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Zahlungsverkehr Noch mehr Konkurrenz unter Zahlungsdienstleistern

Giropay soll Teil von X-Pay und damit eines neuen Bezahlverfahrens der deutschen Banken werden. Vorerst aber versucht die Firma, auf eigene Faust mehr Kunden zu gewinnen.
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Immer mehr Verbraucher kaufen online ein - und nutzen auch Online-Bezahlverfahren. Quelle: E+/Getty Images
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Immer mehr Verbraucher kaufen online ein - und nutzen auch Online-Bezahlverfahren.

(Foto: E+/Getty Images)

Frankfurt Nicht nur Finanz-Start-ups (Fintechs) nutzen die neuen Datenschnittstellen, die Banken künftig zur Verfügung stellen müssen. Auch das Bezahlverfahren Giropay greift darauf zurück – und will künftig alle deutschen Bankkunden adressieren. Dabei nutzt Giropay die Kontoschnittstellen, die die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 ab dem 14. September vorschreibt, wie das Unternehmen am Montag ankündigte.

Wesentlicher Teil der PSD2 ist, dass Banken Drittanbietern, meist Fintechs, auf Wunsch ihrer Kunden den Zugriff auf Zahlungskonten gewähren. Auch Zahlungen können per Kontozugriff initiiert werden. Künftig könne nahezu jeder Online-Banking-Kunde in Deutschland mit Giropay bezahlen, sagte Giropay-Geschäftsführer Jörg Schwitalla. Man wolle nach und nach die „fehlenden Banken“ anbinden.

Damit versucht Giropay, den anderen Online-Bezahldiensten auf dem deutschen Markt verstärkt Konkurrenz zu machen. Am meisten Zuspruch findet der US-Bezahldienst Paypal. Weitere Wettbewerber sind Sofort vom schwedischen Fintech Klarna und Paydirekt. Giropay, bereits seit 2006 am Markt, gehört den Sparkassen, den Volks- und Raiffeisenbanken und der Postbank, die Teil der Deutschen Bank ist. Bislang können Kunden der Eigentümer-Banken Giropay nutzen, bald dann auch alle anderen - also beispielsweise Kunden der Onlinebanken.

Kurioserweise ist Giropay neben dem 2015 gestarteten Paydirekt das zweite Onlinebezahlverfahren der deutschen Finanzbranche. Doch beide Anbieter führen ein Nischendasein. Bei Giropay nutzen Kunden die Zugangsdaten wie beim Onlinebanking und geben Zahlungen mit einer Sicherheitsnummer TAN frei. Die Firma veröffentlicht – wie Paydirekt – keine Transaktionsdaten.

Insidern zufolge laufen über Giropay rund zehn Millionen Transaktionen jährlich. Das dürfte weit über dem Niveau Paydirekts liegen, das Paypal Paroli bieten sollte, aber weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibt.

Der Zeitpunkt des Giropay-Vorstoßes ist überraschend. Er kommt just, während die deutschen Kreditinstitute überlegen, wie sie ihre Bezahlangebote in einem neuen Verfahren – Arbeitstitel „X-Pay“ – bündeln und daraus ein neues Bezahlverfahren schaffen können. Hintergrund der Überlegungen zu X-Pay ist, dass die Vielfalt der Zahlungsangebote der deutschen Geldhäuser verwirrend ist und sie – wie Giropay und Paydirekt - teils wenig Zuspruch finden.

Mit dem Handy-zu-Handy-Zahlverfahren „Kwitt“ wiederum können sich nur Kunden der Sparkassen und Genossenschaftsbanken gegenseitig Geld schicken. Die „EC-Karte“, die heute offiziell Girocard heißt, gilt mit mehr als 100 Millionen Karten als das populärste Zahlungsverfahren der deutschen Banken, die Zahl der Transaktionen ist zuletzt rasant gestiegen. Das gesamte Projekt zur Zukunft der Zahlungsdienstleistungen läuft unter dem Namen „#DK“, was für „Digitale Kreditwirtschaft“ steht und zugleich die Abkürzung für Deutsche Kreditwirtschaft (DK), der gemeinsamen Interessenvertretung der Banken-Lobbyverbände, ist.

Giropay erklärte auf Anfrage, dass man seit vielen Monaten, lange vor der Initiative der DK, auf den 14. September und die Umsetzung der PSD2 hingearbeitet habe. Die Firma bestätigte, dass Giropay Teil der Überlegungen bei X-Pay ist: Man denke darüber nach, wie Giropay in einem neuen Verfahren „sinnvoll Platz finden“ könnte. „Die Gespräche dazu sind in einer sehr frühen Phase“, hieß es weiter.

Mehr: Warum die deutschen Banken und Sparkassen an einem neuen Bezahlverfahren arbeiten und was es mit „X-Pay“ auf sich hat.

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