Wütende Investoren Gläubiger bereiten Verfahren gegen HSH Nordbank vor

Mehrere Fonds werfen der HSH Nordbank vor, absichtlich Verluste herbeigeführt zu haben. Die Gläubiger verlangen die Herausgabe vertraulicher Unterlagen.
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HSH Nordbank: Gläubiger bereiten Verfahren vor Quelle: dpa
HSH Nordbank

Die Fonds werfen der Bank vor, Verluste absichtlich herbeigeführt zu haben, um sie zu schädigen und den Kauf für die neuen Eigentümer attraktiver zu machen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEine Gruppe von Gläubigern bereitet eine Klage gegen die HSH Nordbank vor. Die Investoren, die der Bank über nachrangige Anleihen Kapital geliehen haben, haben deshalb in den USA einen Antrag auf Rechtshilfe gestellt. Mit dem beim District Court des Southern District of New York eingereichten Schreiben wollen sie die Käufer der HSH Nordbank zur Herausgabe bisher vertraulicher Unterlagen verpflichten.

Die Käufer - Cerberus, J.C. Flowers und Goldentree Asset Management - sollen hierfür unter anderem den Kaufvertrag für die Bank als Beweismittel zur Verfügung stellen. Weitere juristische Schritte sind gegen die Käufer nicht geplant.

Die Kläger, zu denen unter anderem Fonds des US-Investors Blacks tone und der deutschen Hansainvest zählen, haben Hybridanleihen der HSH Nordbank im Nominalwert von mehr als 900 Millionen Euro gekauft. Die vereinbarten Zinsen für diese Anleihen zahlt die Bank jedoch nur, wenn sie Gewinn macht und die Anleihen zum Nominalwert notieren. Wenn die Bank Verlust macht, kann sie den Wert der Anleihen herunterschreiben.

Die Fonds werfen der Bank nun vor, die Verluste absichtlich herbeigeführt zu haben, um sie zu schädigen und den Kauf für die neuen Eigentümer attraktiver zu machen. Das Verfahren in Deutschland soll klären, ob sich die HSH gegenüber ihren Anleihegläubigern pflicht- und gesetzeswidrig verhalten hat.

Als Beleg dafür führen die Hybridgläubiger den Verkauf eines Portfolios notleidender Kredite mit einem Abschlag von rund einer Milliarde Euro auf den Buchwert an eine Zweckgesellschaft der neuen Eigentümer auf. Die Kläger vermuten, dass der Kaufpreis auch unter dem aktuellen Marktwert lag. Die Transaktion habe dazu geführt, dass die Bank das Geschäftsjahr 2017 anders als geplant mit einem Verlust abgeschlossen hat.

Außerdem soll die HSH Nordbank ihre Reserven für allgemeine Bankrisiken in den Jahren vor dem Verkauf zu üppig bestückt haben. In den vergangenen fünf Jahren habe sie die sogenannten 340g Reserven um 1,3 Milliarden Euro aufgestockt. Ohne diese Zuführungen hätte sie laut den Klägern in drei der fünf Jahre einen Gewinn gemacht. Zudem hatte die Bank noch im November 2017 angekündigt, voraussichtlich für das Jahr 2019 wieder Zinsen auf die Anleihen zu zahlen. Nach Abschluss des Kaufvertrags Ende Februar verschob sie dies auf 2023.

Die HSH Nordbank selbst will die Vorwürfe nicht kommentieren.

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