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70. Jubiläum

Am 20. Juni 1948 wurde die D-Mark in den Westzonen ausgegeben.

(Foto: dpa)

70 Jahre D-Mark Münzen, die es gar nicht geben sollte

Vor 70 Jahren wurde die D-Mark in den in den drei westlichen Besatzungszonen ausgegeben. Einige D-Mark-Münzen haben eine kuriose Geschichte und sind bei Sammlern gefragt.
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FrankfurtDie D-Mark löst noch heute bei vielen nostalgische Gefühle aus. Nicht nur bei Kritikern des Euro, sondern zum Beispiel auch bei Sammlern. Heute vor 70 Jahren, am 20. Juni 1948, wurde die D-Mark in den drei westlichen Besatzungszonen ausgegeben. Einige Geldscheine und Münzen aus den Anfangsjahren der Bundesrepublik sind heute begehrte Sammlerobjekte, die entsprechend wertvoll sind. Oft haben sie eine kuriose Geschichte.

„Es gibt einige Münzen, die es eigentlich gar nicht geben sollte“, sagt Christoph Raab. Er ist Inhaber von Deutschlands ältester Münzhandlung Dr. Busso Peus in Frankfurt. Er hat das im Jahr 1870 gegründete Geschäft 2007 von seinen Eltern übernommen.

Ein Beispiel sind 50-Pfennig-Stücke aus dem Jahr 1950 mit dem Schriftzug „Bank Deutscher Länder“. Dies war die Vorgängerin der Bundesbank. Ihr Namenszug steht unter allen Münzen, die 1948 oder 1949 geprägt wurden. Danach aber sollte unter den Geldstücken „Bundesrepublik Deutschland“ stehen. In der Münzprägeanstalt Karlsruhe hatte ein Mitarbeiter jedoch irrtümlich die alte Schablone für die Beschriftung verwendet. Als der Fehler auffiel, waren bereits etwa 3000 Münzen in Umlauf.

Später gab es den so genannten Karlsruher Münzskandal. In der Bundesrepublik gab es zunächst vier Münzprägeanstalten, die jeweils ein eigenes Münzzeichen hatten in Hamburg (Münzzeichen J), Karlsruhe (G), München (D) und Stuttgart (F). Anfang der 70er Jahre fälschten Mitarbeiter der Karlsruher Prägeanstalt wertvolle Sammlerobjekte wie jenes 50 Pfennig-Stück von 1950. Da sie dabei Originalwerkzeuge benutzten, sind die Münzen von den Originalen praktisch nicht auseinanderzuhalten.

Ein anderes begehrtes Sammlerobjekt sind Zwei-Pfennig-Stücke aus dem Jahre 1969 mit Prägezeichen „J“, die aus reinem Kupfer geprägt sind. „Man erkennt sie daran, dass sie nicht magnetisch sind“, sagt Münzhändler Raab. Bis 1968 waren die Zwei-Pfennig-Stücke aus reinem Kupfer und damit nicht magnetisch, danach eigentlich aus Kupfer-plattiertem Eisen und damit magnetisch. Es gab aber auch 1969 noch etwa 520 Exemplare, die aus reinem Kupfer geprägt wurden. Das seltene 50-Pfennig-Stück ist heute etwa 100 bis 150 Euro wert.

Als reines Anlageobjekt sind D-Mark-Münzen jedoch nur bedingt geeignet, sondern eher etwas für Liebhaber. In den 1980-er Jahren beispielsweise war das 50-Pfenig-Stück schon deutlich mehr wert und kostete etwa 1000 D-Mark, also umgerechnet über 500 Euro.

Münzhändler Raab führt den Wertrückgang darauf zurück, dass das Sammelinteresse in Deutschland abgenommen hat. Vor allem in der Kriegs- und Nachkriegsgeneration sei Münzsammeln sehr verbreitet gewesen. Dagegen hat das Interesse bei der jüngeren Generation nachgelassen. Zudem gibt es auch von älteren D-Mark Münzen immer noch vergleichsweise viele Exemplare im Vergleich zu früheren Epochen. Ähnlich wie am Immobilienmarkt gibt es eine starke Spreizung bei den Preisen. „Sehr seltene Münzen steigen stark im Preis“, sagt Raab. Für alte D-Mark-Münzen gilt das aber eher nicht.

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