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Zahlungsdienstleister Wirecard-Aktie geht nach neuen Vorwürfen wieder in den Keller

Zum dritten Mal innerhalb von kurzer Zeit stürzt die Aktie von Wirecard nach einem Bericht der „Financial Times“ ab. Diesmal geht es um deutsche Topmanager.
Update: 07.02.2019 - 15:29 Uhr 3 Kommentare
Die Aktie des Finanzdienstleisters hatte zeitweise mehr als ein Drittel ihres Werts verloren. Quelle: Reuters
Wirecard

Die Aktie des Finanzdienstleisters hatte zeitweise mehr als ein Drittel ihres Werts verloren.

(Foto: Reuters)

München Ein neuer Bericht der „Financial Times“ („FT“) über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten hat der Wirecard-Aktie am Donnerstag zugesetzt. Die Titel rauschten innerhalb kurzer Zeit um bis zu 19 Prozent auf 104,85 Euro ab und waren mit Abstand schwächster Wert im Dax. Die Zeitung berichtete unter anderem unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente, zwei deutsche Topmanager hätten „mindestens teilweise Kenntnis“ über Geldwäschevorwürfe gehabt. Seit Beginn der „FT“-Berichterstattung hat das Unternehmen rund acht Milliarden Euro an Börsenwert verloren.

Der Münchener Zahlungsdienstleister wies wie schon in der Vorwoche auch am Donnerstag alle von der „Financial Times“ erhobenen Vorwürfe entschieden zurück. In einem Statement hieß es: „Wir bestätigen noch einmal unsere Stellungnahme von Montag, den 04. Februar 2019. Der Artikel ist komplett unwahr. Wir bitten, die Persönlichkeitsrechte unserer Mitarbeiter zu wahren.“ Auf Nachfrage sagte eine Sprecherin, dass die in dem Artikel genannten Namen in einem fehlerhaften Zusammenhang genannt wurden.

Noch laufen die internen wie auch die externen Untersuchungen der renommierten Kanzlei Rajah & Tann aus Singapur. Beide Seiten hätten bis zum Donnerstag keine Hinweise auf fehlerhaftes Verhalten gefunden.

Im Übrigen prüfe man derzeit jegliche rechtliche Möglichkeit auf Schadensersatz. Dazu stehe man in engem Austausch mit der Börsenaufsicht Bafin und der Münchener Staatsanwaltschaft. Deren Leitender Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst sagte am Donnerstag. „Wir haben keinen ausreichenden Anfangsverdacht, um ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Wirecard einzuleiten.“

Derart große Kursschwankungen sind bei Dax-Unternehmen sehr ungewöhnlich. Der Wirecard-Vorstand hatte sich selbst an die Staatsanwaltschaft gewandt. Auch die Finanzaufsicht Bafin prüft, ob es sich um eine gezielte Attacke von Spekulanten handelte. Beide Behörden sind nun im Austausch: „Wir stehen im engen Kontakt mit der Bafin“, sagte Kornprobst.

Grundsätzlich sind im Moment die Behörden in Hongkong und Singapur für den Fall zuständig. Die Staatsanwaltschaft München darf einschreiten, wenn es einen deutschen Tatort oder eine Person hier gäbe. Bereits am Freitag vergangener Woche erstattete Wirecard Strafanzeige gegen unbekannt. Dadurch ist aus dem Vorermittlungsverfahren, das vergangene Woche bereits eigeleitet wurde, ein Ermittlungsverfahren geworden.

Fortschritte gibt es indes beim Fall Zatarra, einem bis dato unbekannten Resarchdienst, der vor drei Jahren mit einem vernichtenden Bericht und dem „Kursziel 0 Euro“ die Wirecard-Aktie auf Talfahrt geschickt hatte.

Hierbei gab es Ermittlungen gegen 39 Personen, wovon gegen 37 das Verfahren eingestellt wurde, da kein Tatnachweis zu führen war, hieß es zuletzt von der Münchener Staatsanwaltschaft. Gegen eine Person wurde das Verfahren gegen Zahlung von 35.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung eingestellt. Gegen eine Person wurde ein Strafbefehl beantragt, der wohl in diesem Jahr in München mündlich verhandelt wird.

In einer ersten Reaktion beließ die DZ Bank ihre Empfehlung für Wirecard bei „kaufen“ mit einem fairen Wert von 200 Euro. Laut Analyst Harald Schnitzer laufe das operative Geschäft des Zahlungsabwicklers gut, und Wirecard wachse mit hohem Tempo. In den vergangenen Jahren sei die Aktie immer wieder durch Short-Attacken, etwa wegen Vorwürfen zur Bilanzierung, heftig unter Druck gekommen. „Bislang erwiesen sich alle Vorwürfe als haltlos“, hob Schnitzer hervor, verwies aber auf die deswegen starke Schwankungsanfälligkeit der Aktie.

Mit Material von Nachrichtenagenturen

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3 Kommentare zu "Zahlungsdienstleister: Wirecard-Aktie geht nach neuen Vorwürfen wieder in den Keller"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Da wird ein großes Rad gedreht. Diese Aktion muß meiner Meinung nach durch das Management der FT gedeckt werden. Auf der Redakteurebene kann man nicht dreimal so kurz hintereinander solche Vorwürfe veröffentlichen und dadurch so hohe Kursverluste auslösen. Sollte sich das Ganze in Luft auflösen, ist der Imageschaden für die FT enorm. Wenn nicht sogar juristisch Schadenersatzansprüche drohen. Mich wundert es, dass da keiner gegen hält und die "Shortys" durch steigende Kurse aus den Markt schießt.

  • Entweder geht es hier um eine persönliche Fehde der FT oder aber sie und die Shortseller stecken unter einer Decke. Bereits gestern wurde vor einem neuen Bericht gewarnt, da die Shortaktivitäten zugenommen haben. Zudem bringt ein normales journalistisches latt eine große Story, nicht aufgeteilt in viele kleine Häppchen - aber so kann man natürlich besser shorten. Auch wird kein Anleger nach dem dritten Bericht aus seinem Investment aussteigen, schon gar nicht mit solchen Kursverlusten. Spätestens heute wurde das wahre Gesicht und Interesse an der aktuellen Berichterstattung gezeigt.

  • Auffällig, dass die Vorwürfe jedes Mal aus GB kommen ...

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