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Wechsel im Kontrollgremium Großaktionär Katar stärkt seine Position im Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Richard Meddings soll den Aufsichtsrat der Deutschen Bank nach Handelsblatt-Informationen verlassen. Sein Nachfolger soll Jürg Zeltner werden.
Update: 12.08.2019 - 17:28 Uhr 1 Kommentar
Zeltner leitet zurzeit KBL European Private Bankers, hinter der die Königsfamilie aus Katar steht. Quelle: Reuters
Jürg Zeltner

Zeltner leitet zurzeit KBL European Private Bankers, hinter der die Königsfamilie aus Katar steht.

(Foto: Reuters)

Frankfurt, Düsseldorf Bei der Deutschen Bank steht der nächste Wechsel im Aufsichtsrat an: Jürg Zeltner, seit Mai Chef der Privatbankengruppe KBL European Private Banker, soll in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank einrücken, wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen dem Handelsblatt sagten. Er werde dort den Briten Richard Meddings ersetzen, der auch Aufsichtsratschef der britischen TSB ist. Die Deutsche Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.

Zeltner, der vor seiner Zeit bei KBL im Vorstand der Schweizer Großbank UBS saß, gilt als Experte für Vermögensverwaltung. Das ist ein Gebiet, in dem die Deutsche Bank noch wachsen will. Mit dem Wechsel des 52-Jährigen in den Aufsichtsrat würde der Deutsche-Bank-Großaktionär Katar seinen Einfluss in dem Institut ausbauen. Denn die Luxemburger KBL gehört seit 2012 der luxemburgischen Bankenholding Precision Capital, einem Vehikel der katarischen Herrscherfamilie Al-Thani.

Katars früherer Emir Hamad bin Khalifa Al Thani und sein Cousin, der frühere Premierminister Hamad bin Dschassim bin Dschaber al Thani, halten über die Investmentfirmen Supreme Universal Holdings und Paramount Services Holdings offiziell 6,1 Prozent der Anteile an der Deutschen Bank. Der wahre Einfluss der beiden mächtigen Katarer soll aber deutlich größer sein. Über Derivatekonstruktionen sollen sie bis zu knapp zehn Prozent der Anteile kontrollieren.

Im Aufsichtsrat wird Zeltner den Briten Meddings ersetzen, der als Kritiker von Aufsichtsratschef Paul Achleitner gilt. Zeichen für einen Abschied Meddings hat es bereits seit einiger Zeit gegeben. Im vergangenen Jahr etwa gab er den Vorsitz des Prüfungsausschusses der Bank ab.

Bislang galt Stefan Simon als Aufsichtsrat des Vertrauens der Katarer. Doch der wechselte inzwischen aus dem Aufsichtsgremium in das Management der Deutschen Bank – als Generalbevollmächtigter.

Umstritten ist, ob Simon im Aufsichtsrat nur Vertrauter oder auch Vertreter der Großaktionäre vom Golf war. Die Bank hatte bei seiner Berufung im Juli 2016 mitgeteilt, er sei „auf Anregung der Investoren Paramount Services Holdings und Supreme Universal Holdings vorgeschlagen“ worden. In Finanzkreisen heißt es, die Katarer hätten ihn von einer Liste ausgewählt, die zuvor ein externer Berater zusammengestellt hatte. Simon habe nie in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Katarern gestanden.

Im Aufsichtsrat der Bank wird ihm bescheinigt, stets sehr unabhängig agiert zu haben. Auch der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS führte ihn in seinen Analysen zur Deutschen Bank als unabhängiges Gremienmitglied. Im Juli wechselte er aus dem Aufsichtsrat in das Management der Bank.

Sobald die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank dafür grünes Licht gibt, soll er in den Vorstand des Geldhauses aufrücken. Im Aufsichtsrat wurde Simon durch die frühere Barclays-Managerin Dagmar Valcárcel ersetzt, der keine Verbindungen zu den Großaktionären nachgesagt wird.

Ganz gleich, wie eng die Verbindungen von Simon und den Katarern ist, ihr Vertrauen besitzt er nach wie vor. Und mit Zeltner besitzt die Herrscherfamilie künftig zwei Vertraute in den Gremien der Bank.

Mehr: Die Deutsche Bank kürzt einige Begünstigungen für die Belegschaft. Die ausländischen Mitarbeiter sehen sich benachteiligt, doch auch in Deutschland wird gespart.

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1 Kommentar zu "Wechsel im Kontrollgremium: Großaktionär Katar stärkt seine Position im Aufsichtsrat der Deutschen Bank"

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  • Der Unternehmenswert der Deutschen Bank liegt heute bei knapp 20 % ihres Eigenkapitals.
    Das ist eine Vertrauensbewertung der Aktionäre und zeigt den Schaden, den der Aufsichtsrat in den letzten mehr als 10 Jahren zugelassen oder angerichtet hat.

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