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Weltgrößter Rückversicherer Munich Re verdient trotz Großschäden mehr

Die Munich Re ist mit einem Gewinnanstieg ins Jahr gestartet. Der Quartals-Überschuss kletterte trotz mehrerer Großschäden um 28 Prozent auf 557 Millionen Euro. Anleger reagierten trotzdem negativ, die Aktie rutschte ab.
Update: 09.05.2017 - 11:00 Uhr Kommentieren
Der weltgrößte Rückversicherer rechnet mit weiteren Belastungen durch das Niedrigzinsumfeld. Quelle: AP
Munich-Re-Hauptgebäude

Der weltgrößte Rückversicherer rechnet mit weiteren Belastungen durch das Niedrigzinsumfeld.

(Foto: AP)

FrankfurtEin gutes Händchen bei Kapitalanlagen hat der Münchener Rück zu Jahresbeginn einen Gewinnsprung beschert. Der Überschuss kletterte im ersten Quartal trotz mehrerer Großschäden um 28 Prozent auf 557 Millionen Euro, wie der weltgrößte Rückversicherer am Dienstag mitteilte. Das lag allerdings leicht unter den Markterwartungen.

Für das Gesamtjahr geht der Konzern weiter von einem Gewinnrückgang auf 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro aus, weil im Kerngeschäft immer noch zu viel Geld im Markt ist. Finanzchef Jörg Schneider sieht jedoch erste Anzeichen einer Entspannung: „Der Preisdruck in der Rückversicherung hat sich spürbar abgemildert“, erklärte er.

Die Rückversicherungsbranche leidet seit Beginn der Niedrigzinsphase darunter, dass Hedgefonds und andere alternative Kapitalgeber den Markt auf der Suche nach Rendite mit Geld überschwemmt und damit die Preise gedrückt haben. Die zumindest in den USA eingeleitete Zinswende könnte Besserung bringen. Doch bis auch die Europäische Zentralbank nachzieht, kann es noch dauern.

Diese Versicherer sind systemrelevant
Aegon
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Insgesamt stuft der Financial Stability Board weltweit neun Versicherer als systemrelevant ein. Weil sich das FSB nicht dazu durchringen kann, auch Rückversicherer auf die Liste setzen, sucht man die Namen von Branchengiganten wie Warren Buffetts Berkshire Hathaway oder Munich Re vergeblich. Das Board führt die Liste ohne spezielle Reihenfolge, dementsprechend sind die Assekuradeure alphabetisch geordnet. Den Anfang macht die niederländische Aegon. 1983 gegründet, verwaltet der Konzern aus Den Haag 477 Milliarden Dollar an Vermögen. (Quelle: Financial Stability Forum)

Allianz
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Die Allianz mit Hauptsitz in München ist der einzige deutsche Versicherungskonzern, den das Financial Stability Board als systemrelevant einstuft. Und das aus gutem Grund: Mit einem verwalteten Vermögen von 928 Milliarden US-Dollar ist der 1890 gegründete Konzern in mehr als 70 Ländern der Welt vertreten – und ist damit der zweitgrößte Versicherer Europas.

(Foto: Reuters)
AIG
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Die American International Group (AIG) wurde 1919 gegründet, hat ihren Sitz in New York und beschäftigt weltweit rund 66.000 Mitarbeiter. Aktien der AIG notieren an der NYSE in der Wall Street und in Tokio. Die Amerikaner managen 514 Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)
Aviva
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Gleich mehrere britische Konzerne gelten laut FSB als systemrelevant: Aviva, die bis 2002 noch CGNU hießen, gehören zu den fünf größten Erstversicherern der Welt. Aviva verfügt über ein Gesamtvermögen von 574 Milliarden Dollar und beschäftigt etwa 30.000 Mitarbeiter weltweit.

