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Zinsmanipulation Euribor-Skandal kostet die Deutsche Bank Millionen

Mehrere Banken sollen zwischen jahrelang den Referenzzinssatz Euribor manipuliert haben. Im dazugehörigen Rechtsstreit hat die Deutsche Bank nun eine Einigung erzielt. Demnach wird sie mehr zahlen als Barclays und HSBC.
Update: 13.06.2017 - 11:05 Uhr Kommentieren

Die Kauflaune ist zurückgekehrt

New YorkDie Deutsche Bank kann eine weitere juristische Baustelle weitgehend abhaken: Sie einigte sich mit Klägern in einem Sammelverfahren um den Referenzzinssatz Euribor auf die Zahlung von 170 Millionen Dollar, wie aus Unterlagen beim zuständigen US-Bundesgericht in Manhattan hervorgeht. Allerdings muss ein Richter dem Vergleich noch zustimmen.

Ein Sprecher der Deutschen Bank in Frankfurt wollte das Verfahren am Dienstag nicht weiter kommentieren. Zuvor hatte der Richter bereits Vergleiche mit den britischen Banken Barclays und HSBC über 94 Millionen beziehungsweise 45 Millionen Dollar genehmigt.

Der Euribor ist der durchschnittliche Zinssatz, zu dem viele europäische Banken einander Anleihen in Euro gewähren und wird auf Grundlagen von Bankenangaben täglich neu berechnet. Er ist ein Referenzzinssatz, der Basis für unzählige Geschäfte im Volumen von Hunderten Billionen Euro ist. An ihm orientieren sich etwa die Zinsen für Hypotheken und Sparkonten. Den Banken wurde vorgeworfen, zwischen 2005 und 2011 gemeinsam den Euribor manipuliert zu haben, um bei eigenen Positionen davon zu profitieren. Statt auf dem Derivatemarkt miteinander zu konkurrieren, sollen die Banken den Zinssatz zu ihren Gunsten verfälscht haben, um möglichst hohe Profite einzustreichen. Das verstößt gegen das amerikanische Kartellrecht.

Die Deutsche Bank hatte bereits 2013 in einem anderen Fall von Zinsmanipulationen mit der EU-Kommission einen Vergleich geschlossen. Deutschlands größtes Geldhaus zahlte damals 725 Millionen Euro für die Beteiligung an der Manipulation des Euribor und seines internationalen Pendants Libor. Zwei Jahre später musste die Bank in den USA und Großbritannien insgesamt noch einmal 2,5 Milliarden Dollar für die Manipulation des Libors zahlen.

Stimmt der Richter der Einigung zu, hätte die Deutsche Bank seit 2012 fast 15 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten ausgegeben.

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