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Zahlungsverkehr Handelsverband fordert Aufschub der EU-Richtlinie PSD2

Euro Commerce fürchtet, dass nicht alle Händler den neuen Zahlungsverkehr rechtzeitig umsetzen können. Eine Übergangsfrist soll die Händler schützen.
Update: 12.06.2019 - 13:50 Uhr Kommentieren
Bei Onlinebezahldiensten wie Paypal ist noch nicht klar, wie die neuen Richtlinien umgesetzt werden sollen. Quelle: dpa
PayPal

Bei Onlinebezahldiensten wie Paypal ist noch nicht klar, wie die neuen Richtlinien umgesetzt werden sollen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer europäische Handelsverband Euro Commerce fordert eine Art Übergangsfrist beim Start neuer EU-Regeln, die Onlinezahlungen sicherer machen sollen. Er will, dass die sogenannte starke Kundenauthentifizierung nach und nach eingeführt wird und nicht ausnahmslos zum Stichtag am 14. September. Die Vorgabe ist Teil der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2.

Die europäische Bankenaufsicht Eba, die EU-Kommission und nationale Behörden sollten eine „schrittweise Durchsetzung“ zulassen, heißt es in einem Brief von Euro Commerce an die Eba, der dem Handelsblatt vorliegt. Es gebe „starke Bedenken“, dass alle Akteure im Zahlungsverkehr rechtzeitig fertig seien. Der Verband befürchtet unter Umständen „erhebliche Störungen“ im E-Commerce.

Der Grund: Es drohen Kaufabbrüche, wenn Verbraucher nicht wie gewohnt zahlen können. Sollte es zu größeren Problemen kommen, würde das den Handel in einer kritischen Phase treffen. Das Geschäft vor Weihnachten und um den Jahreswechsel ist sehr wichtig für die Branche.

Die „starke Kundenauthentifizierung“ wird auch als Zwei-Faktor-Authentifizierung bezeichnet, weil Kunden künftig zwei von drei Faktoren aus den Kategorien Wissen, Besitz und Inhärenz vorweisen müssen – etwa bei Kreditkartenzahlungen. Es reicht dann nicht mehr aus, im Onlineshop Kreditkartennummer, Ablaufdatum und Prüfziffern anzugeben.

Zusätzlich wird ein zweiter Faktor verlangt, etwa die Eingabe einer Sicherheitsnummer. Wie die Onlinebezahldienste Paypal und Paydirekt die neuen Vorgaben umsetzen, ist noch nicht klar. Paypal hat bisher noch nicht erklärt, was die Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Nutzer bedeutet und ob sie immer oder in der Regel einen zweiten Faktor eingeben müssen oder nicht. Eine Paypal-Sprecherin nannte auf Anfrage keine Details. Auch Paydirekt, der Bezahldienst der deutschen Geldhäuser, sagt bislang nicht, wie er die neuen Vorgaben umsetzt.

Die Eba teilte mit, sie kenne Bedenken, dass Zahlungsdienstleister und Händler nicht rechtzeitig bereit seien. Die Regeln seien aber bereits EU-Gesetz. Nur Kommission, Rat und Parlament könnten ein Startdatum verschieben. Zudem habe es genug Zeit zur Vorbereitung gegeben.

Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, man arbeite eng mit allen Beteiligten zusammen, um die Bedeutung der Bedenken einzuschätzen. Dazu könne man zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nichts weiter sagen. Gleichwohl betonte der Sprecher, dass die Unternehmen mehr als drei Jahre Zeit gehabt hätten, sich auf die neuen Anforderungen vorzubereiten.

Der Kreditkartenanbieter Visa äußerte sich nicht direkt zum Euro-Commerce-Vorstoß. Visa arbeite mit Händlern, Finanzinstituten, Handelsverbänden und Regulierungsbehörden in Europa „zusammen, um sicherzustellen, dass es eine ausreichende Flexibilität bei der Einführung der SCA gibt und weder Verbraucher noch Händler beeinträchtigt werden“. Mastercard wollte sich nicht äußern. In Deutschland allerdings bezahlen die Verbraucher ihre Onlineeinkäufe besonders gern per Rechnung. Auch Lastschrift und Paypal sind beliebter als die Zahlung mit Kreditkarte.

Mehr: Die Zahlungsdienstrichtlinie regelt, welche Drittanbieter auf die Bankkonten von Verbrauchern zugreifen können. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

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