Zinsmanipulations-Skandal Commerzbank suspendiert Devisenhändler

Auch bei der Commerzbank gab es offenbar Versuche, Zinsen am Devisenmarkt zu manipulieren. Das Geldhaus suspendierte zwei Händler, die bei internen Untersuchungen aufgefallen waren. Auch andere Banken ermitteln.
Update: 21.05.2014 - 14:03 Uhr Kommentieren
Commerzbank-Logo: Händler haben offenbar bei einer regulären Euro/Zloty-Transaktion im Januar einen Manipulationsversuch unternommen. Quelle: dpa

Commerzbank-Logo: Händler haben offenbar bei einer regulären Euro/Zloty-Transaktion im Januar einen Manipulationsversuch unternommen.

(Foto: dpa)

Frankfurt am MainDie Commerzbank hat im Zuge der Ermittlungen zur Manipulation am Devisenmarkt nach eigenen Angaben zwei Händler suspendiert. Die beiden Mitarbeiter seien im Februar und Mai freigestellt worden, sagte ein Banksprecher am Mittwoch. Hintergrund sei ein Manipulationsversuch bei einer regulären Euro/Zloty-Transaktion im Januar, der durch interne Kontrollmechanismen aufgeflogen sei. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass weitere Mitarbeiter in Tricksereien involviert seien.

„Die Bank verfolgt eine Null-Toleranz- Politik hinsichtlich der Verletzung von Compliance-Richtlinien” und habe nach Bekanntwerden von Fehlverhalten umgehend gehandelt, teilte das Unternehmen am Mittwoch per E-Mail mit. Eine mit dem Vorgang vertraute Person berichtete, bei dem Fehlverhalten habe es sich um einen erfolglosen Versuch gehandelt, eine Kundenorder zu manipulieren. Einen Bezug zu Währungsmanipulationen habe es nicht gegeben. Ein Händler sei im Februar und ein anderer im Mai suspendiert worden, so die informierte Person weiter. Die Commerzbank teilte mit, sie halte das Fehlverhalten für einen Einzelfall, von dem weder die Bank noch die betroffenen Mitarbeiter profitiert hätten.

Erst am Dienstag hatte die Finanzaufsicht BaFin erklärt, im Devisenskandal liefen Untersuchungen bei mehreren deutschen Banken. „Das, was wir sehen, ist nicht beruhigend“, sagte der für die Bankenaufsicht verantwortliche Exekutivdirektor Raimund Röseler am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz der Behörde in Frankfurt. „Es hat Versuche gegeben, Preise zu manipulieren.“ Konkrete Beispiele wollte er jedoch nicht nennen.

Es gehe um mehrere Währungen, wohl aber nicht um Leitwährungen wie den Dollar. Die BaFin stehe bei ihrer Untersuchung in engem Kontakt mit den Aufsehern in anderen Ländern. Das Thema sei komplex, die Ermittlungen dürften sich deshalb mindestens bis ins nächste Jahr hinziehen.

Einer der größten Devisenhändler der Welt ist die Deutsche Bank, die nach Angaben aus Finanzkreisen bereits mehrere Händler der Sparte entlassen oder beurlaubt hat, darunter auch eine führende Devisenhändlerin in London. Zur Aufklärung der Vorwürfe hat das Geldhaus eine eigene interne Untersuchung gestartet und stets beteuert, mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Am Devisenmarkt werden täglich etwa 5,3 Billionen Dollar umgesetzt
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