Volks- und Raiffeisenbanken DZ Bank streicht Jobs und setzt sich ehrgeizige Wachstumsziele

Das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken will Stellen abbauen, Kosten einsparen und gleichzeitig ein kräftiges Wachstum erreichen.
Update: 04.10.2018 - 17:55 Uhr Kommentieren
DZ Bank streicht Jobs und setzt sich ehrgeizige Wachstumsziele Quelle: dpa
DZ Bank

Ende 2017 zählte die DZ Bank rund 5500 Mitarbeiter.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie genossenschaftliche DZ Bank will fast 500 Arbeitsplätze und damit nahezu zehn Prozent aller Jobs abbauen. Sie begründet die Entscheidung mit der zunehmenden Digitalisierung des Geschäfts. Dadurch ergebe sich ein Abbaupotenzial in Höhe von 485 Stellen bis Ende des Jahres 2022, heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter, der dem Handelsblatt vorliegt. Zuletzt hatte die zweitgrößte deutsche Bank mehr als 5000 Mitarbeiter.

„Die Kundenerträge sind in den letzten Jahren zwar stabil geblieben, die Kostenseite verzeichnete jedoch einen kontinuierlichen Anstieg“, skizziert die Bank die Situation. Zugleich will das Zentralinstitut, das den gut 900 Volks- und Raiffeisenbanken gehört, deutlich wachsen. Die Erträge aus dem operativen Geschäft sollen bis 2022 „um jährlich mindestens 3,5 Prozent – und damit deutlich über Marktniveau“ – steigen, ohne dass man das Risikobewusstsein verliere, heißt es in dem Schreiben.

Der Schritt der DZ Bank zeigt, wie sehr selbst stabile Geldhäuser derzeit unter Druck stehen. Immerhin hat das Spitzeninstitut der Genossen 2017 vor Steuern 1,8 Milliarden Euro verdient, während die Deutsche Bank einen Verlust erlitt und die Commerzbank nur auf ein kleines Plus kam. Minizinsen und der scharfe Wettbewerb um Firmen- und Privatkunden lasten auf der gesamten Branche. Parallel dazu müssen die Geldhäuser investieren, um ihre internen Prozesse sowie ihre Angebote für Kunden zu digitalisieren.

Allerdings ging auch der satte Gewinn der DZ-Bank-Gruppe vor allem auf das Konto ihrer Töchter wie der Versicherung R+V und der Fondsgesellschaft Union Investment. Die Bank selbst soll künftig „einen größeren Beitrag zum Ergebnis der Gruppe beisteuern“, sagte Finanzchef Cornelius Riese kürzlich dem Handelsblatt. Riese wird die DZ Bank ab kommendem Jahr als Co-Chef führen und zusammen mit Uwe Fröhlich den langjährigen Vorstandschef Wolfgang Kirsch ablösen.

Die Frankfurter DZ Bank hatte sich vor zwei Jahren mit ihrem Düsseldorfer Schwesterinstitut WGZ Bank zusammengeschlossen. Im Zuge der Fusion gab es bereits einen deutlichen Stellenabbau, der knapp 700 Vollzeitjobs entsprach und weitgehend abgeschlossen ist. Die beiden Geldhäuser zählten zusammen etwa 5700 Vollzeitjobs.

Die Verschmelzung war der größte Zusammenschluss von Banken in Deutschland seit der Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank im Jahr 2010. Die DZ Bank hat eine Bilanzsumme von 540 Milliarden Euro.

Auch die jetzt neu verkündeten Stellenstreichungen sollen „sozialverträglich“ umgesetzt werden, zum Beispiel, indem Mitarbeiter früher in Rente gehen oder den Job wechseln und durch Altersteilzeit. Der Kündigungsschutz solle bis Ende März 2023 verlängert werden. Man habe „sehr konstruktive Gespräche mit dem Betriebsrat“ geführt.

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