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Börsenindizes Covestro verteidigt Dax-Platz gegen Qiagen – Wacker Chemie glückt Rückkehr in MDax

Der Chemiekonzern aus Leverkusen verteidigt seinen Platz im Börsenoberhaus. Shop Apotheke und Wacker Chemie gelingt der Sprung in den kleineren MDax.
03.09.2020 - 22:15 Uhr Kommentieren
Die Deutsche Börse hat turnusmäßig die Zusammensetzung der Indizes überprüft. Quelle: dpa
Handelssaal in Frankfurt

Die Deutsche Börse hat turnusmäßig die Zusammensetzung der Indizes überprüft.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Hoffnungen des deutschen Biotechunternehmens Qiagen auf einen Platz im illustren Kreis der Dax-30-Firmen haben sich vorerst nicht erfüllt. Im wichtigsten deutschen Börsenindex gibt es nach dem vor wenigen Tagen erfolgten Austausch der insolventen Wirecard durch den Essenslieferdienst Delivery Hero keine Veränderungen. Das entschied die Deutsche Börse am Donnerstagabend in Frankfurt.

Covestro konnte bei der regulären Indexüberprüfung seinen Platz in der ersten Börsenliga also knapp verteidigen. Der Kunststoffhersteller galt in der Vergangenheit als Wackelkandidat und Qiagen als möglicher Nachfolger.

Freuen kann sich dagegen Shop-Apotheke-Boss Stefan Feltens. Zwei Jahre nach der Aufnahme in den SDax der kleineren Unternehmen folgt für ihn jetzt der nächste Aufstieg. Die niederländische Versandapotheke rückt zusammen mit dem Chemiekonzern Wacker Chemie aus München in den 60 Aktien umfassenden MDax der mittelgroßen Werte auf.

Die Börse vollzieht damit innerhalb weniger Wochen die Neuzusammensetzung ihrer Indizes. Für Wacker Chemie und Shop Apotheke müssen das Medienunternehmen RTL Group sowie die Aareal Bank im MDax weichen.

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    Entscheidend für die Aufnahme in einen Index sind die Marktkapitalisierung der frei gehandelten Aktien und der Börsenumsatz. Shop Apotheke profitiert daher von einer zuletzt starken Performance der Aktie.

    So gehört der Wert schon länger zu den auffälligeren Papieren und schlug mit seiner Entwicklung den Durchschnitt im SDax. Shop Apotheke zählt zu den führenden europäischen Onlineapotheken und vertreibt hauptsächlich rezeptfreie Arzneimittel sowie apothekenübliche Schönheits- und Pflegeprodukte.

    In den letzten Monaten zählte das Unternehmen so zu den Gewinnern der Coronakrise und erhöhte erst unlängst die Prognose. Unterm Strich schrieb Shop Apotheke im ersten Halbjahr allerdings immer noch rote Zahlen.

    Die britische Investmentbank Barclays stufte jüngst die Aktie von Shop Apotheke auf „overweight“ mit einem Kursziel von 170 Euro. Der Konzern sei gut positioniert, um von der erwarteten Wachstumsbeschleunigung mit Einführung des E-Rezepts zu profitieren, schrieb Analyst Andrew Ross.

    Wacker Chemie schafft Wiederaufstieg

    Wacker Chemie war dagegen erst im vergangenen Jahr aus dem MDax abgestiegen – und schafft nun das Comeback. Auch diese Aktie hatte sich in den vergangenen Wochen deutlich besser als der Index entwickelt – wenngleich das Papier vom Allzeithoch aus dem Jahr 2018 noch weit entfernt ist.

    Das Münchener Unternehmen ist ein global tätiges Chemieunternehmen, dessen Produktpalette von Ölen und Dichtstoffen bis hin zu Siliciumwafern und Pharmaproteinen reicht. Die Coronakrise setzt der Firma allerdings zu, weshalb viele Stellen gestrichen werden sollen. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen stellte Konzernchef Rudolf Staudigl Rückgänge bei Umsatz und operativem Gewinn in Aussicht.

    Die US-Bank JP Morgan hob jüngst das Kursziel für Wacker Chemie von 50 auf 77 Euro an, beließ die Einstufung aber auf „neutral“. Das neue Kursziel resultiere aus einem höheren Wertansatz für den Chemiebereich, geringeren Verschuldungsprognosen und einem höheren Wert des Siltronic-Anteils, schrieb Analyst Chetan Udeshi.

    Im Oberhaus des Dax-30 ändert sich dagegen nichts. Zwischenzeitlich lag Covestro zwar bei der Marktkapitalisierung auf Rang 41 und damit auf einem Dax-Abstiegsplatz. Doch in den vergangenen Tagen hatte sich der Kurs weiter erholt, was die Marktkapitalisierung der frei gehandelten Aktien der Firma wieder über die Grenze hob, die einen Verbleib im Dax erlaubt. Qiagen sowie der Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise galten als aussichtsreiche Nachrücker-Kandidaten.

    Viele Veränderungen im SDax

    Größeres Stühlerücken findet dagegen im SDax statt. Den Index der kleinen Unternehmen müssen Adler Bertrandt und Steinhoff als besonders niedrig bewertete Unternehmen und Atoss Software wegen des zu geringen Börsenumsatzes verlassen. Als Nachrücker im SDax gelingt nun dem Spezialpharmaunternehmen Medios, dem börsennotierten IT-Unternehmen Secunet mit Hauptsitz in Essen und dem auf Schwellenländer ausgerichteten Online-Modehändler Global Fashion Group der Sprung in den Index der kleinen Firmen.

    Die Neubesetzung der Indizes erfolgt zum Montag, dem 21. September. Wichtig sind die Änderungen vor allem für diejenigen Fonds, die die Indizes nachbilden. Dort müssen dann entsprechend der neuen Zusammensetzung die neuen Papiere nachgekauft werden, was Einfluss auf deren Aktienkurse haben kann.

    Die Deutsche Börse will bis Ende des Jahres die Kriterien für die Zusammensetzung des Leitindexes Dax überprüfen. Börsenchef Theodor Weimer kündigte diese Woche auf dem Banken-Gipfel des Handelsblatts an, dass künftig auch qualitative Kriterien eine Rolle spielen sollen. „Wir werden den Dax anpassen“, kündigte er an. Die Börse war in die Kritik geraten, weil sie bis Ende August gebraucht hatte, um die insolvente Wirecard aus dem Dax zu entfernen.

    Mehr: Im Fall Wirecard übt die Bafin Selbstkritik, und die Deutsche Börse will neue Regeln

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