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R+V Versicherung

Das Versicherungsunternehmen reagiert mit dem das Insurtech „Wilhelm“ auf einen Markttrend.

(Foto: dpa)

Volks- und Raiffeisenbanken R+V Versicherung kontert Insurtechs mit eigenem Online-Makler

Die Genossenschaft startet den digitalen Makler „Wilhelm“ – nebst mit Produkten von Wettbewerbern im Angebot. Das ist in diesem Sektor ein Novum.
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FrankfurtDie genossenschaftliche R+V Versicherung hat zum Gegenschlag auf Insurtechs wie Clark, Moneymeets und Simplesurance ausgeholt. Die Wiesbadener haben selbst einen Online-Versicherungsmakler namens „Wilhelm“ gestartet. Neben weiteren Volks- und Raiffeisenbanken würden zwei PDS Banken Wilhelm derzeit einsetzen, sagte Dieter Jurgeit, Verbandspräsident der PSD Banken, am Mittwoch. Laut R+V sind es bundesweit 13 Pilotbanken.

Wilhelm sei „ein Novum“ für die Organisation der Genossenschaftsbanken, so Jurgeit. Das Besondere: Der digitale Makler bietet Kunden nicht nur Produkte der R+V Versicherung an, sondern auch von Wettbewerbern – insgesamt von rund 160 Versicherern.

Damit bricht die neue Plattform mit einem Prinzip, das die Finanzverbünde der Genossenschaftsbanken – wie der Sparkassen – eigentlich befolgen: Sie vertreiben fast ausschließlich Finanzprodukte aus der eigenen Gruppe. Im Fall der genossenschaftlichen Häuser also zum Beispiel Versicherungen von R+V und Fonds von Union Investment.

Der Name „Wilhelm“ ist eine Referenz an den Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Er gilt als einer der Erfinder der genossenschaftlichen Kreditinstitute. Den Aufbau von Wilhelm hat die R+V finanziert. Wenn der Pilotversuch zu Ende sei, werde entschieden, ob der digitale Makler ausgerollt werden solle, sagte Jurgeit. Zu den Genossenschaftsbanken zählen neben den Volks- und Raiffeisenbanken die PSD Banken, die Sparda-Banken sowie einige Spezialinstitute.

Mit Wilhelm will die R+V zwar Insurtechs, kurz für Versicherungs-Start-ups, Paroli bieten, nutzt aber zugleich deren Wissen: Als technischer Partner agiert ausgerechnet Clark. Die Firma stellt ihre Software zur Verfügung, so Clark-Gründer Christopher Oster. Für die Auswahl und Darstellung der Versicherungsprodukte sei indes Wilhelm verantwortlich. „Wir liefern quasi das Skelett für das Angebot, alles weitere macht der Partner“, erklärt Oster.

Für Clark ist das nicht die einzige Kooperation nach dem sogenannten White-Label-Prinzip. Auch die Versicherungskammer, der größte öffentliche und siebtgrößte Erstversicherer in Deutschland, nutzt seit Anfang des Jahres seine Technologie. Daneben gebe es noch mehrere weitere Kooperationspartner, sagt Oster. Die seien jedoch nur ein zusätzliches Geschäftsfeld zum Endkundengeschäft: „Drei Viertel unserer Ressourcen setzen wir weiterhin für die direkte Ansprache von Versicherten ein.“

Dass die R+V der wachsenden Konkurrenz der Start-ups das Feld nicht kampflos überlassen will, machte Vorstandschef Norbert Rollinger bereits vor knapp zwei Jahren deutlich. „Notfalls werden wir sie kopieren“, sagte er damals bei einer Diskussion zum Wettbewerb mit den Insurtechs.

Die R+V ist eine Tochter des genossenschaftlichen Spitzeninstituts DZ Bank, das wiederum den Genossenschaftsbanken vor Ort gehört. Der Sektor baut gerade an einer neuen Vertriebsplattform für den Vertrieb online und in der Filiale. Dabei geht es aber um Produkte aus dem genossenschaftlichen Sektor – keine von Wettbewerbern.

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