Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vorentscheidung im transatlantischen Kampf fällt in Kürze vor einem amerikanischen Gericht Streit zwischen europäischen und US-Terminbörsen entbrannt

Es gibt nicht viele Wirtschaftsbereiche, in denen Europa die US-Konkurrenz dominiert. Zu den Ausnahmen gehören die Terminbörsen, an denen Finanzderivate gehandelt werden. Hier haben die Unternehmen des alten Kontinents der Konkurrenz in der neuen Welt den Rang abgelaufen.

FRANKFURT/M. Und dies vor allem durch das konsequente Ausnutzen einer in der neuen Welt beinahe zur Perfektion entwickelten Stärke: den Einsatz von Informationstechnologien.

Die Terminbörsen in den USA ignorierten zu lange die Vorteile moderner Technologien und hielten am veralteten Präsenzbörsensystem – Handel auf dem Parkett – fest. Vor allem die weltgrößte Terminbörse Eurex setzte konsequent auf Technologie und wurde so zum „globalen Börsenstar“. Heute sind sowohl die deutsch-schweizerische Eurex als auch der europäische Konkurrent EuronextLiffe so selbstbewusst, die US-Konkurrenten auf deren Heimatmarkt zu attackieren.

Eine wichtige Vorentscheidung im transatlantischen Börsenwettbewerb könnte in Kürze fallen – und zwar vor Gericht. Die Eurex hat den Konkurrenten Chicago Board of Trade (CBOT) wegen angeblichen wettbewerbswidrigen Verhaltens verklagt. Der einstige Weltmarktführer hatte im Vorfeld des Eintritts der Eurex auf dem US-Markt im Februar 2004 seine bis dahin weit über dem Eurex-Standard liegenden Gebühren für den Börsenhandel für einen Zeitraum von sechs Monaten stark reduziert. Die Eurex leitete aus dem Zeitpunkt der Gebührensenkung wettbewerbswidrige Absichten ab und klagte.

Eurex-Vorstandschef Rudolf Ferscha spricht von „Dumpingpreisen“. Dies sei gesetzwidrig. Dass die Amerikaner am 21. Juli erklärten, man werde die niedrigen Gebühren beibehalten, sieht die Eurex als weiteren Beweis für wettbewerbswidriges Verhalten. Der verbale Konter von CBOT-Chef Bernard Dan ist eindeutig: „Einfach lächerlich!“. Von den US-Justizbehörden erwartet die Eurex in den nächsten Tagen Nachricht darüber, vor welchem US-Gericht ihre Klage verhandelt wird.

Seit Februrar 2004 ist die Eurex mit einer eigenen Börse in den USA vertreten. Deren Produktpalette umfasst Derivate auf US-Staatsanleihen, die bislang eine Domäne des Konkurrenten CBOT waren. Doch der Kampf beschränkt sich keineswegs auf diese zwei Börsen: Im März verschärfte die europäische Mehrländerbörse EuronextLiffe den transatlantischen Konkurrenzkampf: Sie bot Eurodollar-Derivate an – ein Geschäftsbereich, in dem die Terminbörse Chicago Mercantile Exchange (CME) stark ist. Die Konkurrenten in Chicago konterten die Angriffe der Wettbewerber u.a. mit einer stärkeren Präsenz in Europa.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen