Wegen Libor-Skandal UBS droht Milliardenstrafe

Mehrere Banken haben bereits heftige Strafen für die Manipulation des Libor-Zinssatzes zahlen müssen. Am härtesten droht es jetzt die Schweizer Großbank UBS zu treffen.
Update: 13.12.2012 - 17:24 Uhr 7 Kommentare
Schweizer Großbank UBS: Dem Kreditinstitut droht eine hohe Strafe. Quelle: dpa

Schweizer Großbank UBS: Dem Kreditinstitut droht eine hohe Strafe.

(Foto: dpa)

LondonDer UBS, der größten Bank in der Schweiz, drohen Strafzahlungen von mehr als einer Milliarde Dollar (760 Millionen Euro) im Zusammenhang mit möglichen Manipulationen des Libor-Zinssatzes. Das hat eine informierte Person am Donnerstag gegenüber Bloomberg News erklärt. Auch die „Financial Times“ berichtete auf ihrer Website über die vermutete Höhe der Strafe.

Den Angaben zufolge dürften die Strafen von britischen und amerikanischen Aufsichtsbehörden verhängt werden, darunter vom US-Justizministerium und der britischen Financial Services Authority (FSA). Offiziell werden die Strafen womöglich bereits kommende Woche bekannt gegeben, hieß es.

Die Aufsichtsbehörden in aller Welt untersuchen im Moment Vorwürfe, denen zufolge mehr als ein Dutzend Banken Benchmarks wie den Libor manipuliert haben – um etwa über Wetten auf Zins-Derivate zu profitieren. Barclays, die Nummer zwei unter den britischen Banken, hatte sich im Juni bereit erklärt, 290 Millionen Pfund (357 Millionen Euro) zu zahlen, um die Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Die Affäre um den Londoner Referenzsatz, an dem weltweit Finanzprodukte im Wert von mehr als 300 Billionen Dollar hängen, zieht weite Kreise. Allein die UBS hat bisher gut 20 verdächtige Mitarbeiter suspendiert oder entlassen. Weltweit ermitteln rund zehn Regulierer gegen knapp 20 prominente Geldhäuser, deren Händler den Libor-Satz jahrelang aus Profitgier manipuliert haben sollen.

Auch die Deutsche Bank steht unter Verdacht. Das Geldhaus hat zwei Händler suspendiert, die in den Skandal verwickelt sein sollen. Seit Monaten läuft eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin bei den Frankfurtern wegen der Libor-Vorwürfe. Der Chef-Bankenaufseher der Bafin, Raimund Röseler, rechnet damit, dass er die Prüfung noch vor Jahresende abschließen kann. Dann stehe die Bewertung an, die sich wohl noch in das erste Quartal 2013 hinziehen werde.

 
  • Bloomberg
  • mdo
Startseite

Mehr zu: Wegen Libor-Skandal - UBS droht mehr als eine Milliarde Dollar Strafe

7 Kommentare zu "Wegen Libor-Skandal: UBS droht mehr als eine Milliarde Dollar Strafe"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nicht nur das. Das Procedere zeigt nichts anderes, als das Recht käuflich ist.

    Denken wir an die Ermittlungen wegen Untreue gegen Ackermann im Zusammenhang mit dem Mannesmann-Prozess zurück. Gegen Zahlung eines Geldbetrages darf er sich heute als unschuldig bezeichnen.

    Jeder der also kein Geld für die Justiz abzweigt, wird bestraft.

    Und sagt einer die Wahrheit, wie im Fall "Mollath", wird er durch Wegsperren in die Psychiatrie, aus dem Verkehr gezogen. Und was noch kurioser ist, dass die Justiz nicht in der Lage ist ein Unrechtsurteil als solches zu deklarieren und aufzuheben. Stattdessen versucht man weiterhin krampfhaft doch noch einen Punkt zu finden, das Unrecht zu rechtfertigen und Mollath im Nachhinein etwas anzuhängen.

    Gestern ist ja erstmals der Name einer allgemein bekannten Person im Netz gefallen. Wenn es tatsächlich die gesuchte Person ist, dann ist es unredlich, wenn seitens der Politik auf eine "unabhängige Justiz" verwiesen wird, nachdem sie zuvor für eigene Zwecke missbraucht wurde.

    Das haben wir mittlerweile als Rechtsstaatlichkeit und vor dem Gesetz sind alle gleich adaptiert?

  • Nee, das zahlen die KUNDEN!!!

    Wer den sonst?

  • Mensch!!!Die arme Bank!Wer sammelt mit mir für die gebeutelte unschuldig in Not geratene USB.Ach das machen wir ja schon seit Jahren?Na dann entschuldigen sie die Störung.

  • Also ich muss zu diesen Kommentaren wirklich was sagen, es wunder mich stark, dass so viel unqualifiziertes Kommentare hier abgegeben werden.

    "Es ist ein wirklich seltsames Konzept von Recht, daß rechtliche Konstrukte wie "Banken" sich kriminell verhalten können und dafür "bestraft" werden müssen (dh. die ahnunglosen Aktionäre und die noch unschuldigeren Kunden über höhere Bankgebühren) nicht jedoch die kriminellen Personen, die diese Handlungen konkret ausgeführt bzw angeordnet haben."

    Aktionäre sind eben auch Eigentümer der Bank, wenn das Institut als ganzes daran versagt ordentliche Kontrollen aufzubauen ist es nur richtig sie zu sanktionieren. Es steht außerdem jedem frei die Bank bei zu hohen Gebühren zu wechseln, falls die Banken wirklich deshalb ihre Gebühren erhöhen, könnte die Strafe kaum härter sein, denn die Bank verliert hier langfristig Einnahmen.

    "Die aufgerufenen Summen zahlen UBS, DB, HSBC und Konsorten aus der Portokasse."

    Bei einem Gewinn von knapp über 3,5 Milliarden € sind 750 Millionen wohl lange aus der Portokasse raus. Gerade während auf Basel III umgestellt wird und die Banken immer stärker reguliert werden sind 750 Millionen wohl kaum Peanuts.

    "Solange kriminelle Banker nicht in den Knast wandern, solange lebe ich gefühlt in einem UNRECHTSSTAAT"

    Ich verweise hier nur auf die kürzlichen Festnahmen in der Deutschen Bank, auch wenn diese nicht im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal stattfanden.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/fuenf-mitarbeiter-nach-razzia-verhaftet-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-deutsche-bank-chef-11990922.html

  • Solange kriminelle Banker nicht in den Knast wandern, solange lebe ich gefühlt in einem UNRECHTSSTAAT

  • Die aufgerufenen Summen zahlen UBS, DB, HSBC und Konsorten aus der Portokasse.

  • Es ist ein wirklich seltsames Konzept von Recht, daß rechtliche Konstrukte wie "Banken" sich kriminell verhalten können und dafür "bestraft" werden müssen (dh. die ahnunglosen Aktionäre und die noch unschuldigeren Kunden über höhere Bankgebühren) nicht jedoch die kriminellen Personen, die diese Handlungen konkret ausgeführt bzw angeordnet haben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%