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Zahlungsdienstleister Wirecard-Vorstand soll von umstrittenen Zahlungen gewusst haben

Jan Marsalek, Chief Operating Officer und langjähriger Mitarbeiter des Dax-Unternehmens, soll vier Überweisungen nach Singapur beaufsichtigt haben.
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Wirecard: Vorstand soll von umstrittenen Zahlungen gewusst haben Quelle: Reuters
Wirecard-Logo

Der Dax-Konzern sieht sich seit geraumer Zeit mit Vorwürfen konfrontiert.

(Foto: Reuters)

MünchenDer Zahlungsdienstleister Wirecard steht am Donnerstag ein weiteres Mal unter Druck. Die Aktie verlor bis zum Nachmittag rund drei Prozent. Grund dafür war ein neuerlicher Bericht in der „Financial Times“, in dem unter anderem auch Vorwürfe gegen Vorstand Jan Marsalek erhoben wurden.

Dem Blatt zufolge sollen leitende Angestellte in der deutschen Wirecard-Zentrale vier Transaktionen im Gesamtvolumen von zwei Millionen Euro beaufsichtigt haben. Diese stünden im Mittelpunkt der Ermittlungen um die seit Wochen kursierenden Vorwürfe um Geldwäsche, Kontomanipulation, Betrug und Fälschung in der Niederlassung in Singapur. Die Wirtschaftszeitung beruft sich dabei auf ihr vorliegende Unterlagen.

Konkret sollen demnach im März vergangenen Jahres Überweisungen von einem Wirecard-Konto bei einer Münchener Bank an ein Unternehmen in Singapur weitergeleitet worden sein. Vorstand Jan Marsalek soll über die Transaktion Bescheid gewusst haben.
Als Chief Organisation Officer (COO) ist der 39-jährige Österreicher seit dem Jahr 2010 unter anderem für die organisatorische Weiterentwicklung des einstigen Start-ups verantwortlich. Zu Wirecard kam er bereits im Jahr 2000 im Alter von 20 Jahren. Viele Male war Marsalek seither selbst in Asien und zählt zu einem der wesentlichen Architekten des dortigen Geschäfts.

Im Haus gilt er wegen seiner langen Zugehörigkeit ähnlich wie Vorstandschef Markus Braun als einer der Gründerväter des Unternehmens. Auch Finanzvorstand Alexander von Knoop wird dazugerechnet.

Der ehemalige PwC-Berater für den Bereich Banking ist seit 2005 im Unternehmen. Erst im vergangenen Jahr wurde der Wirecard-Vorstand auf vier Personen erweitert. Die Österreicherin Susanne Steidl verantwortet seither den Produktbereich. Bei Wirecard selbst ist auch sie schon seit dem Jahr 2006.

Der asiatische Markt spielt in der Wachstumsstrategie von Wirecard eine wesentliche Rolle. Gut die Hälfte der rund 5000 Mitarbeiter sitzt dort. Etwa die Hälfte des weltweiten Umsatzes wird in Fernost erwirtschaftet. Beim bargeldlosen Bezahlen – dem Kerngeschäft von Wirecard – sind die Asiaten sehr viel weiter als die Deutschen.

Wirecard verweist auf anstehenden Untersuchungsbericht

Bei Wirecard selbst wollte man sich zu den neuerlichen Vorwürfen nicht äußern. Stattdessen verwies man auf die sogenannte „Quiet Period“ im Vorfeld der am 4. April anstehenden Veröffentlichung der Zahlen für das abgelaufene Jahr. In diesem Zeitraum äußert sich das Unternehmen nicht zu sensiblen und kursrelevanten Themen.

Zudem wird in den kommenden Tagen der Abschlussbericht der Wirtschaftskanzlei Rajah & Tann aus Singapur erwartet, die mit der externen Aufklärung der Vorfälle in Singapur betraut ist. „Nach heutigem Kenntnisstand unterscheiden sich die Tatsachen von denen, die von der FT beschrieben werden. Wir fordern daher dringend, den Abschlussbericht abzuwarten“, hieß es auf Anfrage des Handelsblatts.

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