Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Zahlungsdienstleister Wirecard-Konkurrent Heidelpay kauft die Frankfurter Universum Group

Der Heidelberger Zahlungsdienstleister will lieber selbst zukaufen, statt geschluckt zu werden – und übernimmt die Frankfurter Universum Group.
Kommentieren
Wirecard-Konkurrent Heidelpay kauft Frankfurter Universum Group Quelle: Moment/Getty Images
Einkaufen und bezahlen per Smartphone

Der Onlinehandel wächst. Davon profitieren die Zahlungsdienstleister.

(Foto: Moment/Getty Images)

FrankfurtDie Branche der Zahlungsdienstleister ist im Umbruch, wie eine Reihe von Übernahmen und Fusionen zeigt. Jüngstes Beispiel: Der Heidelberger Zahlungsabwickler Heidelpay kauft die Frankfurter Universum Group, die unter anderem als Inkassofirma offene Forderungen für ihre Kunden eintreibt. Das Bundeskartellamt habe der Transaktion bereits zugestimmt, teilte Heidelpay am Dienstagmorgen mit.

Für Heidelpay ist die Übernahme ein wichtiger Schritt. Das Unternehmen hat zwar bereits einige kleinere spezialisierte Zahlungsdienstleister erworben. Doch mit Universum verdoppelt das Unternehmen die Zahl seiner Mitarbeiter nahezu. Heidelpay hat bisher 200 Beschäftigte, durch Universum kommen 180 weitere dazu. Zum Kaufpreis wollte Heidelpay keine Angaben machen.

Heidelpay wickelt Zahlungen in Onlineshops sowie an der Ladenkasse ab, größter Wettbewerber ist der Dax-Konzern Wirecard. Zu den Heidelpay-Kunden zählen beispielsweise der Elektronik-Versandhandel Alternate, die Online-Partnervermittlung Elite-Partner, der Konsumgüterkonzern L’Oréal und die Immobilienplattform Immobilienscout24.

Dominiert wird der Markt der Online-Zahlungsdienstleister von Wirecard und der niederländischen Firma Adyen. Aber auch Unternehmen wie Ingenico, die aus dem traditionellen Geschäft der Abwicklung von Kartenzahlungen an der Ladenkasse kommen, spielen eine große Rolle. Besonders in Deutschland ist der Markt trotz einiger Zusammenschlüsse jedoch noch zersplittert, mehr als zehn Zahlungsdienstleister ringen um die Gunst der Händler.

Das Geschäft boomt, weil Verbraucher weltweit immer mehr online einkaufen. Doch das allein garantiert noch nicht den Erfolg der Unternehmen, denn die Margen, die sie erzielen, sind niedrig. Deshalb versuchen viele von ihnen, auch durch Zukäufe zu wachsen und die vorhandenen Systeme durch mehr Transaktionen besser zu nutzen.

Zahlungsdienstleister erhalten meist nur einen minimalen Anteil der Umsätze bei Transaktionen im Handel. Zugleich werden die Kunden, insbesondere die großen, global agierenden Händler, anspruchsvoller. Sie verzahnen ihr Geschäft online und im Laden – und das über Ländergrenzen hinweg.

Grob gesagt sorgen die Firmen dafür, dass das Geld des Kunden, der einkauft, auch bei der Bank des Händlers landet – egal ob beim Onlineshopping oder an der Ladenkasse, egal ob der Kunde mit Giro- oder Kreditkarte, per Smartphone oder über Paypal zahlt.

Gebühren berappen müssen dabei in erster Linie die Händler. Der Verbraucher bekommt davon in der Regel nichts mit.

Konsolidierung der Zahlungsdienstleister

Im vergangenen Jahr gab es bereits eine deutliche Konsolidierung unter europäischen Zahlungsdienstleistern: So übernahm das dänische Unternehmen Nets den Konkurrenten Concardis aus Deutschland.

Der französische Zahlungsdienstleister Ingenico hat sein Deutschlandgeschäft mit BS Payone, einer Firma der Sparkassen, zusammengelegt – wobei Ingenico die Mehrheit an dem Gemeinschaftsunternehmen halten wird. Zudem verkaufte die Schweizer Six Group, die auch Börsenbetreiber ist, ihren Zahlungsdienstleister an den Konkurrenten Worldline aus Frankreich.

Auch Jan Mirko Hüllemann, Chef von Heidelpay, hat die Konsolidierung der Zahlungsdienstleister bereits beobachtet: Entweder wird eine Firma übernommen, oder sie kauft selbst dazu. „Wir von Heidelpay haben uns entschieden: Wir sind Käufer“, sagte er dem Handelsblatt. Hüllemann hatte Heidelpay 2003 gegründet, 2017 stieg der britische Finanzinvestor Anacap ein.

Etliche weitere Firmen der Branche, etwa Adyen, Ingenico und Wordline, sind börsennotiert. Nets gehört ebenfalls einem Finanzinvestor.

Startseite

Mehr zu: Zahlungsdienstleister - Wirecard-Konkurrent Heidelpay kauft die Frankfurter Universum Group

0 Kommentare zu "Zahlungsdienstleister: Wirecard-Konkurrent Heidelpay kauft die Frankfurter Universum Group"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote