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Zahlungsdienstleister Wirecard beauftragt KPMG mit unabhängiger Prüfung

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG soll die Vorwürfe der „Financial Times“ unabhängig prüfen. Die Wirecard-Aktie reagiert mit deutlichen Gewinnen.
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Der Zahlungsdienstleister hatte am Freitag ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Quelle: dpa
Wirecard

Der Zahlungsdienstleister hatte am Freitag ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt. Die Untersuchung soll die von der britischen Zeitung „Financial Times“ vorgebrachten Vorwürfe aufklären und sofort beginnen, teilte Wirecard am Montag mit. Die Wirecard-Aktie reagierte mit deutlichen Gewinnen.

KPMG soll uneingeschränkten Zugang zu allen Informationen auf allen Konzernebenen erhalten. Auf der Seite von Wirecard wird Thomas Eichelmann, Vorsitzender des Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat, die Untersuchung begleiten.

Die Beauftragung eines externen Prüfers ist ein Strategieschwenk für Wirecard: Eine Sprecherin des Zahlungsdienstleisters hatte auf Anfrage des Handelsblatts am Mittwoch der vergangenen Woche mitgeteilt, man sehe keine Veranlassung für die Beauftragung eines Sonderprüfers.

„Wir gehen davon aus, dass die erneute unabhängige Prüfung dazu führt, alle weiteren Spekulationen endgültig zu beenden“, sagte Aufsichtsratschef Wulf Matthias. Markus Braun, Vorstandsvorsitzender von Wirecard, geht davon aus, dass „durch die unabhängige Untersuchung das Vertrauen in unser erfolgreiches und stark wachsendes Geschäft gestärkt wird.“

Die „Financial Times“ berichtet seit geraumer Zeit kritisch über den Dax-Konzern, was den Aktienkurs immer wieder belastete. Der Zahlungsdienstleister musste im Frühjahr einräumen, einige Geschäfte in Singapur falsch verbucht zu haben.

In der vergangenen Woche hatte die FT berichtet, dass 2016 mehr als die Hälfte des Vorsteuergewinns von Wirecard über ein Partnerunternehmen namens Al Alam aus Dubai erzielt worden sei. Wirecard soll den Kontakt zu Al Alam vor allem über seine Konzerntochter Card Systems Middle East gehalten haben. Im vergangenen Jahr trug diese laut Branchen-Newsletter „Finanz-Szene“ rund 58 Prozent zum Jahresgewinn von Wirecard bei.

Konzernchef Markus Braun weist die Vorwürfe einer frisierten Bilanz zurück. „Ich kann Ihnen mit Sicherheit sagen, dass an diesen Vorwürfen nichts dran ist“, sagte er gegenüber dem Handelsblatt.

Wirecard hatte daraufhin am Freitag angekündigt, ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro zu starten. Der Aktie des Zahlungsdienstleisters half das jedoch nicht: Sie schloss am Freitag mehr als sechs Prozent im Minus.

Mehr: Der Dax-Konzern kämpft weiter gegen schwere Vorwürfe der „Financial Times“. CEO Markus Braun attackiert die Zeitung – und will nun doch einen externen Prüfer beauftragen. Lesen Sie hier mehr.

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