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Abhöraffäre Griechenlands Regierung streitet wieder mit Notenbank-Chef Yannis Stournaras

Der griechische Notenbankchef wird von einem Vizeminister unter Druck gesetzt – weil seine Bank einen seltsamen Kredit an den Politiker prüft.
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Der Zentralbankchef fühlt sich genötigt. Quelle: Reuters
Yannis Stournaras

Der Zentralbankchef fühlt sich genötigt.

(Foto: Reuters)

AthenEin dubioses Darlehen für einen Vizeminister, ein abgehörtes Telefongespräch, ein Zentralbankchef, der sich genötigt fühlt: In Athen bricht der seit Jahren brodelnde Konflikt zwischen der linkspopulistischen Regierung und Notenbankgouverneur Yannis Stournaras neu auf.
Zuletzt berichtete die Zeitung „Proto Thema“ von einem 100.000-Euro-Kredit der staatlich kontrollierten Attica Bank für den stellvertretenden Gesundheitsminister Pavlos Polakis. Der erklärte, er brauche das Darlehen „für private und politische Ausgaben“, weil er als Minister nicht genug verdiene. Ein so hoher Privatkredit ist ungewöhnlich, weil griechische Banken wegen ihrer hohen Kreditausfälle bei der Geldvergabe zugeknöpft sind. Ob es im Fall Polakis politischen Druck auf die Attica Bank gab, prüft jetzt die Bankenaufsicht.
Am Montag rief Polakis bei Stournaras an. Wenn die Zentralbank seinen Kredit prüfe, müsse sie auch Darlehen an Oppositionspolitiker und regierungskritische Medien untersuchen. Sonst „komme ich zu Ihnen rüber und bleibe dort, bis Sie es tun“, schloss der Vizeminister. Polakis bestätigt den kolportierten Wortlaut, bestreitet aber, das Telefonat aufgezeichnet zu haben. Aber wer dann? Als Notenbankchef hat Stournaras immer wieder finanzpolitische Disziplin angemahnt. Beobachter sehen den Lauschangriff als Versuch, Stournaras aus dem Amt zu mobben.

Mehr: Die Banken Griechenlands stehen unter Druck – und fürchten sich vor einer neuen Kapitalflucht. Über die Situation vor Ort berichtet der Handelsblatt-Griechenlandkorrespondent Gerd Höhler.

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