Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

ZEB-Studie Versicherungen kommen bei digitaler Transformation nur langsam voran

Die Unternehmensberatung ZEB analysiert in einer Studie den Fortschritt der Versicherungsbranche beim digitalen Umbruch. Das Ergebnis ist ernüchternd.
Kommentieren
Digitalisierung: Versicherungen kommen nur langsam voran Quelle: dpa
Mann am Computer

Im Jahr 2018 hat die deutsche Versicherungswirtschaft ihre Ausgaben für IT-Systeme auf 4,45 Milliarden Euro erhöht.

(Foto: dpa)

Frankfurt Das Urteil fällt harsch und knapp aus: „Eine der letzten Bastionen des 19. Jahrhunderts“ seien die Versicherungen, sagte vor gut zwei Jahren der Leiter der Geschäftssparte Digital Partners von Munich Re, Andrew Rear. Im Blick hatte er dabei die Digitalisierungsfortschritte der Branche.

Tatsächlich galt die Versicherungsindustrie lange als vergleichsweise beschauliches Terrain, das sich gegen allzu rapide Veränderungen zu schützen wusste. Inzwischen bricht sich in der milliardenschweren Branche zwar der digitale Umbruch sich auch hier immer stärker Bahn. Im Jahr 2018 hat die deutsche Versicherungswirtschaft ihre Ausgaben für die IT-Systeme nach Angaben des Branchenverbandes GDV weiter auf jetzt 4,45 Milliarden Euro erhöht. Doch noch kommt die digitale Revolution nur in Trippelschritten voran.

Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung ZEB, die dem Handelsblatt vorab vorliegt, investieren die deutschen Assekuranzen inzwischen zwar viel Geld in die Digitalisierung. Innovative Geschäftsansätze entstünden daraus bisher allerdings „weder im Produktangebot, in den Prozessen noch in der Technologie“, lautet das zentrale Ergebnis der Untersuchung, für die 100 Führungskräfte und Experten sowie 1000 Endkunden in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Italien und der Schweiz befragt wurden.

Für die Branche ist das ein ernüchterndes Resultat. Der Allianz-Rivale und größte Versicherer der Schweiz, die Zurich Insurance Group, sieht die Branche vor einem grundlegenden Ausleseprozess. „Wir durchleben gegenwärtig eine Zeit des Wandels, im Ausmaß ähnlich der industriellen Revolution“, sagte der Strategie- und Innovations-Vorstand der Zurich Insurance Group, Giovanni Giuliani, vor wenigen Tagen dem Handelsblatt.

Durch die zunehmende Digitalisierung veränderten sich auch die Wünsche der Kunden drastisch, sagte Giuliani. Wenn Versicherer nicht innovativ seien, würden sie austauschbar. „Austauschbare Firmen werden jedoch niemals Marktführer.“

Mehrheit der Kunden bevorzugt persönlichen Kontakt

Tatsächlich sind Europas Versicherer bei der digitalen Transformation ihrer Geschäftsprozesse in den vergangenen Jahren vorangekommen. Das Angebot für die Kunden bliebe bisher jedoch auf „digitale Basis-Services beschränkt“. Nur eine kleine Minderheit der Assekuranzen steuere ihre digitalen Produkte und Services auch nach digitalen Zielgrößen wie beispielsweise die Höhe der Online-Abschlussquoten.

Nach wie vor bevorzugt eine Mehrheit der befragten Kunden zwar den persönlichen Kontakt. Onlinekanäle lägen allerdings mittlerweile fast gleichauf. „Die Konsequenz der Digitalstrategien bleibt somit ausbaubar“, kritisiert Stefan Geipel, Partner von ZEB und Autor der Studie.

Auch bei der Datenverarbeitung sehen die Berater noch ungenutzte Chancen. So würde bisher eine vertriebliche Nutzung der vorliegenden Kundendaten über alle Unternehmens- und Vertriebseinheiten zumeist ausbleiben.

Beim Thema Künstliche Intelligenz bewegt sich die Branche ebenfalls laut der Studie nur langsam. „Die Hälfte der Versicherer setzt KI-Ansätze noch nicht einmal in Pilotprojekten um“, sagt Milena Rottensteiner, die Co-Autorin der Studie ist. Automatisierte, datengetriebene Entscheidungen gebe es maximal in einigen wenigen, ausgewählten Unternehmensbereichen.

In vielen Vorstandsetagen sehen die Berater vor diesem Hintergrund noch Bedarf zum Nachjustieren. Kunden stünden dem aktuellen „Versicherungserlebnis“ eher indifferent gegenüber. Die Hälfte der befragten Kunden könne sich laut der Umfrage zwar derzeit nicht vorstellen, versicherungsfremde Services über Versicherungsplattformen zu erwerben. Das Interesse an digitalen Versicherungsprodukten und -services scheine dagegen groß, lautet die Quintessenz der Berater.

Mehr: Grüner, effizienter, vernetzter – das sollen die Städte von morgen sein. Anleger können profitieren, wenn sie in Firmen investieren, die an den Städten mitwirken.

Startseite

Mehr zu: ZEB-Studie - Versicherungen kommen bei digitaler Transformation nur langsam voran

0 Kommentare zu "ZEB-Studie: Versicherungen kommen bei digitaler Transformation nur langsam voran"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote