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Vorschau Anleger erwarten klare Signale von der EZB-Ratssitzung

Zwei Themen werden bei der EZB-Ratssitzung am Donnerstag im Fokus stehen: Langfristkredite und Zinspolitik. Anleger hoffen hier auf Klarheit.
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Am Donnerstag wird sich der EZB-Präsident in einer Pressekonferenz zum geldpolitischen Kurs der Notenbank äußern. Quelle: Reuters
Mario Draghi

Am Donnerstag wird sich der EZB-Präsident in einer Pressekonferenz zum geldpolitischen Kurs der Notenbank äußern.

(Foto: Reuters)

FrankfurtBereits im Vorfeld der Ratssitzung am Donnerstag haben führende Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) an den Märkten hohe Erwartungen geweckt. Sowohl Chefvolkswirt Peter Praet als auch sein Direktoriumskollege Benoît Cœuré gaben deutliche Signale, dass der Rat sich bald mit weiteren Langfristkrediten für die Banken beschäftigen könnte.

Beide Notenbanker äußerten zudem Sorgen über die aktuelle Konjunktur im Euro-Raum. Die Abschwächung der Wirtschaft sei „länger und tiefgreifender als bisher erwartet“, sagte Cœuré.

Dies dürfte sich auch in den neuen Prognosen der EZB zur Wachstums- und Inflationsentwicklung im Euro-Raum niederschlagen, die die Notenbank nach ihrer Ratssitzung am Donnerstag veröffentlichen wird. Ökonomen erwarten, dass sie deutlich schwächer ausfallen als im Dezember. Das hat in der Regel auch Folgen für die Geldpolitik. Der Rat dürfte daher intensiv über neue Langfristkredite für die Banken im Euro-Raum diskutieren und eventuell auch über den Zinsausblick.

Hinsichtlich der Langfristkredite wird erwartet, dass die EZB zumindest ein klares Signal gibt, dass sie etwas plant. Chefvolkswirt Praet hatte jüngst gesagt, dass Klarheit für den Bankensektor wichtig sei, aber es noch dauern könne, bis die genauen Parameter feststünden. „Ich denke, es wird einen Hinweis geben, um negative Marktreaktionen zu vermeiden“, sagt Frederik Ducrozet, Stratege bei Pictet und Mitglied im EZB-Schattenrat, in dem 15 Topökonomen auf Einladung des Handelsblatts regelmäßig über die Politik der Notenbank debattieren.

Die entscheidende Frage bei der Ausgestaltung der Langfristkredite ist, welches Ziel der Rat mit dem Instrument verfolgt. Ein Aspekt ist, dass bestehende Langfristkredite für Banken, sogenannte TLTROs, 2020 auslaufen. Die Kredite werden von der Bankenaufsicht nur dann als langfristige Finanzierungen gewertet, wenn sie noch mindestens ein Jahr laufen.

Daher werden ab Mitte 2019 nach der Maßgabe der Finanzaufsicht viele Banken plötzlich weniger stabile Finanzierungen zur Verfügung haben. An den Märkten ist daher vom sogenannten Klippeneffekt die Rede.

Mit einem neuen Langfristkredit könnte die EZB die Lücke, die sich wegen der auslaufenden Finanzierungen auftut, verringern. Der geldpolitische Zweck wäre dann, eine unerwünschte Straffung der Finanzierungsbedingungen zu vermeiden. Die EZB könnte jedoch auch versuchen, durch Langfristkredite einen stärkeren wirtschaftlichen Impuls zu geben.

Wichtig im Hinblick auf die Wirkung der Kredite sind vor allem die Konditionen, mit denen sie verbunden sind. Andrew Bosomworth von Pimco, ebenfalls Mitglied des Schattenrats, spricht sich dafür aus, die Zinsen variabel zu gestalten und die Laufzeit auf 18 bis 24 Monate zu verkürzen.

Neben Andeutungen zu den Langfristkrediten warten Investoren auch auf Signale zur Forward Guidance der EZB, also ihrer Orientierung über die künftige Zinspolitik. Derzeit lautet die offizielle Sprachregelung der Notenbank, dass die Zinsen im Euro-Raum mindestens über den Sommer dieses Jahres hinaus auf ihrem bisherigen Niveau von minus 0,4 Prozent für den Einlagenzins und null Prozent für den Leitzins bleiben. Die Märkte aber rechnen inzwischen erst Ende 2020 mit einer ersten Zinserhöhung.

Aus Sicht von Elga Bartsch, leitender Ökonomin von Blackrock, sollte die EZB angesichts der schwachen Konjunktur und Inflation bereits auf ihrer Sitzung am Donnerstag den Ausblick anpassen und eine Zinserhöhung erst für Mitte 2020 in Aussicht stellen. Andere Experten sind vorsichtiger. Sie verweisen auf die hohe wirtschaftliche Unsicherheit. Daher sei es für die Notenbank derzeit noch zu früh, sich stärker festzulegen.

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