Volksbank Westliche Saar Volksbank scheitert mit Vorstands-Rauswurf

Eine Genossenschaftsbank will zwei Vorstände loswerden. Sie bittet ihre Eigentümer auf einer außerordentlichen Vertreterversammlung um Unterstützung. Doch die lehnen eine fristlose Kündigung mehrheitlich ab.
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Die Vertreterversammlung der Bank stimmte gegen einen vorzeitigen Abgang zweier Vorstände. Bildquelle: Facebook.
Volksbank Westliche Saar

Die Vertreterversammlung der Bank stimmte gegen einen vorzeitigen Abgang zweier Vorstände. Bildquelle: Facebook.

FrankfurtDie Mitglieder von Genossenschaftsbanken sind sehr engagierte Eigentümer. Und deshalb können sich die Aufsichtsräte und Vorstandschefs nie ganz sicher sein, wie Abstimmungen auf Vertreterversammlungen, also auf den Eigentümerversammlungen, letztlich ausgehen. Das jüngste Beispiel ist die Volksbank Westliche Saar Plus.

Dort sollte vergangene Woche die Vertreterversammlung der Volksbank darüber entscheiden, ob zwei der vier Vorstände – Peter Scholl und Rüdiger Daub – abberufen und fristlos gekündigt werden sollen. Der Aufsichtsrat der Bank hatte die beiden Manager im Vorfeld Ende Mai bereits suspendiert. Das hielt – nach einer hitzigen Debatte – die Eigentümer der Bank nicht davon ab, das Begehr des Aufsichtsrats mehrheitlich abzulehnen. Das bestätigte Vorstandschef Edgar Soester sowie der Anwalt der beiden Vorstände, Edgar Steinle, dem Handelsblatt.

Dabei hatte der Aufsichtsrat sein Vorgehen mit schweren Vorwürfen gegen die Manager begründet. Es ging um die Höhe der Gesamtbezüge und der Altersvorsorge der beiden Geschassten. Die Frage stand im Raum, ob die Gehälter der beiden zu exzessiv gestiegen sind und ob der Aufsichtsrat über alles ordnungsgemäß informiert oder getäuscht wurde. Der Anwalt der beiden Manager weist alle Vorwürfe zurück.

Hier machen Banken Filialen dicht
Sparkasse Wetzlar
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Zehn Jahre lang hat die Sparkasse Wetzlar ihr Filialnetz nicht angefasst. Jetzt kommt der große Umbau: 15 von 49 Filialen will das Geldhaus aus dem hessischen Fachwerkstädtchen schließen, also gut 30 Prozent. 26 statt bisher 42 Geschäftsstellen sollen bis Ende 2016 noch mit Personal besetzt sein. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir auf geänderte Kundenanforderungen und betriebswirtschaftliche Belastungen reagieren müssen“, sagt Sparkassenchef Norbert Spory (im Bild).

Sparkassen-Filiale in Wetzlar-Garbenheim
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Die Kunden gehen immer weniger in die Bankfiliale. Filialschließungen stoßen trotzdem oft auf Unmut. Zum Beispiel im Wetzlarer Ortsteil Garbenheim. Die Bürger sammelten Unterschriften gegen die Filialschließung, der Sparkassenchef musste seine Pläne im Ortsbeirat verteidigen. Immerhin: Bargeld abheben können die Garbenheimer Sparkassenkunden womöglich künftig bei einem Lebensmittelladen.

Eine Reportage über das Filialsterben lesen Sie hier.

Filiale in Hannover
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Zusammen kommen die 416 deutschen Sparkassen noch auf mehr als 12.000 mit Mitarbeitern besetzte Filialen. Vor zehn Jahren waren es noch rund 19.000. Es wurden also schon etliche Filialen geschlossen, im vergangenen Jahr allerdings schrumpfte die Zahl nur leicht. Das wird sich nach Einschätzung von Experten nun ändern. Sie gehen davon aus, dass etliche Sparkassen in den nächsten Jahren 20 bis 30 Prozent der Filialen streichen.

Sparkasse Duisburg
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Die Sparkasse Duisburg feiert einmal im Jahr eine Gala (im Bild: Kabarettist Wolfgang Trepper). Doch für Schlagzeilen sorgte zuletzt, dass die Sparkasse Duisburg zwar mehr Geldautomaten aufstellen möchte – bis 2022 aber die Hälfte der mit Mitarbeitern besetzen Geschäftsstellen schließen, wie sie Ende Mai ankündigte. Das Institut verweist darauf, dass die heutige Filialdichte „in weiten Teilen aber dem Netz der 80iger Jahre“ entspreche. Damals allerdings hatte Duisburg noch mehr Einwohner als heute.

Annaberg-Buchholz
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Im sächsischen Landtagswahlkampf spazierte Kanzlerin Angela Merkel im Sommer 2014 durch Annaberg-Buchholz – im Hintergrund eine Sparkassen-Filiale. Auch die Erzgebirgssparkasse dampft ihr Filialnetz ein. Nach der Fusion mehrerer Institute wurden binnen kurzer Zeit 38 von 95 Filialen geschlossen. Auch hier regte sich Protest. Immerhin: An Bargeld kommen die Kunden nun auch in 30 sogenannter Agenturen – oft Geschäfte, die im Auftrag der Sparkasse diese Dienstleistung übernommen haben. Darunter ist beispielsweise ein Fahrradladen.

Osnabrück
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Auch die Sparkasse Osnabrück will ihr Filialnetz ausdünnen. 17 von 58 Filialen sollen geschlossen werden. Investieren will das Geldhaus – wie andere Sparkassen auch – unter anderem in das Onlinebanking und in die Kundenbetreuung per Telefon und Chat. Trotzdem ist Sparkassenchef Johannes Hartig die Präsenz vor Ort wichtig. „Das Filialnetz ist und bleibt der genetische Code unserer Sparkasse!“, sagt er.

Koblenz
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Zu den Sparkassen, die jetzt Filialen in größerem Stil streichen, gehört auch die Sparkasse Koblenz. Sie macht zehn von 48 Zweigstellen zu. „Wir müssen die Sparkasse jetzt so aufstellen, dass sie den geänderten Anforderungen unserer Kunden gerecht wird und für die künftigen Herausforderungen gewappnet ist. Wir dürfen nicht warten, bis es für eine positive Beeinflussung vielleicht zu spät ist“, sagt Sparkassenchef Matthias Nester. Trotzdem sind auch für ihn die Geschäftsstellen der „genetische Code unserer Sparkasse“.

Nach seiner Niederlage vor der außerordentlichen Vertreterversammlung hat sich der Aufsichtsrat nun erneut getroffen. „Er hat beschlossen zu versuchen, eine einvernehmliche Trennung herbeizuführen“, sagte Bankchef Soester dem Handelsblatt. Vorstände kann man während ihrer Vertragslaufzeit, die auf maximal fünf Jahre befristet ist, nur beim Vorliegen besonderer Gründe vorzeitig aus dem Amt drängen. Bei einvernehmlichen Trennungen orientiert sich die Abfindung von Managern deshalb häufig an der Summe, die sie bis zum Ende ihrer Vertragslaufzeit noch erhalten hätten.

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