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Wohnen Schutz für den Ernstfall: Diese Versicherungen brauchen Eigentümer und Mieter

Um sich zu Hause wohlzufühlen, ist der richtige Versicherungsschutz wichtig. Welche Policen für Hausbesitzer, Bauherren und Mieter sinnvoll sind.
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Die wichtigsten Versicherungen für Eigentümer und Mieter Quelle: dpa
Schäden nach dem Elbhochwasser 2013 in Breitenhagen

Die Elementarschadenversicherung oder erweiterte Naturgefahrenversicherung ist ein Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder zur Hausratversicherung.

(Foto: dpa)

Frankfurt, München Ein Eigenheim steht bei vielen Bundesbürgern ganz oben auf ihrer Wunschliste. Die Ergebnisse einer Postbank-Umfrage sind eindeutig: Jeder zweite Mieter würde gerne in den eigenen vier Wänden leben.

Wer ein Haus kauft und renoviert oder gar einen Neubau plant, geht in der Regel hohe finanzielle Verpflichtungen ein. Wichtig ist daher, sich auch über den passenden Versicherungsschutz Gedanken zu machen, damit der Immobilienkauf nicht zum Fiasko wird – vor allem, wenn die Dinge nicht so laufen wie erhofft.

Aber längst nicht für jeden lässt sich der Traum vom eigenen Häuschen realisieren, und manch einer bleibt auch Mieter aus Überzeugung. Jeder vierte von der Postbank Befragte schätzt den Komfort eines Mietverhältnisses, weitere 24 Prozent wollen flexibel bleiben.

Aber trotz Komfort und Flexibilität sollten sich auch Mieter Gedanken über den Versicherungsschutz machen, um etwa Möbel und Kleidung gegen Einbruchdiebstahl zu schützen.

Wohngebäudeversicherung

Wer ein Haus besitzt, sollte eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Sie ist zwar nicht verpflichtend, aber laut Bund der Versicherten (BdV) „unbedingt zu empfehlen“. Bei einer Baufinanzierung bestehen die Banken häufig auf eine solche Police.

Die Versicherung schützt Eigentümer vor Schäden am Haus durch Brand, Sturm, Hagel, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Leitungswasser und Überspannung. Versichert ist das Gebäude inklusive aller Teile, die außen und innen fest eingebaut sind.

Zu beachten ist: Versicherte müssen ihrer Versicherung melden, sobald sich die Gefahrenlage ändert. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn das Gebäude eine Zeit lang leer steht.

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Spezielle Zusatzpolicen gibt es unter anderem für Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. Auch eine Glasbruchversicherung kann ein sinnvoller Zusatzbaustein sein, wenn es im Haus große Panoramafenster oder einen Wintergarten gibt.

Der BdV rät, einen Tarif zu wählen, der „auf den Einwand der grob fahrlässigen Herbeiführung des Versicherungsfalls vollständig verzichtet“. Ansonsten kann der Versicherer die Leistungen kürzen, wenn das Haus abbrennt, weil jemand den Herd angelassen hat.

Sollen auch Garagen oder Gartenhäuser versichert werden, müssen diese separat in den Vertrag aufgenommen werden. Eine weitere Empfehlung des BdV lautet, auf den Passus „gleitende Neuwertversicherung“ zu achten. Das Haus wird dann nach dem aktuellen Stand der Baukosten aufgebaut, egal wie alt es vor dem Schaden war.

Ist das Haus nicht mehr bewohnbar, sollten auch die Kosten für den Mietersatz mitversichert sein. Wichtig ist, dass Versicherte den Schaden so gering wie möglich halten. Bei einem Wasserschaden sollte man die betroffenen Stellen beispielsweise zügig trocknen.

Hausratversicherung

Ein Einbruch ist für die Betroffenen finanziell und emotional ein Schock. Die Hausratversicherung entschädigt ihre Nutzer immerhin für die finanziellen Folgen des Einbruchs, wenn wertvolle Dinge geklaut oder zerstört wurden. Laut Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden den Hausratsversicherern im vergangenen Jahr 120.000 Wohnungseinbrüche gemeldet.

