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Wegen US-Steuerreform Die Credit Suisse muss mehr Steuern zahlen als bislang gedacht

Die Schweizer Großbank warnt überraschend vor einer höheren Steuerbelastung in den USA. Schuld ist die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump.
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Die neuen US-Steuerregeln belasten die Schweizer Großbank. Quelle: Reuters
Credit Suisse

Die neuen US-Steuerregeln belasten die Schweizer Großbank.

(Foto: Reuters)

ZürichFür viele Konzerne war die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump ein Geschenk, das die Gewinne sprudeln lässt. Anders bei der Credit Suisse: Wie die Schweizer Großbank am Mittwoch mitteilte, droht ihr durch eine neue Steuer in den USA eine unerwartete Mehrbelastung.

Schuld ist die so genannte „Base Erosion Anti-Abuse Tax“ (BEAT). Mit ihr will der amerikanische Fiskus die Verlagerung von Gewinnen aus den USA ins Ausland bekämpfen. Es sei wahrscheinlich, dass die Regeln auch die Credit Suisse träfen, teilte die Bank nun mit. Das dürfte den Gewinn der Schweizer schmälern.

Der Credit Suisse zufolge dürfte der effektive Steuersatz für das Gesamtjahr 2018 bei rund 40 Prozent liegen. Für das laufende Jahr rechnet die Bank mit einem Steuersatz von 30 Prozent. Darin enthalten ist jeweils eine Belastung von ungefähr zwei Prozentpunkten durch die BEAT-Steuer. 

Der Analyst Javier Lodeiro von der Zürcher Kantonalbank schätzt, dass der Credit Suisse in diesem Jahr rund 100 Millionen Franken Gewinn entgehen dürften. Die Mehrbelastung kann die Bank wohl verkraften, schließlich trauen Analysten der Bank für dieses Jahr einen Milliardengewinn zu.

Trotzdem kommt die Ankündigung der Credit Suisse überraschend. Schließlich hatten die Schweizer bei ihrem Investorentag im vergangenen Dezember noch angekündigt, dass sie der Steuer vermutlich nicht unterlegen werden. Damals kalkulierte die Bank mit einem Steuersatz von 28 Prozent. 

Nun hat sich die Einschätzung offenbar gedreht. Ganz sicher, wie viele Steuern anfallen, ist die Bank aber noch immer nicht – denn die amerikanischen Regeln liegen bislang nur als Entwurf vor. „Ob und in welcher Höhe die Credit Suisse der Steuer unterliegt, hängt von finalen Publikation dieser Regeln ab“, heißt es bei der Credit Suisse, die in der kommenden Woche ihre Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentieren möchte.

Der Analyst Andreas Venditti von der Bank Vontobel wundert sich über die „überraschend volatile“ Prognose der Credit Suisse für den Steuersatz. „Es ist jedoch klar, dass Steuern ein hoch komplexes Thema für die Finanzabteilung jedes Unternehmens darstellen“. Für Privatleute, die mit ihrer Steuererklärung kämpfen, ist das ein kleiner Trost: Wenn es um den Fiskus geht, machen auch große Konzerne mit Heerscharen von Experten manchmal keine gute Figur.

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  • mic
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