Wealth Management Deutsche Bank warnt vor Kryptowährungen

Die Deutsche Bank ist Kryptowährungen gegenüber skeptisch eingestellt. Der weltweite Leiter der Vermögensverwaltung kritisiert die hohe Volatilität und möglichen Datenklau. Die Technologie Blockchain sei aber interessant.
Kommentieren
Bitcoin und Co.: Deutsche Bank warnt vor Kryptowährungen Quelle: AP
Deutsche Bank

„Es besteht das realistische Risiko eines Totalverlustes.“

(Foto: AP)

New YorkDas Wealth Management der Deutschen Bank rät derzeit nicht zu Investments in Kryptowährungen. Das erklärte Markus Müller, weltweiter Leiter des Chief Investment Offices, in einem Interview mit Bloomberg News. Problematisch seien unter anderem die hohe Volatilität, mögliche Preismanipulationen sowie Datenverlust oder Datendiebstahl.

„Wir empfehlen das nicht. Das ist nur etwas für Anleger, die spekulativ investieren“, sagte er. „Es besteht das realistische Risiko eines Totalverlustes.“ In den jüngsten Kursanstiegen stecke viel Phantasie, getrieben von der aktuellen Lage am Markt. So gebe es in anderen Anlageklassen wie etwa Anleihen kaum noch Rendite-Spielraum.

Müller ist mit seiner zurückhaltenden Einstellung gegenüber Kryptowährungen nicht allein. Erst am Montag vergangener Woche sprach der spanische Notenbank-Gouverneur Luis Maria Linde von enormen Risiken. Und der Österreichische Verband Financial Planners verglich Bitcoin-Investments unlängst mit einem „Kasino-Besuch“.

Um Kryptowährungen in Zukunft als eine Art Anlageklasse zu etablieren, sind Müller zufolge eine stärkere Regulierung, Sicherheit und Transparenz etwa über offizielle Handelsplätze erforderlich. „Wichtige Themen wie Haftung und Dokumentation sind ungeklärt“, sagte er. „Wir stehen hier noch ganz am Anfang.“

Der Preis von Bitcoin hatte in den vergangenen Wochen stark geschwankt. Abstürze zum Dollar von mehr als 20 Prozent pro Tag waren zu beobachten. Dahinter standen unter anderem Sorgen um ein hartes Durchgreifen der Regulierungsbehörden in Asien. Japans Finanzaufsicht hat es nicht eilig, den USA nachzueifern und das Listing von Futures-Kontrakten mit Verbindung zu Kryptowährungen zu ermöglichen, erklärte Mitte vergangener Woche ein leitender Vertreter der Financial Services Agency.

Müller rät jenen Unternehmen, die Kryptowährungen ausgeben, mit Aufsichtsbehörden zusammenzuarbeiten: „Wenn Sicherheit und damit Vertrauen geschaffen werden, können Kryptowährungen wie etablierte Anlageklassen eingeschätzt und beurteilt werden. Es ist möglich, dass in fünf bis zehn Jahren die nötige Governance existieren wird.“

Er verstehe nicht, warum so viele Anhänger von Bitcoin und Co. in Regulierung etwas Negatives sehen würden, das Gegenteil sei der Fall. Regulierung schütze vor Missbrauch und Kriminalität.

Er verwies zudem darauf, dass traditionelles Geld durch die zugrunde liegende Wirtschaftskraft eines Landes untermauert werde. Gold sei schon etwas abstrakter, aber immerhin von physischer Natur. Kryptowährungen hingegen würden nur dann als Wert-Erhaltungs-Mittel funktionieren, wenn die ausgebenden Unternehmen ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufweisen würden.

Die zugrundeliegende Technologie, die Blockchain, hält Müller aber schon jetzt für interessant: „Kryptowährungen machen Transaktionen noch einfacher und kostengünstiger.“ Es gebe das Potenzial, einige Branchen von Grund auf zu revolutionieren. Es handele sich um eine Technologie mit dem wohl „höchsten disruptiven Charakter für die Finanzindustrie und die breite Gesellschaft“ seit der Erfindung des Internets.

  • Bloomberg
Startseite

0 Kommentare zu "Wealth Management: Deutsche Bank warnt vor Kryptowährungen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%