Wolfgang Reitzle Vom Wunderkind zum Berater

Einer der bekanntesten deutschen Manager wechselt ins Investmentbanking: Ex-Linde-Chef Wolfgang Reitzle wird Berater beim US-Haus Perella Weinberg Partners. Unter anderem soll er der jungen Bank zu Wachstum verhelfen.
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Ex-Linde-Chef Reitzle wagt sich an neue Aufgaben. Quelle: dpa
Wolfgang Reitzle

Ex-Linde-Chef Reitzle wagt sich an neue Aufgaben.

(Foto: dpa)

FrankfurtWann immer Wolfgang Reitzle an einem größeren Deal bastelt, bespricht er sich mit einem Ratgeber: Dietrich Becker, umtriebiger Investmentbanker der amerikanischen Beratungsboutique Perella Weinberg Partners. Schon vor neun Jahren, bei der milliardenschweren Übernahme des britischen Gaseherstellers BOC durch den von Reitzle damals geführten Rivalen Linde, holte er den damals noch für Morgan Stanley arbeitenden Becker an Bord; im Zuge der hürdenreichen Fusion zwischen den Zementherstellern Holcim und Lafarge in diesem Jahr ebenso.

Nun wird der Co-Präsident der frisch fusionierten Lafarge-Holcim vom Kunden zum Kollegen: Reitzle ist nach Informationen des Handelsblatts zum Advisory Partner von Perella ernannt worden. In dieser Rolle soll er den Amerikanern und ihren europäischen Kunden beratend zur Seite stehen – sozusagen als Sparringspartner der Investmentbanker und ihrer Kunden, der eine industrielle Sichtweise einbringt.

Seit seinem Abschied als Linde-Chef 2014 hat das ewige deutsche Management-Wunderkind eine lange Liste an Posten gesammelt: Der Wahlmünchener ist neben seinem Amt bei Lafarge-Holcim Aufsichtsratschef bei Continental und Medical Park sowie Aufsichtsrat bei Hawesko und Axel Springer.

Das sind die Top-Investmentbanken der Welt
Platz 15: Mizuho Financial Group
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Die japanische Mizuho Financial Group landet mit Einnahmen von 584 Millionen Dollar im ersten Halbjahr 2015 auf dem 15. Platz nach Informationen des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters.

Die Bank ist eine der 28 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als „systemically important financial institution“ (systemisch bedeutsames Finanzinstitut) eingestuft wurden. Im Anleihengeschäft nahm die Bank allein 212 Millionen Dollar ein, 190 Millionen im Kreditgeschäft.

Platz 14: Jefferies
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Die US-amerikansiche Investmentbank Jefferies nahm im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 647 Millionen Dollar ein. Besonders erfolgreich war man hier mit Aktien: Allein 206 Millionen Dollar wurden damit eingenommen. Der Hauptsitz befindet sich in New York.

Platz 13: BNP Paribas
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704 Millionen Dollar nahm BNP Paribas im ersten Halbjahr 2015 ein. Den größten Batzen davon generierte die französische Geschäftsbank im Anleihengeschäft: Alleine hier lagen die Erträge bei 333 Millionen Dollar.

Platz 12: UBS
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Die Schweizer UBS nahm im ersten Halbjahr 2015 937 Millionen Dollar an Gebühren im Investmentbanking ein. Alleine 408 Millionen Dollar davon stammen aus Aktiengeschäften. 251 Millionen wurden mit M&A-Beratungen erzielt. UBS zählt zu den weltweit größten Vermögensverwaltern.

Platz 11: HSBC
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Auf Platz elf folgt HSBC mit Erträgen von 949 Millionen Dollar. Der größte Anteil davon stammt aus Anleihe-Geschäften: 426 Millionen Euro wurden so generiert. Mit Krediten wurden 261 Millionen Euro eingenommen.

Platz 10: RBC
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Die Royal Bank of Canada (RBC) nahm 1,081 Milliarden Dollar ein. 348 Millionen davon wurden mit Anleihen erzielt, 276 Millionen Dollar mit Krediten.

Platz 9: Wells Fargo
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Wells Fargo nahm 1,2 Milliarden Dollar ein. 505 Millionen davon stammen aus Anleihe-Geschäften, 347 Millionen wurden mit Krediten erzielt. In diesem Bereich liegt die Bank mit Sitz in San Francisco weltweit auf Platz fünf.

Neben der Beratung von Kunden soll der 66-Jährige auch Perella selbst bei ihren weiteren Wachstumsplänen mit Rat und Tat beiseite stehen. Die gerade einmal neun Jahre alte amerikanische Investmentbank ist eine von mehreren schnellwachsenden, unabhängigen Firmen, die zuletzt den großen Platzhirschen – von Goldman Sachs bis zur Deutschen Bank - in diesem Metier Marktanteile abgenommen haben. Perella beschäftigt mittlerweile 450 Mitarbeiter und ist neben der Fusionsberatung auch im  Restrukturierungsgeschäft und in der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden aktiv.  

Mit Deals kennt sich der 66-Jährige, der mit der Moderatorin Nina Ruge verheiratet ist, spätestens seit der feindlichen Übernahme von BOC bestens aus. „Es ist immer so, dass der Erfolg von Fusionen nie von einer Person allein abhängt“, sagte er kürzlich dem Handelsblatt. Aber ein guter Berater schadet natürlich nie.

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