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Zweiter Härtetest Für die Deutsche Bank gibt es beim US-Stresstest drei Optionen

Am Donnerstag wird in den USA der letzte Teil der Stresstest-Ergebnisse veröffentlicht. Vorstandschef Sewing steht vor einem wichtigen Schritt.
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Den US-Stresstest zu bestehen wäre ein wichtiger Schritt für Vorstandschef Sewing. Quelle: Reuters
Deutsche Bank in New York

Den US-Stresstest zu bestehen wäre ein wichtiger Schritt für Vorstandschef Sewing.

(Foto: Reuters)

New York Die erste Runde der US-Stresstests vergangene Woche hat die Deutsche Bank genauso wie alle anderen Institute bestanden. Ob sie auch die deutlich wichtigere zweite Runde besteht, wird die US-Notenbank Federal Reserve am Donnerstagabend mitteilen.

Im vergangenen Jahr war das Frankfurter Institut durchgefallen – wie bereits 2015 und 2016. Vorstandschef Christian Sewing hatte daraufhin Besserung versprochen. „Wir haben viel getan und wir sehen die Fortschritte“, versicherte er damals im Gespräch mit dem Börsensender CNBC. „Wir wissen aber auch, dass wir noch mehr tun müssen. Das ist alles geplant und wir sind zuversichtlich, die Hürden in den nächsten zwölf Monaten zu nehmen.“

Die Fed hatte ihre Entscheidung damals mit Mängeln bei den qualitativen Faktoren begründet. So habe die Bank „erhebliche Schwächen“ dabei gehabt, Daten zu verarbeiten. Das gelte auch für die „Kontrollmechanismen, die den Prozess der Kapitalplanung unterstützen“. Zudem habe die Bank Probleme, Erträge und Verluste unter Stress vorherzusagen, kritisierte die Fed 2018.

Nun wird sich zeigen, ob es dem krisengeschüttelten Institut in den vergangenen zwölf Monaten gelungen ist, die Regulierer von den Fortschritten zu überzeugen. Die Bank hatte dazu auch die Unternehmensberatung Oliver Wyman angeheuert.

Den Stresstest zu bestehen, wäre ein wichtiger Schritt für Sewing, um das angespannte Verhältnis mit den Regulierern zu verbessern. Ebenfalls vor einem Jahr wurde bekannt, dass die Fed die Deutsche Bank als Institut „in schwierigen Umständen“ („in troubled conditions“) eingestuft und die Aufsicht verschärft hatte. Dieser Status bleibt Finanzkreisen zufolge weiter bestehen.

Die US-Zentralbank prüft seit der Finanzkrise 2008 die wichtigsten Institute, die in den Vereinigten Staaten aktiv sind, jährlich in Stresstests. Dabei geht es darum festzustellen, ob die Geldhäuser einen wirtschaftlichen Rückschlag durchstehen können – etwa eine schwere Rezession oder einen Einbruch des Aktien- oder Immobilienmarktes.

Fed prüft die Stärke der Bank

Die zweite Runde der Stresstests besteht aus der sogenannten umfassenden Kapitalanalyse, Comprehensive Capital Analysis and Review, kurz CCAR genannt. Hier prüft die Fed, wie die Banken ihre Bilanzen verwalten und ob sie stark genug sind, um Dividenden zu zahlen oder Aktien zurückzukaufen.

Bei ausländischen Instituten, die – wie die Deutsche Bank – eine Holding in den USA haben, geht es um die Frage, ob sie Kapital an den Mutterkonzern überweisen dürfen und ob sie grundsätzlich eine Reihe von Vorgaben im Bezug auf Kernkapital- und Verschuldungsquoten erfüllen. Neben den quantitativen Aspekten gibt es hier auch qualitative Anforderungen, unter anderem an das Risikomanagement der Bank.

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Neben „bestehen“ oder „durchfallen“ gibt es noch eine dritte Option. Die Bank könnte unter Vorbehalt bestehen. Das wäre eine Möglichkeit für die Fed, Fortschritte der Deutschen Bank anzuerkennen, sie gleichzeitig jedoch zu weiteren Verbesserungen aufzurufen.

Ein Sprecher der Bank wollte dies nicht kommentieren. Auch die Fed lehnte eine Stellungnahme ab.

US-Banken haben in diesem Jahr einen kleinen Vorteil. Sie können nicht mehr durch den qualitativen Teil des CCAR-Tests fallen. Zwar wird sich die Fed diesen Teil weiterhin anschauen. Sollte sie Mängel finden, würde sie dies jedoch bei den Banken direkt beanstanden, ohne die Öffentlichkeit über dieses Testergebnis zu informieren. Diese neue Regel gilt für Institute, die diesen Teil des Stresstests bereits vier Mal bestanden haben.

In diesem Jahr kommen dafür nur amerikanische Institute in Frage. Auch für kleinere Regionalbanken hat die Fed die Anforderungen gelockert. Sie müssen an den aufwendigen Tests überhaupt nicht mehr teilnehmen.

Analysten gehen davon aus, dass die Wall-Street-Häuser ohne Probleme durch den Test kommen und deutlich höhere Dividenden ausschütten können als im ohnehin schon erfolgreichen Jahr 2018.

Mehr: Die Deutsche Bank kommt bei der Integration der Postbank voran. Schon bald könnte es zu einer Verständigung mit den Arbeitnehmern kommen und der Vorstand sich verändern.

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