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Wirecard
(Foto: Bloomberg)

Zahlungsdienstleister Neue Vorwürfe gegen Wirecard – Aktie stürzt zeitweise um mehr als 30 Prozent ab

Eine von Wirecard beauftrage Kanzlei soll Beweise gefunden haben, die „schwere Fälschungsdelikte und/oder gefälschte Konten“ nahelegen. Das Unternehmen dementiert.
Update: 01.02.2019 - 18:07 Uhr Kommentieren

Das Dax-Unternehmen Wirecard erlebt eine turbulente Börsenwoche. Nach einem Kurseinbruch in Höhe von zeitweise 25 Prozent am Mittwoch dieser Woche brach der Aktienkurs am heutigen Freitag erneut ein und fiel zwischenzeitlich um 31 Prozent. Zum Handelsschluss betrug das Minus 25 Prozent bei einem Kurs von 108,50 Euro.

In beiden Fällen sorgte jeweils ein Bericht der Londoner Wirtschaftszeitung „Financial Times“ für die massiven Verluste. Am heutigen Freitag meldete die Online-Ausgabe, dass eine von Wirecard beauftragte externe Anwaltskanzlei bei ihrer Untersuchung des Büros des Online-Zahlungsdienstleisters in Singapur Beweise gefunden habe, die auf „schwere Fälschungsdelikte und/oder gefälschte Konten“ schließen lassen. Dies soll in einem vorläufigen Bericht gestanden haben, den Reporter der „Financial Times“ eingesehen hätten.

Das Dokument war laut der Wirtschaftszeitung als Basis für eine interne Präsentation mit dem Titel „Project Tiger Summary“ vor dem obersten Management am 8. Mai des vergangenen Jahres vorbereitet worden. Die Anwälte von Rajah & Tann haben mögliche zivil- und strafrechtliche Verstöße in Singapur, Hongkong, Indien, Malaysia und Deutschland festgestellt, berichtet die Zeitung.

Eine Wirecard-Sprecherin dementierte den Bericht in einer per E-Mail versendeten Erklärung: „Rajah & Tann Singapore LLP ist einer der vielen Rechtsberater von Wirecard und führt regelmäßig Compliance- und Governance-Beratungsarbeiten für Wirecard durch“, heißt es in der Stellungnahme. „Es ist unwahr, dass Rajah & Tann Singapore jemals Feststellungen über ein wesentliches Fehlverhalten eines Wirecard-Mitarbeiters in Fragen der Rechnungslegung getroffen hat. Dem Top-Management von Wirecard wurde am 8. Mai 2018 keine Präsentation zu der angeblichen Angelegenheit vorgelegt.“

Am vergangenen Mittwoch hatte die „Financial Times“ gemeldet, dass Edo Kurniawan, der für das Rechnungswesen verantwortliche Leiter im asiatisch-pazifischen Raum, im vergangenen Jahr verdächtigt worden sei, Transaktionen mittels gefälschter und zurückdatierter Verträge verschleiert zu haben.

Aktienkurs zeitweise unter 100 Euro

Wirecard hatte den Artikel am Mittwoch in einer ersten Stellungnahme als falsch, ungenau, irreführend und diffamierend bezeichnet. „Dieser Artikel hat keine Substanz und ist völlig bedeutungslos“, hieß es wörtlich. Am Donnerstag legte das Unternehmen aus Aschheim bei München, das im September in den Dax aufgestiegen war, mit deutlichen Worten nach. Und griff dabei Dan McCrum, den Autor des Artikels, an.

Am Donnerstag kündigte die Münchener Staatsanwaltschaft an, Vorermittlungen wegen möglicher Marktmanipulation aufzunehmen. Dabei wollen die Staatsanwälte mit der Börsenaufsicht Bafin zusammenarbeiten.

Auch die Bonner Behörde verkündete, den Fall routinemäßig untersuchen zu wollen. Immerhin waren am Mittwoch innerhalb von wenigen Stunden bis zu 2,7 Milliarden Euro an Kapital vernichtet worden.

Am heutigen Freitag rutschte die Aktie zeitweise unter die Marke von 100 Euro: Mit 99,86 Euro markierte der Titel den tiefsten Stand seit April 2018. Im September des vergangenen Jahres hatte das Papier seinen bisherigen Höchststand bei 199 Euro erreicht.

Nach dem neuerlichen Kursrutsch liegt die Marktkapitalisierung von Wirecard am Freitagnachmittag nur noch bei rund 13 Milliarden Euro. Zu Wochenbeginn hatte der Börsenwert noch 21 Milliarden Euro betragen.

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