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Wirecard-Konkurrent Zahlungsdienstleister Adyen kann Halbjahresgewinn fast verdoppeln

Der Zahlungsdienstleister Adyen wächst trotz kleiner Rückschläge. Die jüngsten Übernahmen in der Branche zeigen, wie hart der Kampf um Marktanteile ist.
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Wirecard-Rivale: Fintech Adyen steigert Gewinn um 79 Prozent Quelle: Adyen
Smartphones mit Adyen-App

Adyen wickelt vor allem Zahlungen für Onlinehändler ab.

(Foto: Adyen)

Frankfurt Wie hoch die Erwartungen an Adyen bereits sind, hat sich am Donnerstag gezeigt. Der niederländische Zahlungsdienstleister steigerte den Gewinn im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr auf knapp 93 Millionen Euro – ein Plus von rund 90 Prozent. Das Volumen der abgewickelten Transaktionen schoss binnen Jahresfrist um 50 Prozent auf fast 105 Milliarden Euro nach oben. Trotzdem gab die Adyen-Aktien bis zum Nachmittag um 3,5 Prozent nach. Manch ein Investor hatte sich offenbar noch bessere Zahlen erhofft.

Den kleinen Rückschlag kann Adyen jedoch gut verkraften. Das Unternehmen, das Zahlungen im Auftrag von Händlern abwickelt sowie Zusatzdienstleistungen wie Schutz vor Betrug anbietet, ist längst ein Börsenstar. Seit dem Börsengang im Juni 2018 hat der Aktienkurs rund 170 Prozent gewonnen, gleich am ersten Handelstag verdoppelte sich sich der Börsenwert in etwa.

Adyen wurde 2006 gegründet. Zu den prominenten frühen Investoren zählten Facebook-Chef Mark Zuckerberg, Twitter-Gründer Jack Dorsey und Singapurs Staatsfonds Temasek. Der Zahlungsdienstleister arbeitet unter anderem für Ebay, Facebook, Netflix, Spotify und Uber. In Deutschland gehören Zalando, Flixbus und Westwing zu den Kunden. Rund 1000 Mitarbeiter – Durchschnittsalter 31 – hat Adyen inzwischen, allein rund 140 kamen im ersten Halbjahr dazu.

Der Höhenflug der Adyen-Aktie ist auch ein Zeichen für den Boom der Branche, deren bekannteste Vertreter in Europa Wirecard, Worldpay, Equens Worldline, Ingenico sowie Nets sind. Dafür gibt es vor allem einen Grund: Verbraucher zahlen weltweit immer weniger mit Bargeld, wodurch die Volumina von Karten- und Onlinezahlungen rasant steigen.

Bei Adyen kamen im ersten Halbjahr 80 Prozent des Zuwachses beim Transaktionsvolumen durch bestehende Kunden, die also immer mehr bargeldlose Zahlungen annehmen. Die Branche scheine auf so etwas wie eine „goldene Zeit“ zuzusteuern, schrieb die Beratungsfirma McKinsey jüngst. An den Banken dagegen geht dieses Geschäft weitgehend vorbei.

Wie gefragt Zahlungsdienstleister derzeit sind, wird auch durch das Übernahmefieber in der Branche deutlich. Jüngstes Beispiel unter deutscher Beteiligung: Der US-Finanzinvestor KKR erwirbt die Mehrheit am kleineren Anbieter Heidelpay. Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna sammelte gerade noch einmal frisches Geld ein und ist mit einer Bewertung von fünf Milliarden Euro nun das teuerste Finanz-Start-up Europas. In den USA gab es in diesem Jahr bereits drei spektakuläre Fusionen, die Deals summieren sich auf rund 80 Milliarden Dollar (72 Milliarden Euro).

Der Konkurrenzkampf zwischen den Anbietern ist knallhart, die Geschäftsmodelle sind darauf ausgelegt, möglichst viele standardisierte Zahlungen über die Systeme laufen zu lassen. Die Firmen erhalten zwar nur einen kleinen Anteil der über sie abgewickelten Umsätze, wer aber erst einmal effiziente Systeme aufgebaut hat, kann problemlos immer mehr Transaktionen darüber laufen lassen – ohne dass die Kosten entsprechend steigen.

Zugleich brauchen Zahlungsdienstleister Geld für Innovationen und neue Services. Der Innovationsdruck in der Branche gilt als hoch. Die Anbieter müssen neue Vorgaben, etwa durch die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, so in ihre Systeme integrieren, dass die Händlerkunden sie automatisch auch erfüllen.

Anders als viele Wettbewerber, die auf Suche nach möglichen Zukäufen sind, will Adyen aus eigener Kraft wachsen. „Wir haben noch nie eine Übernahme getätigt“, sagt Firmenchef Pieter van der Does. Dabei soll es auch bleiben.

Mehr: Apples erste Kreditkarte startet auf dem US-Markt. Doch der Erfolg ist nicht ausgemacht – besonders für Apples Partner: die US-Investmentbank Goldman Sachs.

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