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Zinsaufschlag Deutsche Bank platziert neuen Anleihe-Typ – und muss höhere Risikoprämie als Commerzbank zahlen

Die Deutsche Bank hat sich bei großen Investoren Geld geliehen – und musste dafür deutlich höhere Zinsen zahlen als die Commerzbank.
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Unbesicherte Anleihen sind nicht die wichtigste Finanzquelle für die Deutsche Bank. Quelle: Reuters
Deutsche Bank

Unbesicherte Anleihen sind nicht die wichtigste Finanzquelle für die Deutsche Bank.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Deutsche Bank wird von Kapitalmarkt-Profis noch immer kritisch beäugt – und das gilt nicht nur für potenzielle Aktienkäufer. Am Freitag hat das Institut einen neuen Anleihe-Typ platziert, sogenannte Senior Preferred Anleihen. Diese Anleihen zählen anders als Aktien und normale vorrangige Anleihen nicht zur Haftungsmasse bei einer Notrettung des Instituts und gelten deshalb als relativ sicher.

Dennoch verlangten Investoren von der Bank Risikoprämien, die deutlich über denen der Commerzbank liegen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete.

Für eine fünfjährige, eine Milliarde Euro große Anleihe dieses Typs musste die Deutsche Bank einen Zinsaufschlag zahlen, der 0,55 Prozentpunkte höher lag als derjenige, den die Commerzbank kürzlich für eine vergleichbare Anleihe bieten musste. Insgesamt lagen die Zinskonditionen für die Deutsche Bank bei 0,9 Prozentpunkten über dem Referenzzins Swap, zu dem institutionelle Investoren feste in variable Zinsen tauschen.

„Die Differenz zwischen dem Zinsaufschlag, den die Commerzbank zahlen muss, und dem der Deutschen Bank ist schon bemerkenswert groß“, sagt Michael Hünseler, Geschäftsführer und Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Assenagon. „Die Leute haben riesige Fragezeichen mit Blick auf die Deutsche Bank“, sagte Tom Kinmoth, ein Anleihestratege von ABN Amro zu Bloomberg. Das größte deutsche Geldhaus hinke anderen hinterher. Die Deutsche Bank äußerte sich zu den Konditionen für die Anleihe nicht.

Unbesicherte Anleihen sind nicht die wichtigste Finanzquelle für die Deutsche Bank. Sie finanziert sich zu großen Teilen über die Einlagen ihrer Privatkunden oder über die Gelder aus ihrem Zahlungsverkehrsgeschäft. Doch einen gewissen Betrag leiht sich die Bank nach wie vor über unbesicherte Anleihen am Kapitalmarkt. Bis zum Jahresende will das Institut seinem Refinanzierungsplan zufolge noch rund fünf Milliarden Euro über solche bevorzugten Vorranganleihen oder Pfandbriefe hereinholen.

Mit der aktuellen Emission reduziert sich der Bedarf auf grob geschätzt vier Milliarden Euro. Insgesamt finanziert das Institut etwa drei Prozent seiner Bilanzsumme über unbesicherte Anleihen aller Art. Gemessen an den über 320 Milliarden Euro, die das Institut aktuell über Privatkundeneinlagen finanziert, spielen sie damit allerdings nur eine kleine Rolle.

Gleichwohl sieht Assenagon-Fondsmanager Hünseler die ungünstigen Konditionen als Wettbewerbsnachteil. Diese neue Anleihe-Klasse, über die sich die Deutsche Bank erstmalig finanzierte, sei in Deutschland eigentlich eingeführt worden, damit die Banken Refinanzierungskosten sparen könnten, schließlich sei das die günstigste Refinanzierungsquelle für Banken nach Einlagen und Pfandbriefen.

„Doch bei dem hohen Niveau, das die Anleger für Senior Preferred Anleihen von der Deutschen Bank verlangen, gelingt das nur eingeschränkt. Das sieht nicht nur optisch unschön aus, es belastet auch die Konkurrenzfähigkeit und Profitabilität der Deutschen Bank“, betont Hünseler.

Aus Hünselers Sicht spielt offenkundig das Rating eine Rolle bei der Preisfindung, das bei der Commerzbank etwas besser ist als bei der Deutschen Bank. „Doch das ist ein Teufelskreislauf: Die Ratingagenturen fordern, dass die Bank für eine bessere Bewertung profitabler werden müsste. Doch genau das wird durch die schwächeren Ratings erschwert“, so Hünseler.

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