(Foto: AFP)
Axa
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Die Axa-Gruppe mit Sitz in Paris ist mit 166.000 Mitarbeitern in 64 Ländern der Welt vertreten und knackt mit einem Gesamtvermögen von 1022 Milliarden Dollar die Billionen-Schallmauer. Axa hat mehr als 100 Millionen Kunden und gilt als größter Versicherungskonzern der Welt.

(Foto: AFP)
MetLife
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Der US-amerikanische Konzern Metropolitan Life Insurance Company, besser bekannt als MetLife, ist der größte Anbieter von Lebensversicherungen in den USA. Das Unternehmen wurde 1868 gegründet und beschäftigt etwa 70.000 Mitarbeiter. Laut aktuellem Quartalbericht kommen die New Yorker auf 952 Milliarden Dollar unter ihren Fittichen.

(Foto: AP)
Ping An Insurance
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Der chinesische Ping An Insurance ist der einzige als systemrelevant erachtete asiatische Versicherer. Ping An wurde 1988 gegründet und ist Hong Kong und Shanghai gelistet. Zu der Holding gehören verschiedene Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor. Die Chinesen verzeichnen ein erfolgreiches Jahr mit starkem Wachstum, gemanagt werden knapp 690 Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)

So lange will die Münchener Rück nach eigenem Bekunden lieber auf Geschäft verzichten, als Risiken zu billig zu versichern. Deshalb war das Prämienvolumen in der jüngsten Erneuerungsrunde im April rückläufig. Im Juli werden insbesondere die Verträge auf dem wichtigen US-Markt neu verhandelt - und auch hier stellt sich der Marktführer auf viel Wettbewerb ein.

Die Rückversicherung verbuchte in den ersten drei Monaten einen leichten Gewinnanstieg auf 466 (Vorjahr: 449) Millionen Euro, getrieben vom Bereich Leben/Gesundheit. Dagegen schnitt die Schaden- und Unfallrückversicherung deutlich schwächer ab, denn für Großschäden musste die Münchener Rück insgesamt rund 400 Millionen Euro in die Hand nehmen. Den größten Einzelschaden verursachte Tropensturm „Debbie“, der Ende März in Australien und Neuseeland zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt hatte. Schon in der Bilanz der Konkurrentin Swiss Re hinterließ der Zyklon seine Spuren.

Die Münchener Rück konnte das mit ihrem Kapitalanlageergebnis ausbügeln: Es stieg auf knapp 2,2 (1,6) Milliarden Euro. Der Anteil von Aktien im Portfolio kletterte leicht auf 5,3 Prozent von 5,0 zum Jahresende 2016. Das Sorgenkind Ergo wiederum kämpfte sich aus der Verlustzone und lieferte einen Gewinn von 91 Millionen Euro ab. Der Finanzchef räumte aber ein, dass nicht davon auszugehen sei, dass sich der Gewinn bei Ergo in den nächsten Quartalen so fortsetze. Der Erstversicherer wird gerade umgebaut.

Die Anleger haben dem Rückversicherer nach der Vorlage von Quartalszahlen die rote Karte gezeigt: Die Aktien rutschten um zeitweise um 2,9 Prozent auf ein Drei-Monats-Tief von 174,75 Euro ab und waren schwächster Wert im Dax. „Der Ergebnismix war enttäuschend“, sagte ein Händler. Münchener Rück habe vor allem von seinen Kapitalanlagen und der Auflösung von Rückstellungen profitiert. Das operative Geschäft sei dagegen weniger gut gelaufen.

Analyst Daniel Bischof von Baader Helvea kritisierte, der Nettogewinn sei geringer ausgefallen als gedacht. Zudem sei zu erkennen, dass sich die schon länger anhaltende Schwäche im Rückversicherungsgeschäft allmählich auf die Margen des Konzerns auswirke. Auf der anderen Seite sei positiv, dass die Münchener Rück eine starke Bilanz habe, die genügend Puffer für schwächere Phasen biete. Analyst Philipp Häßler vom Broker Equinet bestätigte sein Aktienrating mit „neutral“ und das Kursziel mit 180 Euro.

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