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Zahlungsverkehr Diese neue Regeln gelten bei Echtzeitzahlungen

Europäische Banken haben beschlossen, das Limit für Echtzeitzahlungen auf 100.000 Euro anzuheben. Der Durchbruch für die Technik ist das aber nicht.
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Instant Payments: Neue Regeln für Echtzeitzahlungen Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
App für Echtzeit-Zahlungen

Echtzeitzahlungen machen Geldtransfers binnen Sekunden möglich.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Frankfurt Seit gut einem Jahr sind Zahlungen in Echtzeit, auch Instant Payments genannt, in Deutschland möglich. Bislang allerdings werden sie kaum genutzt. Ein Grund dafür: Solche Sofortzahlungen sind für Summen von maximal 15.000 Euro möglich.

Das wird sich künftig ändern: Die europäischen Banken haben sich darauf geeinigt, das Limit 100.000 Euro anzuheben. Das teilte das European Payments Council, der Standards für den Zahlungsverkehr definiert und dem Banken und Bankenverbände angehören, mit.

Für Instant Payment gibt es seit Ende 2017 einen europaweiten Standard. „Echtzeit“ heißt, dass der Betrag binnen zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben wird. Die meisten Banken in Deutschland bieten diese Dienstleistung ihren Kunden inzwischen an.

Der neue Höchstbetrag, der ab Juli 2020 gilt, wird Echtzeitzahlungen zwar nicht zum Durchbruch verhelfen. Doch zumindest für Unternehmen könnten Instant Payments relevant werden. Bei ihnen geht es schließlich oft um hohe Summen, die sie beispielsweise an Zulieferer überweisen müssen. Und womöglich wird das Limit noch einmal erhöht.

„Durch die stufenweise Anhebung der Betragsgrenze, im nächsten Schritt auf 100.000 Euro, werden Echtzeit-Überweisungen insbesondere für Geschäfts- und Firmenkunden noch interessanter“, meint der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der die deutschen Sparkassen sowie Landesbanken vertritt. Das Verfahren passe damit besser zu den in vielen Branchen üblichen, eng getakteten Produktions- und Lieferketten und böte Zahlungssicherheit bei zeitkritischen Zug-um-Zug-Geschäften, so der DSGV.

System könnte bei europäischem Zahlungssystem eine Rolle spielen

Privatkunden allerdings dürften weiterhin meist auf Zahlungen in Echtzeit verzichten. Denn ein Großteil der deutschen Geldhäuser verlangt dafür eine extra Gebühr, häufig von 50 Cent je Überweisung, teils aber auch von zwei Euro. Als Beispiel für die Anwendung von Echtzeitzahlungen wird immer wieder der Kauf eines Gebrauchtwagens genannt. Doch solche Anschaffungen tätigt man nur alle paar Jahre.

Eine größere Rolle könnten Instant Payments jedoch spielen, sollte ein neues europäisches Zahlungssystem entstehen. Derzeit gibt es Überlegungen, dass ein solches neues System auf der Verbindung von Echtzeitüberweisungen und speziellen, neuen Kontoschnittstellen der Banken basieren soll.

So hat eine bei der Europäischen Zentralbank angesiedelte Expertengruppe, die Teil des Euro Retail Payments Board ist, kürzlich einen Zwischenbericht vorgestellt. Dieses Regelwerk namens Sepa API Access Scheme könnte zum einen zur europaweiten Initiierung und Abwicklung von Zahlungen dienen und zum anderen die Basis für einen branchenübergreifenden Datenaustausch bieten.

Die Datenschnittstellen müssen Banken im Zuge der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 seit dem vergangenen Wochenende bereitstellen. Auf Wunsch der Kunden müssen sie anderen Finanzdienstleistern wie Finanz-Start-ups darüber Zugriff auf die Konten der Kunden gewähren. Auf diese Weise können diese Zahlungen auslösen und Kontoinformationen abrufen.

Mehr: Wie die Kreditvergabe binnen Sekunden funktioniert und welche Risiken damit verbunden sind.

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