspritze der Tochter dringend. Erkauft wurde das ordentliche Ergebnis allerdings auch mit zwei Sonderfaktoren.

So strich die Sparkasse die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken komplett – im Vorjahr hatte sie noch zehn Millionen Euro abgeführt. Außerdem profitierte sie von einem positiven Bewertungsergebnis von sieben Millionen Euro, das aus einer höheren Bewertung des eigenen Wertpapier-, Kredit- und Beteiligungsbestands herrührt.

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