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Zweistellige jährliche Wachstumsrate erwartet Banken setzen auf echte Kreditkarten

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In der Vergangenheit haben die Banken in Deutschland die Einführung der revolvierenden Kreditkarten unterlassen. Stattdessen haben sie den Dispokredit weiter ausgebaut und Debitkarten vertrieben, bei denen das Geld direkt vom Konto abgebucht wird. Auch Karten mit einem Visa- oder Mastercard-Logo sind in Deutschland meist mit einem direkten Zugriff aufs Konto zum Monatsende verbunden und bieten keinen längeren Kredit. Während die Anbieter von Kreditkarten in Deutschland vor allem an den Jahres- und Transaktionsgebühren verdienen, machen die Anbieter im Ausland ihr Geld vor allem mit den Überziehungszinsen, die zum Teil über 20 Prozent liegen.

Selbst der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Rolf-E. Breuer, räumte jüngst vor Studenten der London School of Economics Versäumnisse ein: „Wir haben uns nie vorstellen können, dass die Deutschen Kreditkarten in die Hand nehmen. Deshalb haben wir seinerzeit die EC-Karte und den Euroscheck geschaffen. Heute ist das Kreditkarten-Geschäft in ausländischer Hand“, sagte er.

Hans-Jürgen Walter von der Unternehmensberatung Capgemini ermahnt die deutschen Banken, die ausländischen Anbieter ernst zu nehmen, da sie mit den Kreditkarten auch neue Kunden gewinnen. Auch wenn die Karten ein Imageproblem haben: „In Deutschland ist das Image der Kreditkarte das eines Zahlungsmittels, nicht das eines Kredits“, sagt Walter. Er sieht aber die wirtschaftliche Notwendigkeit, auf die echten Kreditkarten zu setzen: „Auf Grund sinkender Interchange Fees müssen die Banken alternative Ertragsquellen erschließen.“ Denn auf Druck der Wettbewerbshüter in Brüssel sollen die Abwicklungsgebühren, die die Händler den Banken zahlen (Interchange Fees), von derzeit durchschnittlich 1,6 Prozent auf unter ein Prozent sinken.

Berater Hoyer von Mercer sieht einen weiteren Vorteil in den echten Karten: „Anders als beim Konsumentenkredit sind die Zinsmargen bei revolvierenden Karten noch nicht unter Druck geraten“, erklärt er. Hoyer geht in den nächsten drei bis vier Jahren von einer zweistelligen jährlichen Wachstumsrate aus.

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