Daneben ist die Versicherung auch für Schäden am Hausrat durch Brand, Sturm, Hagel, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Leitungswasser und Überspannung zuständig. Sie ist laut den Verbraucherzentralen sowohl für Eigentümer als auch für Mieter sinnvoll, wenn „der Verlust großer Teile des Hausrats finanziell nicht verkraftet werden kann“.

Versichert sind bewegliche Gegenstände wie der Flachbildschirm oder Schmuck. Für fest mit dem Gebäude verbundene Gegenstände, beispielsweise die Einbauküche, ist die Wohngebäudeversicherung zuständig.

Da die Unterscheidung zwischen beweglich und unbeweglich nicht immer ganz eindeutig ist, empfiehlt es sich für Eigentümer, beide Versicherungen beim selben Anbieter abzuschließen. Damit entfällt die Möglichkeit des gegenseitigen Zuschiebens der Verantwortung.

Ein Tarifvergleich lohnt sich bei der Hausratversicherung: Laut Verbrauchermagazin „Finanztest“ betragen die Preisunterschiede bis zu mehreren Hundert Euro.

Die Hausratversicherung leistet im Schadensfall bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme, die den Wert von Möbeln, Kleidung, Elektrogeräten oder Schmuck realistisch darstellt. Da eine genaue Einschätzung für die meisten Menschen schwierig ist, stellen die Versicherer Wertermittlungstabellen ins Netz.

Als Richtgröße gilt ein Betrag von 650 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Nicht empfehlenswert ist es, die Versicherungssumme niedriger als den realen Wert anzusetzen, um Geld bei den Prämienzahlungen zu sparen. Im Schadensfall wird dann nur der zu niedrige Betrag ersetzt.

Bei einem Einbruch bekommt der Geschädigte in der Regel den Neuwert der entwendeten Gegenstände ersetzt. Bei Beschädigungen übernimmt die Versicherung die Reparaturkosten oder zahlt eine Wertminderung, wenn der Gegenstand noch nutzbar ist.

Gerade bei hochwertigen und teuren Anschaffungen empfiehlt es sich, die Rechnungen aufzubewahren, am besten außerhalb der Wohnung, etwa in einem Bankschließfach. Hilfreich sind Fotos der Wertgegenstände, auch weil wiedergefundenes Diebesgut so leichter zuzuordnen ist.

Wertgegenstände können meist nur bis zu bestimmten Obergrenzen versichert werden. Der GDV nennt folgende Orientierungsgrößen: Bargeld ist häufig nur bis 1500 Euro versichert, Urkunden, Sparbücher und Wertpapiere bis 3000 Euro sowie Schmuck, Briefmarken und Gold bis 25.000 Euro. Höhere Entschädigungen etwa für Antiquitäten oder Gemälde können gegen Aufpreis vereinbart werden.

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Wie bei der Wohngebäudeversicherung rät der BdV auch hier, einen Tarif zu wählen, der „auf den Einwand der grob fahrlässigen Herbeiführung des Versicherungsfalls vollständig verzichtet“. Ansonsten sind Abschläge bei der Versicherungsleistung möglich, wenn etwa ein Fenster gekippt ist, was einen Einbruch begünstigt. Auch hier sollte der Versicherung gemeldet werden, wenn sich die Gefahr erhöht, etwa wenn ein Gerüst am Haus steht.

Neben Dingen in der Wohnung sind Gegenstände auf der Terrasse, im Keller, der Garage oder einem Nebengebäude versichert. Wird der teure Außengrill mit in den Campingurlaub genommen, gibt es über eine Außenversicherung die Möglichkeit, ihn dort abzusichern.

Auch wenn das Fahrrad beim Einbruch aus der eigenen Wohnung entwendet wurde, gehört es zur Schadensumme. Meist stehen Fahrräder jedoch vor dem Haus. Hier gibt es die Möglichkeit, neben einer Fahrradversicherung das Bike auch über eine Zusatzvereinbarung in der Hausratversicherung zu schützen.

Was sich lohnt, hängt aber vom Wert des Fahrrads ab. Wichtig ist, dass das Fahrrad zum Zeitpunkt des Diebstahls abgeschlossen war. Das Auto in der Garage ist indes nicht über die Hausratversicherung, sondern über die KfZ-Kaskoversicherung versicherbar.

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