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Zahlungsdienstleister Gewinnsprung bei Transferwise ist ein Zeichen für die Banken

Das britische Fintech legt gute Jahreszahlen vor, plant aber keinen Börsengang. Vorstandschef Kristo Käärmann setzt verstärkt auf Geschäftskunden.
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Gewinnsprung bei Transferwise ist ein Zeichen für die Banken Quelle: TransferWise
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Der Markt für weltweite Zahlungsabwicklungen wächst.

(Foto: TransferWise)

London Gewinne sind für viele junge technologiegetriebene Finanzunternehmen noch ein Fremdwort. Auch deshalb ist der britische Zahlungsdienstleister Transferwise stolz darauf, dass das Fintech den dritten Jahresgewinn in Folge melden kann. Ein Umstand, den Co-Vorstandschef Kristo Käärmann gerne herausstellt. „Unsere Kunden zahlen unsere Expansion“, sagt er dem Handelsblatt.

Der Este hat Transferwise 2011 zusammen mit seinem Landsmann Taavet Hinrikus in London gegründet, um Auslandsüberweisungen günstiger zu machen. Im Geschäftsjahr bis zum 31. März 2019 stieg der Gewinn nach Steuern um 66 Prozent auf 10,3 Millionen Pfund. Der Umsatz wuchs auf 179 Millionen Pfund – ein Plus von 53 Prozent. Diese Zahlen wird das Unternehmen am Mittwoch offiziell bekanntgeben.

Seit der jüngsten Finanzierungsrunde wird die Firma mit 3,5 Milliarden Pfund bewertet. Im Mai hatten die Gründer 292 Millionen Pfund frisches Kapital eingesammelt. Damit können sie ihr Wachstum vorerst finanzieren. Ein Börsengang sei weiterhin nicht geplant, sagt Käärmann. Aber man sei jederzeit imstande, als börsennotierte Firma zu operieren, „falls wir denken, dass das hilft“.

Die Firma war einst mit Überweisungen für Privatkunden gestartet. Inzwischen setzt sie auch verstärkt auf Geschäftskunden. Pro Monat eröffneten 10.000 Firmen ein Konto bei Transferwise, sagt Käärmann. Weil der durchschnittliche Geschäftskunde ein Vielfaches des Umsatzes eines Privatkunden bringe, werde das Geschäft mit den Firmen irgendwann der wichtigere Zweig sein. Aber das wird noch dauern, denn auch die Zahl der Privatkunden wächst rasant. Inzwischen haben sechs Millionen Menschen ein Transferwise-Konto. Im Mai 2019 waren es noch fünf Millionen.

Um weiter zu wachsen, will Käärmann die Zusammenarbeit mit den Banken ausbauen. Bereits jetzt nutzen Smartphone-Banken wie N26, bunq und Monzo die Transferwise-Technologie, um Auslandsüberweisungen abzuwickeln. In den kommenden Wochen sollen weitere Partner bekanntgegeben werden.

Studien rechnen mit großem Wachstum

Im laufenden Jahr setzt Transferwise vor allem auf organisches Wachstum. Man expandiere in neue Länder wie Argentinien, sagt Käärmann. Aber primär gehe es darum, in den großen Märkten zu wachsen, in denen die Firma bereits vertreten sei. „Wir wickeln jeden Monat Zahlungen in Höhe von vier Milliarden Pfund ab. Das ist immer noch ein sehr kleiner Teil des Gesamtmarkts.“ Das Potenzial sei also noch groß.

Laut einer neuen Studie der Beratungsfirma Accenture wird der Markt für Zahlungsabwicklung weltweit bis 2025 jährlich um 5,5 Prozent wachsen – von derzeit 1,5 Billionen auf zwei Billionen Dollar. Weil Fintechs wie Transferwise Zahlungen schneller und günstiger abwickeln, drohen traditionelle Banken bis zu 280 Milliarden US-Dollar an Einnahmen zu verlieren.

Aber auch die Fintechs müssen mit immer neuen technologischen und gesellschaftlichen Trends mithalten. Die große Mehrheit der Transferwise-Überweisungen finde noch zwischen Bankkonten statt, sagt Käärmann. Aber in Asien seien die Zahlungsgewohnheiten anders. In Bangladesch etwa überweise man zunehmend direkt in digitale Wallets.

Mehr: Bei Auslandsüberweisungen können Bankkunden böse Überraschungen erleben. Zumindest in der EU stehen bald große Veränderungen ins Haus.

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